KSV1870: Firmenpleiten bleiben 2026 auf Rekordniveau
02.01.2026 - 19:53:12Die Insolvenzzahlen in Österreich bleiben auf hohem Niveau, angetrieben von einer Krise im Bau- und Immobiliensektor. Für 2026 wird keine Entspannung erwartet.
Die Insolvenzzahlen in Österreich bleiben hoch. Das zeigt die Jahresbilanz 2025 des Kreditschutzverbands KSV1870. Für 2026 erwarten die Experten keine Entspannung.
Besonders die Bau- und Immobilienbranche steckt in einer tiefen Krise. Die Insolvenzen im Grundstücks- und Wohnungswesen explodierten im Vorjahr um 38 Prozent. „Eine Trendwende ist nicht in Sicht“, lautet die klare Botschaft der Gläubigerschützer.
Immobilienkrise treibt Insolvenzwelle an
Die Gesamtzahl der Firmenpleiten stieg 2025 um 4,1 Prozent auf 6.857 Fälle. Zwar sanken die Verbindlichkeiten auf 8,38 Milliarden Euro – das ist aber nur eine statistische Beruhigung. Der Rückgang kommt vor allem durch das Ausbleiben von Mega-Pleiten wie der des Signa-Konzerns zustande.
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Die wahre Dramatik spielt sich in der Breite der Wirtschaft ab:
* Grundstücks- und Wohnungswesen: 458 Insolvenzen (+38%)
* Bauwirtschaft: 1.089 Insolvenzen (+2%)
* Handel: 1.208 Insolvenzen
„Die Krise ist von den Bauunternehmen nun voll auf die Projektentwickler durchgeschlagen“, analysiert der KSV1870. Regionen mit hoher Bautätigkeit wie Salzburg oder Oberösterreich verzeichnen überdurchschnittliche Zuwächse.
Aktueller Warnschuss: Millionenpleite zum Jahresstart
Wie brisant die Lage bleibt, beweist ein Fall vom ersten Werktag des Jahres. Über die Vermögen der Da Vinci Waldgarten GmbH wurde ein Sanierungsverfahren eröffnet. Das Unternehmen ist mit Passiva von rund 26,6 Millionen Euro insolvent.
Hintergrund ist das Immobilienprojekt „Waldgarten“ in St. Pölten. Der geplante Abverkauf von Reihenhäusern stockte – ein typisches Problem in der aktuellen Marktlage. Fertige Projekte finden keine Käufer, weil die Finanzierungskosten zu hoch sind.
„Zombie-Firmen“ verschwinden lautlos
Ein alarmierendes Detail der Statistik: Die Zahl der Insolvenzanträge, die mangels Masse nicht eröffnet wurden, stieg um 8,5 Prozent. Über 2.600 Firmen waren so „leer“, dass nicht einmal die Verfahrenskosten gedeckt werden konnten.
Für Gläubiger ist das das schlechteste Szenario. Sie bleiben auf ihren Forderungen sitzen. Experten sehen darin eine späte Folge der Corona-Hilfen und der Niedrigzinsphase. Viele Betriebe wurden künstlich am Leben erhalten – jetzt holt sie die Realität ein.
Warum 2026 kein Entspannungsjahr wird
Der KSV1870 dämpft alle Hoffnungen auf eine schnelle Besserung. Die Prognose für 2026: Stagnation auf dem hohen Niveau. Drei Faktoren halten die Pleitewelle am Laufen:
- Hohe Zinsen: Erwartete Leitzinssenkungen kommen für viele Unternehmen zu spät, besonders bei Refinanzierungen.
- Kaufzurückhaltung: Private Haushalte zögern bei Immobilienkäufen wegen hoher Lebenshaltungskosten und strenger Kreditregeln.
- Marktbereinigung: Der schmerzhafte Anpassungsprozess in der Immobilienbranche ist noch lange nicht abgeschlossen.
Die Immobilienkrise hat einen fundamentalen Unterschied zu früheren Wirtschaftsdellen: Sie ist bilanzgetrieben. Fallen die Bewertungen der Assets, folgt die Überschuldung oft zwangsläufig – unabhängig vom operativen Geschäft.
Für Unternehmen heißt die Devise jetzt: Liquidität sichern und die Bonität von Geschäftspartnern genau prüfen. Die Gefahr von Ketteninsolvenzen ist so hoch wie lange nicht.
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