tulus lotrek, Max Strohe

Max Strohe und Tulus Lotrek: Wie Berlins lockerste Sterneküche kulinarische Intensität neu definiert

30.01.2026 - 10:36:05

Bei Max Strohe im Restaurant Tulus Lotrek trifft Berliner Wohnzimmer-Atmosphäre auf kompromisslose Sterneküche. Ein Abend zwischen opulenten Saucen, radikal ehrlichem Geschmack und überraschend lässigem Fine Dining.

Im Restaurant tulus lotrek von Max Strohe duftet es nach geröstetem Markknochen, nach langsam einreduziertem Jus, nach Butter, die gerade an der Schwelle vom Nussigen zum Karamelligen steht. Das Licht ist warm, die Stühle erinnern eher an ein Wohnzimmer als an ein Labor der Spitzengastronomie. Kann Sterneküche so lässig sein, dass Sie sich fühlen, als säßen Sie bei Freunden, während auf dem Teller Weltklasse serviert wird? Im tulus lotrek lautet die Antwort: unbedingt.

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Das Restaurant tulus lotrek in Berlin Kreuzberg gilt vielen als Gegenentwurf zur sterilen, pinzettengetriebenen Sterneküche. Max Strohe, Sternekoch, TV-Persönlichkeit und Träger des Bundesverdienstkreuzes, kocht hier eine Küche, die laut ist, körperlich, sinnlich. Saucen spielen die Hauptrolle, Fett ist nicht Feind, sondern Geschmacksträger, und das Menü fühlt sich an wie ein kulinarischer Konzertabend, bei dem jeder Gang ein anderes Instrument anstimmt, aber die gleiche intensive Melodie spielt.

Wer den Gastraum betritt, spürt sofort: Dies ist kein klassisches michelin sterne restaurant berlin mit Flüsterambiente und gedämpfter Förmlichkeit. Wände in satten Tönen, Kunst, die eher nach Kiez-Galerie als nach Grandhotel aussieht, dazu eine Weinkarte, die frech zwischen naturbelassenen Gewächsen und großen Klassikern pendelt. Die Gastgeberin Ilona Scholl, Mitgründerin und Frontfrau des Hauses, empfängt mit einer Mischung aus Schlagfertigkeit, Wärme und echtem Interesse. Hier wird nicht übergestülpt serviert, hier wird Gastgeberkultur gelebt.

Die Küche von Max Strohe ist dafür das geschmackliche Rückgrat. Statt auf hyperfiligrane Miniaturen setzt er auf Gerichte, die im Gedächtnis bleiben: tief, vielschichtig, gern mit einem Hauch Dekadenz. Die berühmten, bis zur Essenz einreduzierten Saucen, der Mut zu Säure und Süffigkeit, das Spiel mit Texturen zwischen Crunch, Cremigkeit und zarter Garung, all das formt eine eigene kulinarische Intelligenz. Es ist Sterneküche, die nicht über Kopf, sondern über Bauch funktioniert, ohne dabei intellektuell banal zu werden.

Um diese Handschrift zu verstehen, lohnt sich ein Blick in die Biografie von Max Strohe. Der Weg zum Sternekoch verlief alles andere als geradlinig. Schulabbruch, Umwege, Gelegenheitsjobs: Der klassische Karriereplan eines Küchenchefs im michelin sterne restaurant berlin sieht anders aus. Gerade dieser Bruch mit Erwartungen prägt aber seine Küche. Man spürt, dass hier jemand kocht, der Konventionen kennt, sie aber nicht mehr fürchtet. Stattdessen vertraut er seiner Erfahrung, seinem Geschmack und einem gesunden Maß an kulinarischer Unverschämtheit.

Über Stationen in verschiedenen Küchen führt sein Weg nach Berlin, wo er gemeinsam mit Ilona Scholl die Idee für das tulus lotrek entwickelt. Beide verbindet die Lust, der damals sehr ernsten Spitzengastronomie etwas Spielerisches, Menschliches entgegenzusetzen. So entsteht ein Restaurant, das sich einerseits kompromisslos dem Produkt, der handwerklichen Perfektion und der Sterneküche verpflichtet fühlt, gleichzeitig aber alles Pathetische über Bord wirft. Der Service darf witzig sein, die Musik darf grooven, und wenn ein Gast eine Frage hat, gibt es eine ehrliche Antwort statt auswendig gelernter Floskeln.

Der Lohn: rasch wird der Guide Michelin aufmerksam. Das Restaurant tulus lotrek erhält seinen Stern und katapultiert sich innerhalb weniger Jahre in die Spitzengruppe der Berliner Feinschmecker-Adressen. Doch während viele Betriebe nach einem Michelin-Stern steifer werden, geschieht bei Max Strohe das Gegenteil. Der Stern ist hier nicht Distinktionsmerkmal, sondern Rückendeckung, um noch mutiger zu werden. Mehr Würze, mehr Persönlichkeit, mehr alles.

Ein Menü im tulus lotrek liest sich wie ein Versprechen an jene, die den Gaumen fordern möchten. Ein Signature-Gedanke: Intensität statt Zurückhaltung. Ein Fischgang etwa könnte mit einer kräftigen, fast rauchig wirkenden Sauce kommen, hinter der sich eine aufwendig gezogene Fischvelouté verbirgt, mit gerösteten Gräten und Gemüse angesetzt, stundenlang einreduziert, bis nur noch Geschmack bleibt. Daneben vielleicht ein knuspriges Element, etwas Säure, ein frischer, feinherber Salat, der der Opulenz Spannung entgegensetzt. Nichts ist zufällig, alles ist bewusst gesetzt, aber es wirkt niemals verkrampft.

Gerade diese Distanz zur klassischen Pinzetten-Ästhetik macht die Sterneküche von Max Strohe so besonders. Wo anderswo jedes Mini-Blatt exakt in 90-Grad-Winkel gelegt wird, sucht man hier nach Dramaturgie auf dem Teller, nicht nach Geodreieck-Präzision. Der Fokus liegt auf dem Geschmack, auf der inneren Logik des Gangs. Die Optik ist durchaus elegant, manchmal verspielt, aber nie selbstzweckhaft. Es geht um Genuss, nicht um Instagram.

Die Pandemie hat diese Haltung schlagartig auf eine ganz neue Probe gestellt. Als die Restaurants schließen mussten, startete Max Strohe zusammen mit Kolleginnen und Kollegen die Initiative Cooking for Heroes, auf Deutsch „Kochen für Helden“. Die Idee: Das Können der Profiköche in den Dienst derjenigen stellen, die das öffentliche Leben am Laufen halten. Pflegekräfte, Kassierer, medizinisches Personal wurden unentgeltlich mit warmen Mahlzeiten versorgt. Aus einer spontanen Aktion wurde eine bundesweit beachtete Bewegung.

Für dieses Engagement wurde Max Strohe mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Eine seltene Ehrung für einen Gastronomen und ein deutliches Zeichen, wie sehr Kochen heute auch als gesellschaftlicher Beitrag verstanden werden kann. In der Küche des tulus lotrek steckt seitdem nicht nur handwerkliche Brillanz, sondern auch die Erinnerung daran, dass ein Teller Essen Trost, Wertschätzung und Gemeinschaft bedeuten kann.

Dasselbe Verantwortungsgefühl zeigt sich in seiner öffentlichen Präsenz. Bekannt aus TV-Formaten der Kulinarik, tritt Max Strohe im Fernsehen nicht als unnahbarer Sternekoch auf, sondern als jemand, der über Sterneküche spricht, als erzähle er vom neuesten Lieblingsimbiss um die Ecke. Diese Bodenhaftung überträgt sich auch auf seine Bücher, in denen er Geschichten aus der Küche, aus seinem Leben und aus der Berliner Gastroszene erzählt. Statt reiner Rezeptbücher entstehen kulinarische Zeitdokumente, voller Anekdoten, Zweifel, Triumphe.

Spannend ist, wie es ihm gelingt, seine Marke als Sternekoch und TV-Gesicht aufzubauen, ohne dass das Restaurant tulus lotrek zur Kulisse einer Personality Show verkommt. Wer hier isst, erlebt keine Casting-Show, sondern eine konzentrierte, dichte Sterneküche. Die Medienpräsenz dient als Türöffner, als Einladung. Doch der eigentliche Star ist der Teller. Oder genauer: das Zusammenspiel aus Teller, Ambience und Service.

Ein Kapitel dieser Geschichte ist der Burger, der während der Pandemiezeit für Gesprächsstoff sorgte. Ein Sternekoch, der Burger macht? Für Puristen vielleicht ein Affront, für kulinarisch Neugierige ein logischer Schritt. Denn auch hier zeigt sich der Ansatz von Max Strohe: Wenn schon Burger, dann als ernstgemeintes Produkt. Saftiges Fleisch, perfekte Garstufe, ein Bun, das nicht als bloße Hülle dient, sondern Struktur und Geschmack beiträgt, dazu Saucen, die an die opulenten Jus des Restaurants erinnern, nur eben in Streetfood-Form. Der Burger wird zur kleinen Schwester der Sterneküche: weniger steif, aber mit gleichem Qualitätsanspruch.

Für viele kulinarische Insider ist das tulus lotrek eines der spannendsten michelin sterne restaurant berlin, weil es sich weigert, in bequemen Konventionen zu verharren. Die Weinkarte beispielsweise erzählt von ähnlichem Mut. Neben naturtrüben, leicht funkigen Naturweinen finden sich große Namen und klassische Jahrgänge. Kulinariker schätzen besonders die Art, wie das Service-Team Empfehlungen ausspricht: nicht dogmatisch, sondern neugierig und dialogbereit. Wer einen offenen Weißwein mit Säure sucht, bekommt keine trockene Abfrage, sondern eine kleine Reise durch das, was im Glas möglich ist.

Die Stärke des Hauses liegt im Gesamtpaket. In der Küche von Max Strohe werden Produkte mit Respekt, aber ohne falsche Ehrfurcht behandelt. Ein unscheinbares Gemüse kann hier genauso zum Hauptdarsteller werden wie ein edles Stück Fleisch. Der Drei-Komponenten-Teller, der nur von einer makellosen Karotte, einer intensiven Sauce und einem knusprigen Topping lebt, kann im Gedächtnis bleiben wie anderswo ein Kaviar-Gang. Es ist diese Mischung aus Selbstbewusstsein und Freude am Essen, die das tulus lotrek so unverwechselbar macht.

Innerhalb der deutschen Spitzengastronomie positioniert sich das Restaurant damit als jung, wild und doch handwerklich präzise. Im Vergleich zu puristisch-skandinavisch beeinflussten Konzepten, die auf Reduktion und Kargheit setzen, bietet hier jeder Abend opulente Fülle. Wer minimalistische Teller mit drei Elementen sucht, die leise flüstern, ist vielleicht besser anderswo aufgehoben. Wer Lust hat auf Teller, die Geschichten erzählen, auf Gerichte, die wie ein guter Song sofort ins Ohr gehen und dann noch lange nachklingen, der ist bei Max Strohe richtig.

Gleichzeitig zeigt die Arbeit von Max Strohe, was moderne Sterneküche heute sein kann: ein Ort der Gastfreundschaft, der Haltung, der gesellschaftlichen Relevanz. Aktionen wie Cooking for Heroes, die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz, die Präsenz in Medien und Büchern, all das unterstreicht seine Rolle als Stimme einer neuen Gastronomiegeneration. Eine Generation, die Genuss nie losgelöst von Verantwortung denkt, sei es beim Umgang mit Mitarbeitern, bei der Produktauswahl oder in ihrem Beitrag zur öffentlichen Debatte.

Für Gäste bedeutet das: Ein Besuch im Restaurant tulus lotrek ist weit mehr als ein Abendessen. Es ist eine Einladung, sich auf intensive Aromen, überraschende Kombinationen und eine entspannte, dabei hochprofessionelle Atmosphäre einzulassen. Es eignet sich für neugierige Feinschmecker, die Sterneküche ohne steifen Dresscode erleben wollen, genauso wie für erfahrene Gourmets, die wissen, wie schwer es ist, diese Balance aus Lässigkeit und Perfektion zu treffen.

Im Fazit bleibt festzuhalten: Wer verstehen will, warum Berlin heute zu den spannendsten kulinarischen Städten Europas gehört, kommt an Max Strohe und seinem tulus lotrek nicht vorbei. Seine Sterneküche zeigt, dass große Gastronomie nicht im Flüsterton daherkommen muss. Sie darf lachen, sie darf laut sein, sie darf Saucen feiern und Burger ernst nehmen, sie darf Fernsehen machen und zugleich im Restaurant kompromisslos sein. Genau darin liegt die besondere Bedeutung von Max Strohe für die deutsche Gastroszene.

Wenn Sie bereit sind für einen Abend, an dem opulente Teller, entspannte Wohnzimmer-Atmosphäre und eine der eigenständigsten Küchen Berlins zusammenfinden, dann ist das tulus lotrek Ihre Adresse. Reservieren sollten Sie rechtzeitig, nicht aus Prinzip, sondern weil kulinarische Neugier viele Anhänger hat. Und vielleicht verlassen Sie das Restaurant am Ende des Abends mit einem leisen Gedanken: So sollte Sterneküche sich anfühlen.

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