KI-Chatbots, WhatsApp

Meta verbietet externe KI-Chatbots auf WhatsApp

03.01.2026 - 02:13:12

Meta untersagt ab Mitte Januar die Nutzung von KI-Diensten Dritter wie ChatGPT auf WhatsApp Business. Die italienische Wettbewerbsbehörde hat bereits eine einstweilige Anordnung erlassen.

Ab dem 15. Januar 2026 ist Schluss: WhatsApp untersagt die Nutzung von KI-Chatbots externer Anbieter. Der Messenger-Konzern Meta schließt damit Dienste wie ChatGPT oder Claude von seiner Business-API aus. Offiziell geht es um Datenschutz – Kritiker sehen einen klaren Schachzug, um die eigene „Meta AI“ durchzusetzen.

Stichtag setzt Unternehmen unter Druck

Die neuen Geschäftsbedingungen für WhatsApp Business sind eindeutig. Chatbots, die auf generativer KI von Drittfirmen basieren, müssen ihren Betrieb einstellen oder umbauen. Betroffen sind Integrationen mit Modellen von OpenAI, Anthropic und anderen.

Für Unternehmen bedeutet das: Service-Bots, die heute noch komplexe Kundenanfragen mit externer KI bearbeiten, könnten in wenigen Tagen verstummen. Die Alternative sind oft einfache, regelbasierte Antworten. Die Frist gilt für alle Dienste, die vor dem 15. Oktober 2025 registriert wurden.

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Datenschutz oder taktisches Manöver?

Meta begründet den radikalen Schritt mit der Sicherheit der Nutzerdaten. Die Weitergabe von Nachrichteninhalten an Dritte zur KI-Verarbeitung stelle ein unkalkulierbares Risiko dar, so der Konzern.

Experten sehen darin jedoch vor allem eine strategische Abschottung. Während der Datenschutzbunker für externe Anbieter verriegelt wird, treibt Meta die Integration der hauseigenen „Meta AI“ massiv voran. Der Vorwurf: Unter dem Deckmantel der DSGVO entsteht ein abgeschotteter Garten, in dem nur noch Metas eigene Algorithmen das Sagen haben.

Italienische Wettbewerbshüter schalten sich ein

Doch der Plan könnte noch scheitern. Ende Dezember 2025 erließ die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM eine einstweilige Anordnung gegen Meta. Die Behörde stuft die Beschränkungen als potenziell wettbewerbswidrig ein.

Ihr Argument: Metas Vorgehen beschränke den Marktzugang und behindere die Entwicklung alternativer KI-Dienste. Meta kündigte bereits Berufung an und wies die Vorwürfe zurück. Ob der juristische Vorstoß den europaweiten Rollout am 15. Januar noch stoppen kann, ist die spannendste Frage der kommenden Tage.

Was das Verbot für Unternehmen bedeutet

Für Firmen, die ihre WhatsApp-Kundenkommunikation automatisiert haben, brennt die Luft. Viele Investitionen in KI-gestützte Lösungen stehen auf der Kippe.

Die konkreten Folgen:
* Funktionsverlust: Intelligente Assistenten fallen auf simple Menüführungen zurück.
* Migrationsdruck: Unternehmen werden zu Metas eigenen KI-Tools gedrängt – die Abhängigkeit wächst.
* Datensilos: Chatverläufe bleiben im Meta-Universum gefangen, Analysen werden erschwert.

Besonders kleine und mittelständische Unternehmen trifft der kurzfristige Umstellungszwang hart. Ihnen fehlen oft die Ressourcen für eine schnelle Migration.

Der Kampf um die Schnittstelle zum Nutzer

Der Schritt zeigt ein grundsätzliches Muster: Messaging-Apps werden von neutraler Infrastruktur zur umkämpften Benutzeroberfläche für KI. Wer die Schnittstelle kontrolliert, kontrolliert den Marktzugang.

Meta nutzt seine Dominanz bei WhatsApp mit über zwei Milliarden Nutzern ähnlich wie Apple seinen App Store: als Hebel, um Konkurrenten den direkten Kundenkontakt zu erschweren. Der Verweis auf europäischen Datenschutz wirkt dabei doppelt – als legitimes Argument und effektiver Burggraben gegen Wettbewerber.

Ein heißer Start ins Jahr 2026

Die kommenden Tage werden entscheidend sein. Branchenbeobachter erwarten, dass Meta die neuen Regeln trotz des Widerstands aus Italien global durchsetzen will. Ob die EU-Kommission nachzieht, bleibt offen.

Sollte das Verbot kommen, wird 2026 zum Jahr der „Meta AI“ auf dem Smartphone. Nicht weil sie die beste Lösung ist, sondern weil sie zur einzigen wird, die noch antworten darf. Unternehmen müssen sich jetzt auf Szenarien ohne externe KI einstellen.

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