Merz-Regierung, Steuerbefreiung

Merz-Regierung startet Steuerbefreiung für Überstunden

01.02.2026 - 13:12:12

Die Bundesregierung setzt einen zentralen Wahlkampfpfeiler um: Ab sofort bleiben Überstundenzuschläge für Vollzeitkräfte steuerfrei. Mit diesem Schritt will die Koalition aus CDU/CSU den akuten Fachkräftemangel bekämpfen und Millionen ungenutzter Arbeitsstunden mobilisieren.

Kern der Initiative ist die Steuerbefreiung von Zuschlägen für Arbeitsstunden, die über das vertraglich vereinbarte Vollzeitpensum hinausgehen. Die Regierung argumentiert, das aktuelle Steuersystem bestrafe Mehrarbeit durch die kalte Progression und hohe Grenzsteuersätze. „Wir wollen, dass sich Leistung wieder lohnt“, so ein Sprecher des Finanzministeriums.

Anders als frühere Modelle beschränkt sich die Maßnahme bewusst auf bestehende Vollzeitbeschäftigte. Damit soll verhindert werden, dass Arbeitnehmer ihre Regelstunden reduzieren, um dann „steuerfreie“ Überstunden zu leisten – eine Sorge, die Arbeitsökonomen bereits geäußert hatten.

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Antwort auf Hunderttausende offene Stellen

Die Dringlichkeit der Maßnahme unterstreichen aktuelle Zahlen: Allein im vergangenen Jahr blieben Hunderttausende Stellen unbesetzt, besonders in Handwerk, Gesundheitswesen und Ingenieurberufen. Der wirtschaftliche Schaden wird auf Milliardenbeträge geschätzt.

Wirtschaftsverbände begrüßen den Schritt. „Diese Flexibilität ist essenziell, um das Dienstleistungsniveau angesichts des Personalmangels zu halten“, erklärt der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). Die Regierung setzt bewusst auf die Mobilisierung der inländischen Arbeitskräfte – während die Zuwanderung langfristig reformiert wird.

Kritik: Gefahr für Arbeitsschutz und Gleichstellung

Doch der Vorstoß stößt auf scharfe Kritik von Gewerkschaften und Sozialverbänden. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnt vor einer Aushöhlung des Arbeitsschutzes. „Steuerfreie Überstunden könnten exzessive Arbeitszeiten fördern“, so ein DGB-Sprecher. Die Last des Fachkräftemangels werde auf die bestehenden Beschäftigten abgewälzt, statt Unternehmen zu besseren Arbeitsbedingungen oder höheren Löhnen zu zwingen.

Hinzu kommen Gleichstellungsbedenken. Da der Steuervorteil vor allem Vollzeitkräfte mit Überstundenkapazität begünstigt, könnten Teilzeitbeschäftigte – überwiegend Frauen – leer ausgehen. Experten befürchten eine Verschärfung der geschlechtsspezifischen Rentenlücke, wenn nicht begleitende Maßnahmen den Übergang von Teil- zu Vollzeit fördern.

Umsetzung in der Praxis beginnt

Aktuell steht die praktische Umsetzung im Fokus. Unternehmen passen ihre Lohnabrechnungssysteme an, während Betriebsräte die Bedingungen für die Anordnung und Vergütung von Überstunden neu verhandeln.

Der Erfolg des Instruments wird sich am Gesamtvolumen der geleisteten Arbeitsstunden im kommenden Jahr messen lassen. Gelingt die Mobilisierung, könnte das Modell Schule machen. Scheitert es oder führt zu vermehrter Erschöpfung, dürfte der Druck für traditionellere Arbeitsmarktinstrumente wachsen. Klar ist: Die Merz-Regierung setzt mit dieser Maßnahme ein deutliches Zeichen ihrer angebotsorientierten Wirtschaftspolitik.

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