Marks and Spencer Group plc, GB0031215220

Marks & Spencer-Aktie: Comeback-Story – lohnt jetzt der Einstieg?

16.02.2026 - 17:42:16

Die Marks & Spencer-Aktie hat sich vom britischen Sorgenkind zum Turnaround-Kandidaten entwickelt. Doch was steckt wirklich hinter dem Kurslauf – und was bedeutet das konkret für deutsche Anleger mit Euro-Depot?

Bottom Line zuerst: Marks and Spencer Group plc hat sich aus einem jahrelangen Abwärtstrend befreit, die Aktie gehört inzwischen zu den spannendsten Retail-Turnaround-Stories an der Londoner Börse. Für deutsche Anleger eröffnet das eine seltene Chance im britischen Dividenden- und Konsumsektor – aber nur, wenn man die Risiken von Pfund, Brexit-Folgen und zyklischem Einzelhandel klar einpreist.

Was Sie jetzt wissen müssen: Der Traditionshändler meldet robustes Wachstum im Lebensmittelgeschäft, arbeitet konsequent an Kosten und Marge und investiert aggressiv in E?Commerce und Filialmodernisierung. Gleichzeitig bleibt das Umfeld mit hoher Inflation, Preisdruck und schwachem UK-Konsum anspruchsvoll – genau hier entscheidet sich, ob der Kursanstieg nachhaltig ist.

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Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs

Marks & Spencer ist für viele deutsche Verbraucher vor allem als britische Kaufhausmarke mit starkem Food-Sortiment bekannt. Börsianer sehen inzwischen vor allem eines: einen klassischen Restrukturierungs- und Margen-Trade, der sich seit einigen Quartalen zunehmend in den Zahlen widerspiegelt.

Nach Jahren der Stagnation und Filialschließungen hat das Management ein umfassendes Transformationsprogramm aufgesetzt: Straffung des Bekleidungsangebots, klare Fokussierung auf margenstarke Segmente, Modernisierung der Läden, Ausbau des Online-Geschäfts und eine Partnerschaft mit Ocado in der Lebensmittellieferung. Genau diese Maßnahmen treiben derzeit die Fantasie am Markt.

Kennzahl Einordnung Bedeutung für Anleger
Umsatzentwicklung (Food) Stabiles, teils über dem Markt liegendes Wachstum Food-Sparte fungiert als defensiver Stabilitätsanker im Portfolio
Umsatzentwicklung (Clothing & Home) Deutliche Verbesserung nach Jahren der Schwäche Hebel für Margensteigerung, wenn Mode-Positionierung gelingt
Profitabilität Operative Marge im Aufwärtstrend durch Kostensenkungen Turnaround-Thesis hängt direkt an der Marge, nicht nur am Umsatz
Verschuldung & Cashflow Verbessert, aber weiter im Fokus wegen Pensionsverpflichtungen Wesentlich für Dividendenfähigkeit und Investitionsspielraum
Dividendenpolitik Rückkehr zu Ausschüttungen nach Restrukturierungsphase Attraktiv für Einkommensinvestoren, insbesondere im Vergleich zu Euro-Werten
Bewertung (KGV/EV-EBIT) Turnaround-Rabatt gegenüber Qualitäts-Retailern teils noch vorhanden Potenzial für Multiple-Expansion bei anhaltender Ergebnisverbesserung

Für deutsche Anleger ist entscheidend: Die Performance von Marks & Spencer korreliert weniger mit DAX-Schwergewichten wie Adidas oder Zalando als mit einem Mix aus defensivem Konsum und britischer Binnenkonjunktur. Wer bereits stark im deutschen Zykliker- oder Tech-Segment engagiert ist, erhält mit M&S einen Diversifikationsbaustein – inklusive Währungshebel auf das britische Pfund.

Allerdings erhöht der GBP-Faktor auch die Volatilität: Ein stärkerer Euro kann Gewinne aus der Aktie teilweise auffressen, während eine Pfund-Aufwertung aus deutscher Sicht zusätzliche Rendite bringt. Im Vergleich zu einer deutschen Lebensmittel- oder Retail-Aktie müssen Investoren daher nicht nur das Geschäftsrisiko, sondern auch das Wechselkursrisiko aktiv managen.

Makro-Umfeld: Inflation, Konsumlaune und Brexit-Nachwehen

Das Marktumfeld für Marks & Spencer bleibt ambivalent. Auf der einen Seite hat sich die hohe Inflation im Vereinigten Königreich etwas beruhigt, was dem Konsum und den Margen hilft. Auf der anderen Seite drücken gestiegene Lebenshaltungskosten weiter auf die Kaufkraft der britischen Mittelschicht – genau jene Zielgruppe, auf die M&S mit Mode und Non-Food-Sortiment zielt.

Hinzu kommen strukturelle Brexit-Effekte: Logistikkosten, Zollformalitäten und Personalengpässe im Handel haben die Kostenseite in den vergangenen Jahren erhöht. Das aktuelle Management versucht, diese Belastungen über Effizienzprogramme und Preismix zu kompensieren. Für Investoren ist die Kernfrage, ob M&S dauerhaft Preissetzungsmacht hat oder ob der Konzern langfristig einen Teil der Mehrkosten selbst tragen muss.

Strategischer Fokus: Lebensmittel als Burggraben

Im Food-Segment setzt Marks & Spencer auf ein Premium-Positioning mit starkem Eigenmarkenanteil. Während traditionelle Kaufhäuser unter Online-Druck geraten, erweist sich das hochwertige Lebensmittelgeschäft als strategischer Burggraben: Es ist weniger online-substituierbar und bietet höhere Kundenloyalität.

Für deutsche Anleger ist das interessant, weil M&S damit in eine ähnliche Kategorie fällt wie defensive Konsumwerte à la Nestlé oder Danone, allerdings mit klarem UK-Fokus und mehr Modenachfrage im Portfolio. In einem gemischten Depot kann die Aktie so einen Mittelweg zwischen defensivem Konsum und zyklischem Handel darstellen.

Digitalisierung & E?Commerce: Aufholen statt Vorpreschen

Im E?Commerce-Bereich kommt Marks & Spencer von hinten, macht aber sichtbare Fortschritte. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren massiv in seine Online-Plattform, App-Funktionalitäten und Omnichannel-Konzepte (Click & Collect, Ship-from-Store) investiert. Besonders im Fashion-Bereich ist der Online-Kanal inzwischen Wachstumstreiber.

Für Investoren bleibt E?Commerce jedoch ein zweischneidiges Schwert: höhere Reichweite, aber auch geringere Margen durch Retouren und Logistikkosten. Entscheidend wird sein, ob M&S eine Kostendisziplin ähnlich effizienter Online-Modehändler erreicht, ohne die Marke zu verwässern.

Relevanz für den deutschen Markt: Wie passt Marks & Spencer ins Euro-Depot?

Deutsche Privatanleger bekommen über die heimischen Börsen vor allem Zugang zu deutschen und US-amerikanischen Blue Chips. Britische Titel wie Marks & Spencer sind im Durchschnitt deutlich unterrepräsentiert – obwohl sie attraktive Dividendenkulturen und andere Konjunkturzyklen bieten.

Die Aktie von Marks & Spencer kann für deutsche Investoren in mehreren Szenarien interessant sein:

  • Turnaround-Case: Wer bereit ist, Restrukturierungsrisiken zu tragen, setzt auf weiter steigende Margen und eine schrittweise Neubewertung durch den Markt.
  • Dividendenstrategie: Einkommensinvestoren, die britische Dividenden schätzen und bereit sind, das Währungsrisiko zu akzeptieren, können M&S als Beimischung nutzen.
  • Defensiver Konsum-Mix: In Kombination mit deutschen oder globalen Konsumwerten dient Marks & Spencer als geografische und währungstechnische Diversifizierung.

Beim Vergleich mit deutschen Retailern ist wichtig: Während Händler wie Zalando stärker vom Online-Sentiment und Modetrends abhängen, steht M&S mit seinem Food-Anteil etwas stabiler. Im Vergleich zu Supermarktketten, die kaum Modegeschäft haben, bleibt aber ein höheres zyklisches Risiko.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Die Einschätzungen der Analysten sind für Turnaround-Stories wie Marks & Spencer besonders relevant, weil sie zeigen, ob der Markt eher an eine kurzfristige Erholung oder an eine strukturelle Neupositionierung glaubt. In den vergangenen Quartalen haben mehrere große Investmentbanken ihre Sicht auf M&S überarbeitet – teils mit deutlichen Anhebungen der Kursziele, teils mit vorsichtigem Abwarten nach der starken Kursentwicklung.

Generell lässt sich aus den verfügbaren Research-Updates folgendes Bild zeichnen:

  • Tendenz der Ratings: Ein spürbarer Teil der Analysten liegt im Bereich "Kaufen" bis "Übergewichten", flankiert von einigen neutralen "Halten"-Empfehlungen. Ausgeprägte "Verkaufen"-Einstufungen sind die Ausnahme.
  • Begründung der Bullen: Fortschritte bei der Profitabilität, ein robuster Food-Bereich, Marktanteilsgewinne und klare Kostenprogramme. Die optimistische Fraktion sieht noch Raum für eine weitere Margenverbesserung und Multiple-Expansion.
  • Begründung der Skeptiker: Die starke Kursrallye der vergangenen Zeit preise einen Großteil des Turnarounds bereits ein. Hinzu kommen Risiken aus schwächelndem britischem Konsum, Wettbewerbsdruck durch Discounter und Supermärkte sowie strukturelle Herausforderungen im Modegeschäft.

Für Anleger aus Deutschland ist vor allem interessant, dass internationale Häuser in ihren DCF- und Peer-Group-Modellen explizit auch Wechselkurs- und Zinsannahmen einpreisen. Wer der Analystenmehrheit folgt, setzt auf einen kontinuierlichen, aber nicht explosionsartigen Hochlauf der Gewinne über die nächsten Jahre – kein High-Growth-Tech-Szenario, sondern eine Konsum-Story mit Disziplinfokus.

Wichtig: Kursziele und Ratings ändern sich regelmäßig mit neuen Quartalszahlen, makroökonomischen Daten und Unternehmensmeldungen. Deutsche Privatinvestoren sollten daher nicht nur auf eine einzelne Studie vertrauen, sondern mehrere Research-Quellen und Finanzplattformen nutzen, um ein aktuelles Gesamtbild zu erhalten.

Chancen-Risiko-Profil für deutsche Anleger

Aus Sicht eines Euro-Investors lässt sich das Chance-Risiko-Verhältnis von Marks & Spencer wie folgt zusammenfassen:

  • Chancen: Fortgesetzter Turnaround mit steigenden Margen, steigende oder stabile Dividenden, mögliche positive Überraschungen beim Wachstum im Food-Segment und Fortschritte im E?Commerce.
  • Risiken: Rückschlag im britischen Konsum, Preisdruck durch Discounter, anhaltender Wettbewerbsdruck im Modegeschäft, strukturelle Handelsprobleme und ein möglicher Gegenwind durch einen stärkeren Euro gegenüber dem Pfund.
  • Korrelation: Niedrigere direkte Verbindung zum DAX, was die Aktie für Diversifikationszwecke interessant macht – allerdings mit zusätzlicher FX-Volatilität.

Wer als deutscher Privatanleger bereits breit in Euro-Konsumwerte und ETFs investiert ist, kann Marks & Spencer als gezielte Satellitenposition im Depot nutzen: klein genug, um das Gesamtrisiko nicht zu dominieren, aber groß genug, um vom Turnaround zu profitieren, falls dieser weiter gelingt.

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