MAN Salzgitter: Standort bis 2035 gesichert
01.02.2026 - 21:42:12Ein Durchbruch für die Belegschaft: Der Lkw-Hersteller MAN und die IG Metall haben den Standort Salzgitter langfristig abgesichert. Der Pakt garantiert den Erhalt des Komponentenwerks, schützt vor betriebsbedingten Kündigungen und bringt neue Investitionen.
Das Ende der Ungewissheit ist für die rund 2.000 Mitarbeiter in Salzgitter ein großer Erfolg. Nach intensiven Verhandlungen steht nun fest: Das traditionsreiche Werk bleibt bis mindestens Ende 2035 ein zentraler Pfeiler im Produktionsnetzwerk von MAN Truck & Bus. Die Einigung beendet eine monatelange Phase der Zukunftsangst und sichert der strukturschwachen Region im Harzvorland tausende hochqualifizierte Arbeitsplätze.
Kern der Einigung: Verlagerung abgewendet
Herzstück des Pakts ist die Rettung der Achsenproduktion. Die Gewerkschaft und der Betriebsrat konnten eine komplette Verlagerung dieser Sparte verhindern. Stattdessen wird ein wesentlicher Teil der Wertschöpfung dauerhaft in Niedersachsen bleiben. Konkret wird die Fertigung essenzieller Teile für nicht angetriebene Achsen – wie Radflansche und Lenkknaggen – über das Jahr 2030 hinaus am Standort fortgeführt.
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Zusätzlich fließt frisches Kapital in die Modernisierung. Die Produktionslinie für die künftige CBE-Kurbelwelle wird neu ausgestattet. Auch der wichtige Bereich Ersatzteillogistik bleibt erhalten. Diese Investitionen stärken die industrielle Zukunftsfähigkeit des Werks erheblich. Für die IG Metall ist dies ein großer Erfolg, der zentrale Fertigungskompetenzen in Deutschland bewahrt.
Einbettung in das „MAN2030+“-Programm
Die Salzgitter-Vereinbarung fügt sich in den größeren Rahmen des Konzernprogramms „MAN2030+“ ein. Dieses sah bereits eine allgemeine Beschäftigungsgarantie für alle deutschen Standorte bis Ende 2035 vor und schloss betriebsbedingte Kündigungen aus. Gleichzeitig plant MAN jedoch, seine Wettbewerbsfähigkeit durch einen sozialverträglichen Personalabbau zu steigern: Bis zu 2.300 Stellen sollen bundesweit in zehn Jahren wegfallen, davon rund 600 in Salzgitter.
Während der übergeordnete Jobschutz also bereits seit Januar feststand, blieb die konkrete Produktionsperspektive für Salzgitter ungeklärt. Die Arbeitnehmervertreter entwickelten daraufhin ein eigenes Zukunftskonzept, um den ihrer Ansicht nach gefährdeten Industriestandort zu retten. Die nun getroffene Einigung füllt diese Lücke mit verbindlichen Produktions- und Investitionszusagen.
Soziale Errungenschaften bleiben unangetastet
Neben der Sicherung von Arbeitsplätzen und Produktionsvolumina bekräftigt der Vertrag auch den bestehenden sozialen Rahmen. Die Tarifverträge bleiben in ihrer Substanz unberührt. Säulen der Sozialpartnerschaft wie Regelungen zu Arbeitszeiten, die etablierten Entgeltsysteme und das Engagement des Unternehmens in der Berufsausbildung wurden gesichert. Dies gibt den Beschäftigten umfassende Planungssicherheit – nicht nur für ihren Job, sondern auch für ihre Arbeitsbedingungen.
Analyse: Blaupause für den Wandel der Nutzfahrzeugbranche
Die Einigung in Salzgitter ist ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie traditionelle Industriestandorte den disruptiven Druck durch Dekarbonisierung und Elektrifizierung meistern können. Während MANs Mutterkonzern TRATON massiv auf batterieelektrische Fahrzeuge setzt, zeigt dieser Deal einen pragmatischen Umgang mit der langen Lebensdauer der Verbrennertechnologie.
Indem die Produktion konventioneller Schlüsselkomponenten für das nächste Jahrzehnt gesichert wird, anerkennt MAN die anhaltende Marktnachfrage. Gleichzeitig schafft das Unternehmen für seine Belegschaft einen stabilen Planungshorizont. Der Fall unterstreicht zudem den einflussreichen Gestaltungswillen der deutschen Arbeitnehmervertretungen. Statt betriebliche Restrukturierungspläne einfach hinzunehmen, brachten Betriebsrat und IG Metall mit einem eigenen Konzept erfolgreich Gegenwehr.
Ausblick: Fokus liegt nun auf der Umsetzung
Mit der vertraglich fixierten Standort- und Beschäftigungsgarantie bis 2035 kann sich der Fokus in Salzgitter auf die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen richten. Die anstehenden Investitionen in die Kurbelwellenfertigung werden ein wichtiger Meilenstein der Modernisierung sein. Für die Mitarbeiter bedeutet der Deal beispiellose Langzeitsicherheit. Das Abkommen sieht sogar eine mögliche Verlängerung der Jobgarantie bis Ende 2040 vor – abhängig von der Geschäftsentwicklung des Konzerns.
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