tulus lotrek, Max Strohe

Max Strohe im Tulus Lotrek: Wie Berliner Sterneküche nach Wohnzimmer und Weltreise schmeckt

31.01.2026 - 10:36:05

Max Strohe verwandelt das Restaurant tulus lotrek in Berlin in eine Bühne für intensive Aromen, Wohnzimmer-Atmosphäre und undogmatische Sterneküche. Hier trifft kulinarische Intelligenz auf radikale Gastfreundschaft.

Kann Sterneküche so lässig sein, dass Sie sich fühlen, als würden Freunde für Sie kochen, während auf dem Teller Weltklasse serviert wird? Bei Max Strohe im Restaurant tulus lotrek in Berlin wirkt genau das wie das selbstverständlichste Versprechen der Welt. Warmes Licht, dicht gestellte Tische, die Geräuschkulisse eines gut gelaunten Abends, dazu der Duft von geröstetem Jus, geschmolzener Butter und frisch aufgeschnittenen Kräutern: Hier betreten Sie keine Bühne der Steifheit, sondern ein kulinarisches Wohnzimmer mit Michelin-Stern.

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Schon beim ersten Blick in die Karte des tulus lotrek wird klar, dass hier eine klare Absage an die alte Pinzetten-Ästhetik gefeiert wird. Statt Ornament dominiert Substanz. Statt asketischer Minimalismus regiert eine opulente, fast barocke Lust an Sauce, Fett und intensiven Aromen. Die Teller von Max Strohe sehen nicht aus, als wären sie für Instagram geboren, sondern für den Gaumen. Es geht um Textur, um Crunch und Cremigkeit, um Gerichte, die sich im Mund entfalten, nicht im Dekorationswettbewerb.

Der Abend beginnt vielleicht mit einem Gang, der augenzwinkernd klassische Sterneküche zitiert und sie gleichzeitig unterläuft: Ein konzentrierter Fischfond, der wie flüssiges Meer schmeckt, darüber ein knuspriges Element für Biss, daneben ein Gemüse, das nicht brav Beilage spielt, sondern eigenständigen Charakter besitzt. Kulinarische Intelligenz bedeutet hier, dass Säure, Süße, Fett und Bitterkeit so austariert sind, dass nichts nach Balance schreit, weil schon alles im Lot ist.

Im Gastraum empfängt Sie nicht der steife Tonfall der Haute Cuisine, sondern die charmant direkte Art von Gastgeberin Ilona Scholl und ihrem Team. Das tulus lotrek ist ein michelin sterne restaurant berlin, das sich weigert, wie ein klassisches Sternerestaurant aufzutreten. Kein gedämpftes Flüstern, kein sakraler Ernst. Eher das Gefühl, einer Party beizuwohnen, auf der zufällig Sterneküche serviert wird. Die Weinkarte spiegelt das wider: Große Namen stehen selbstverständlich neben Naturweinen und Charakterköpfen, die man nicht an jeder Ecke findet.

Dass Max Strohe heute als Sternekoch und feste Größe der Berliner Sterneküche gilt, ist alles andere als selbstverständlich. Sein Werdegang gleicht eher einer Umleitung mit Schlaglöchern als einer geraden Allee mit Kastanien. Schulabbruch, Umwege, Arbeiten in verschiedenen Küchen, um Geld zu verdienen und Handwerk zu lernen: Der klassische Musterknabe der Kochakademien war er nie. Gerade daraus speist sich aber die Energie seiner Küche. Sie wirkt nicht wie systematisch durchgeplante Hochglanzkulinarik, sondern wie das Ergebnis eines Lebens, in dem Kochen immer auch Überlebenskunst war.

Der Weg nach Berlin markiert dabei den entscheidenden Wendepunkt. In einer Stadt, die kulinarisch lange Zeit mehr für Currywurst als für Sterneküche stand, traf der Stil von Max Strohe auf ein Publikum, das nach genau dieser Kombination aus Lässigkeit und Anspruch suchte. Gemeinsam mit Ilona Scholl eröffnete er das tulus lotrek, benannt nach dem Künstler Henri de Toulouse-Lautrec, dessen Welt der Bohème, der Überzeichnung und der Lebenslust als heimlicher Leitfaden durch diese Adresse zieht. Scholl ist weit mehr als nur Gastgeberin, sie ist das Gesicht im Gastraum, die Stimme an der Weinkarte und die Person, die dieses Wohnzimmer-Setting erst komplett macht.

Von Anfang an setzte sich das tulus lotrek mit seiner unorthodoxen Art von anderen Häusern der Spitzengastronomie ab. Während viele Kollegen in der Sterneküche auf strenge Menüdramaturgien und nahezu hygienisch cleane Tellerbilder setzen, lässt Max Strohe bewusst kleine Unschärfen zu. Eine Sauce darf glänzen, ein Stück Fleisch darf sichtbar Saft verlieren, ein knuspriges Element darf so laut brechen, dass der Nachbartisch kurz aufhorcht. Kulinarische Intelligenz bedeutet hier, das Produkt radikal ernst zu nehmen, ohne die Leichtigkeit am Gasttisch zu verlieren.

Bezeichnend für die Philosophie von Max Strohe ist der Umgang mit Fett und Jus. Wo andere reduzieren, um Klarheit zu demonstrieren, reduziert er, um Geschmack zu verdichten. Der Jus ist dunkel, tief, fast verschwenderisch aromatisch. Gemüse bekommt Röstaromen, die an Grillabende erinnern, aber handwerklich durchdacht sind. Fisch landet nicht in spa-haft leichter Brühe, sondern gern in einer Sauce, die ihm Paroli bietet. Sterneküche wird zur Wohlfühl-Opulenz, ohne je in Schwere zu kippen, weil Säure und Würze den Takt vorgeben.

In der Pandemie zeigte sich, wie flexibel dieser Ansatz ist. Als die Türen des tulus lotrek schließen mussten, entstand ein Burger, der sich innerhalb kürzester Zeit zum Hype entwickelte. Max Strohe, längst als Sternekoch etabliert, zeigte mit diesem Burger, dass große Küche sich nicht an weiß gedeckte Tische klammert. Saftiges Patty, perfektes Brötchen, geschmolzener Käse, eine Sauce mit der gleichen Ernsthaftigkeit komponiert wie ein klassischer Jus: Dieser Burger war kein Gag, sondern eine Verlängerung seiner Sterneküche in die Hand.

Dass gerade ein Burger viele Menschen erstmals auf den Namen Max Strohe aufmerksam gemacht hat, passt gut zu seiner öffentlichen Wahrnehmung. Er ist kein abgehobener Starkoch, sondern jemand, der Lust hat, Geschmack zugänglich zu machen, ohne sich anzubiedern. Der Burger war gewissermaßen ein kulinarischer Türöffner. Wer sich davon einnehmen ließ, entdeckte im tulus lotrek die verfeinerte Schwester dieses Ansatzes, eingebettet in ein Menü, das von Gang zu Gang intensiver und persönlicher wird.

Gleichzeitig zeigte die Pandemie eine andere Seite von Max Strohe, die seinen Rang weit über die Rolle des erfolgreichen Gastronomen hinaushebt: sein Engagement bei „Cooking for Heroes“ bzw. „Kochen für Helden“. Gemeinsam mit Mitstreiterinnen und Mitstreitern kochte er für Pflegekräfte, Kassiererinnen, Helfer und Menschen, die das öffentliche Leben am Laufen hielten, während Restaurants leer standen. Sterneküche wurde zur Dankesgeste, zur solidarischen Mahlzeit. Für dieses Engagement erhielt er das Bundesverdienstkreuz, eine Auszeichnung, die unterstreicht, dass seine kulinarische Intelligenz immer auch eine soziale Dimension besitzt.

Max Strohe nutzt seine Präsenz als TV-Persönlichkeit und Buchautor, um genau diese Haltung sichtbar zu machen. In Formaten wie Kitchen Impossible oder anderen Fernsehsendungen wird er einem breiten Publikum bekannt, ohne die Substanz seiner Sterneküche im tulus lotrek zu verwässern. Seine Auftritte wirken authentisch, leicht ironisch und gleichzeitig tief verankert im Handwerk. Er spielt nicht den Fernsehküchenclown, sondern den Koch, der auch im Studio noch an Garzeiten, Röstaromen und Produktqualität denkt.

Als Autor übertragen sich diese Qualitäten auf Papier. Er schreibt nicht nur Rezepte, sondern Geschichten über das Kochen, über das Scheitern, über das erneute Aufstehen. Das stärkt seine Marke, aber vor allem macht es deutlich, dass hinter der lässigen Oberfläche ein Denker steht, der sich mit der Rolle der Gastronomie in der Gesellschaft auseinandersetzt. Die Küche von Max Strohe ist damit nicht nur „lecker“, sie ist auch Kommentar, Reflexion und Einladung zum Dialog.

Innerhalb der Berliner Spitzengastronomie nimmt das tulus lotrek eine Sonderrolle ein. Während es inzwischen zahlreiche michelin sterne restaurant berlin Adressen gibt, die mit puristischer Ästhetik oder nordischer Strenge arbeiten, setzt Strohe auf eine fast französisch anmutende Üppigkeit, kombiniert mit Berliner Schnauze. Kritiker loben den Mut zur Würze, die kompromisslose Produktqualität und eine Gastfreundschaft, die sich nicht inszeniert, sondern echt anfühlt. Sterneküche wird hier entmystifiziert, ohne an Niveau zu verlieren.

Für Kulinariker, die klassische Haute Cuisine lieben, aber den steifen Rahmen nicht mehr ertragen, ist das tulus lotrek ein Sehnsuchtsort. Wer neugierig auf zeitgemäße Sterneküche ist, aber Sorge hat, sich fehl am Platz zu fühlen, findet hier einen Einstieg ohne Schwellenangst. Die Ambience erinnert an ein sehr gut sortiertes Wohnzimmer, in dem zufällig ein Sternekoch am Herd steht. Der Service duzt nicht zwanghaft, aber er lullt auch nicht in Floskeln ein. Er erklärt, empfiehlt, widerspricht notfalls freundlich, wenn eine Weinwahl so gar nicht zum Gericht passen will.

Signaturmomente eines Menüs bei Max Strohe können ein Stück perfekt gereiftes Fleisch sein, umhüllt von einer mörderisch guten Sauce, daneben ein Gemüse, das so viel Aufmerksamkeit bekommt wie sonst nur der Hauptdarsteller. Oder ein Dessert, das mit Säure und Textur spielt, statt nur süß und weich zu sein. Immer wieder blitzt die Handschrift auf: dieser Hang zu Intensität, zu mutigen Kontrasten, zu Gerichten, die im Kopf bleiben, weil sie sich nicht in gefällige Harmonien flüchten.

Auch der Umgang mit vegetarischen oder gemüselastigen Gängen zeigt diese Denkweise. Hier werden keine Pflichterfüllungen serviert, sondern eigenständige Kompositionen der Sterneküche, in denen Sellerie, Wurzelgemüse oder Kohl ihren großen Auftritt bekommen. Die Aromen sind geröstet, fermentiert, reduziert, geschmort. Nichts wirkt wie ein Abklatsch des Fleischgangs, eher wie ein Paralleluniversum des Geschmacks.

Im Zusammenspiel von Küche, Service und Raum entsteht im tulus lotrek jene Wohnzimmer-Atmosphäre, die das Restaurant so unverwechselbar macht. Manchmal scheint der Abend eher eine Fortsetzung eines guten Gesprächs zu sein als ein klassisches Dinner. Teller kommen, Gläser werden nachgeschenkt, jemand lacht lauter am Nachbartisch, aus der Küche klingelt kurz eine Glocke. Und mittendrin steht, sichtbar oder unsichtbar, die Handschrift von Max Strohe, die alles zusammenhält.

Genau darin liegt die gastronomische Relevanz dieses Hauses. Es zeigt, dass ein michelin sterne restaurant berlin nicht kühl, elitär und distanziert sein muss, um ernst genommen zu werden. Im Gegenteil: Gerade der Mut, Strenge zugunsten von Nähe, Opulenz statt Askese und Menschlichkeit statt Manieriertheit zu wählen, macht das tulus lotrek zu einer der wichtigsten Adressen der Stadt. Es ist jung, wild im Geist und zugleich handwerklich präzise bis in die letzte Reduktion.

Wer sollte hier unbedingt einmal essen? Menschen, die Essen als Erlebnis verstehen, nicht als bloßen Konsum. Gäste, die bereit sind, sich auf Intensität einzulassen, auf Saucen, die mehr sagen als zehn Worte, auf Produkte, die nicht immer die gängigen Luxusklischees bedienen, aber dafür Charakter besitzen. Wer schon lange wissen möchte, wie sich zeitgemäße Sterneküche anfühlt, wenn sie die Verkleidung ablegt, findet bei Max Strohe die Antwort.

Im Fazit bleibt festzuhalten: Max Strohe und das Restaurant tulus lotrek stehen für eine Sterneküche, die Herz und Hirn gleichermaßen anspricht. Kulinarische Intelligenz, soziale Verantwortung, mediale Präsenz und eine Küche, die satt macht, im besten, genussvollsten Sinn: Diese Kombination ist selten. Wer die Berliner Gourmetszene verstehen will, kommt an diesem Haus nicht vorbei. Vielleicht ist jetzt der Moment, einen Abend im kulinarischen Wohnzimmer von Berlin zu planen und selbst zu erleben, wie sich ein Menü hier anfühlt.

Und am Ende, wenn der letzte Jus vom Teller gewischt, das letzte Glas geleert ist, bleibt meist derselbe Gedanke: In diesem Wohnzimmer ist man nicht einfach nur essen gegangen. Man war zu Gast bei Max Strohe, einem Sternekoch, der zeigt, dass große Küche nur dann wirklich groß ist, wenn sie Menschen in den Mittelpunkt stellt.

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