mBridge knackt 55-Milliarden-Euro-Marke – BRICS plant eigenes Digitalgeld-Netz
19.01.2026 - 22:23:12Die Architektur des globalen Finanzsystems erlebt eine Zeitenwende. Alternative digitale Zahlungsnetzwerke erreichen neue Meilensteine und stellen etablierte Strukturen in den Schatten. Das mBridge-Projekt für digitale Zentralbankwährungen hat einen Transaktionswert von über 55 Milliarden Euro überschritten. Parallel treibt Indien den Aufbau eines eigenen BRICS-Digitalwährungsnetzwerks voran. Diese Entwicklungen markieren den Übergang von der Planung zur praktischen Umsetzung einer neuen Finanzordnung.
Digitale Brücke zwischen Zentralbanken wächst rasant
Das mBridge-Projekt, eine Kooperation der Zentralbanken Chinas, Hongkongs, Thailands, der Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabiens, demonstriert die Macht von Großhandels-CBDCs. Die Überschreitung der 55-Milliarden-Euro-Schwelle bei kumulierten Transaktionen zeigt ein explosives Wachstum. Die Plattform nutzt Blockchain-Technologie, um internationale Zahlungen schneller, günstiger und transparenter abzuwickeln als herkömmliche Überweisungen.
Seit dem Prototyp-Start 2022 ermöglicht mBridge direkte Transaktionen zwischen teilnehmenden Instituten mit tokenisierten Landeswährungen. Dieses Modell umgeht viele Zwischenbanken des traditionellen Korrespondenzbankensystems – eine Hauptquelle für Verzögerungen und Kosten. Ein wesentlicher Treiber des Volumens ist der digitale Yuan (e-CNY), der fortschrittlichste großangelegte CBDC-Pilot der Welt. Der Erfolg von mBridge beweist, wie gemeinsame digitale Infrastruktur die Transparenz internationaler Zahlungen verbessern kann.
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BRICS-Nationen wollen eigenes Zahlungsnetz aufbauen
Im Einklang mit dieser Dynamik treibt Indien die Schaffung eines verbundenen CBDC-Systems unter den BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) voran. Die Reserve Bank of India (RBI) hat empfohlen, den Vorschlag auf die Tagesordnung des für 2026 geplanten BRICS-Gipfels zu setzen. Es ist der erste formale Versuch, einen gemeinsamen Zahlungsrahmen für die Digitalwährungen des Wirtschaftsblocks zu schaffen.
Kernziel des indischen Vorschlags ist es, Handels- und Tourismuszahlungen zwischen Mitgliedsländern effizienter und unabhängiger vom US-Dollar sowie den damit verbundenen Korrespondenzbankkanälen zu machen. Durch direkten Abgleich in souveränen Digitalwährungen könnte das System Transaktionsreibung verringern und die Volkswirtschaften vor externen Finanzdruck abschirmen. Dies passt zu Indiens digitaler Finanzstrategie: Das Finanzministerium kündigte kürzlich die landesweite Ausweitung des Digital-Rupie-Piloten an und sucht aktiv bilaterale und multilaterale CBDC-Partnerschaften.
Reformen des alten Systems kommen ins Stocken
Der rasche Fortschritt dieser Alternativsysteme erfolgt zu einer Zeit, in der die langjährigen Reformbemühungen der G20 für traditionelle grenzüberschreitende Zahlungen auf erhebliche Widerstände stoßen. Die 2020 etablierte „Roadmap für die Verbesserung grenzüberschreitender Zahlungen“ setzte ehrgeizige Ziele für 2027: Zahlungen sollten günstiger, schneller, zugänglicher und transparenter werden.
Jetzt räumt der für die Umsetzung koordinierende Finanzstabilitätsrat (FSB) ein, dass diese Verbesserungen bis 2027 global kaum noch zu erreichen sind. Ein Bericht vom Anfang dieses Monats fordert einen dringenden Fokuswechsel von der Politikgestaltung zur praktischen Umsetzung, um weiteren Rückstand zu vermeiden. Diese langsame Reform des bestehenden Systems schafft eine kritische Lücke, die neue Modelle wie mBridge und das geplante BRICS-Netzwerk füllen.
Wettlauf um die Zukunft des internationalen Zahlungsverkehrs
Die Entwicklungen zu Beginn des Jahres 2026 markieren einen Wendepunkt für die globale Finanzwelt. Der Erfolg von mBridge und der strategische BRICS-Vorschlag deuten auf eine greifbare Verschiebung hin zu einer multipolaren Finanzarchitektur. Hier operieren Digitalwährungs-Initiativen parallel zu – und im Wettbewerb mit – etablierten Systemen.
Die Finanzwelt blickt nun gespannt auf den BRICS-Gipfel später dieses Jahres. Wird der verknüpfte CBDC-Plan formell angenommen? Wird das mBridge-Wachstum weitere Zentralbanken anziehen? Und können FSB, G20 und der Privatsektor ihre Reformagenda noch beschleunigen? 2026 wird zum Schauplatz, auf dem sich das theoretische Versprechen neuer Zahlungstechnologien in konkrete, großangelegte Systeme verwandelt – und damit die Zukunft internationaler Transfers fundamental neu gestaltet.
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