Krisenchat: Digitale Soforthilfe für junge Menschen in Not
29.01.2026 - 19:52:12Krisenchat bietet Kindern und Jugendlichen anonyme psychologische Hilfe per Chat. Das Berliner Social Start-up schließt seit 2020 eine kritische Lücke im Hilfesystem. Junge Menschen bis 25 erhalten hier rund um die Uhr kostenlose Erstberatung – direkt über WhatsApp oder die Website.
Mehr als die Hälfte der Hilfesuchenden spricht hier zum ersten Mal über ihre Probleme. Die Hemmschwelle ist niedrig: Statt Termine und Wartezeiten gibt es sofortigen Kontakt zu einem geschulten Gesprächspartner.
Wie die Chat-Hilfe funktioniert
Im Gegensatz zu Chatbots setzt Krisenchat auf echte Menschen. Über 400 ehrenamtliche Berater in psychosozialen Ausbildungen werden von mehr als 100 festen Mitarbeitern unterstützt und geschult.
Passend zum Thema Krisenhilfe per Chat – viele Jugendliche nutzen WhatsApp, ohne sich der Datenschutz- und Privatsphären-Risiken bewusst zu sein. Ein kostenloses Sicherheitspaket erklärt die 5 wichtigsten Schutzmaßnahmen für Android‑Smartphones (WhatsApp‑Privatsphäre, App‑Berechtigungen, automatische Updates, Backup und Sperrmethoden) und zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Anonymität und Daten schützen können. Kostenlos als PDF per E‑Mail. Gratis‑Sicherheitscheck fürs Android‑Smartphone sichern
Die Themen sind vielfältig:
* Alltagssorgen: Schulstress, Liebeskummer, Mobbing
* Ernste Krisen: Suizidgedanken, selbstverletzendes Verhalten, Gewalterfahrungen
Für akute Lebensgefahr steht eine spezielle Rufbereitschaft bereit, die im Notfall auch die Polizei einschalten kann. Die Plattform versteht sich klar als psychosoziale Ersthilfe und vermittelt bei Bedarf an längerfristige Therapieangebote.
Warum der Bedarf so groß ist
Psychische Belastungen bei Jugendlichen nehmen zu. Krisenchat reagiert auf diese Lücke und führt monatlich etwa 4.000 neue Gespräche. Pro Jahr sind es über 50.000 Beratungen – das macht den Dienst zum größten digitalen Hilfsangebot seiner Art in Deutschland.
Die Organisation geht auch gezielt auf schwer erreichbare Gruppen zu:
* Ein Projekt mit der Techniker Krankenkasse (TK) spricht Jungen und junge Männer auf Plattformen wie Instagram und Twitch an.
* Seit 2022 gibt es ein Angebot auf Ukrainisch und Russisch für kriegsbetroffene Jugendliche.
Ein Lotse im komplexen Hilfesystem
Die Digitalisierung verändert die Gesundheitsversorgung. Krisenchat erreicht auch jene, die durch das Raster klassischer Angebote fallen. Eine Evaluation durch das Bundesministerium für Gesundheit hat das Pilotprojekt bereits untersucht.
Die Wirksamkeit scheint hoch: 88 Prozent der Nutzer würden den Dienst weiterempfehlen. Finanziert wird die gemeinnützige GmbH durch Spenden und Fördermittel. Die Zukunft soll den weiteren Ausbau präventiver Inhalte auf Social Media und den nachhaltigen Einbau solcher Angebote in das Gesundheitssystem bringen.


