Kongsberg, Roboter-Waffensysteme

Kongsberg liefert Hunderte Roboter-Waffensysteme für Deutschland und Schweden

09.02.2026 - 07:02:12

Der norwegische Rüstungskonzern liefert hunderte ferngesteuerte Waffenstationen an Deutschland und Schweden. Der Auftrag stärkt die militärische Zusammenarbeit und setzt auf Standardisierung sowie Drohnenabwehr.

Der norwegische Rüstungskonzern Kongsberg sichert sich einen Großauftrag über 140 Millionen Euro. Hunderte ferngesteuerte Waffenstationen sollen deutsche und schwedische Panzerfahrzeuge modernisieren – ein Schritt mit strategischer Signalwirkung für Europas Verteidigung.

Kongsberg und der finnische Rüstungsbauer Patria haben den Vertrag am 6. Februar unterzeichnet. Er sieht die Lieferung mehrerer Hundert PROTECTOR RS4 Remote Weapon Stations (RWS) vor. Die hochmodernen Systeme werden in das gemeinsame Common Armoured Vehicle System (CAVS) der beiden Nationen integriert, einen sechsrädrigen gepanzerten Transportwagen von Patria.

Standardisierung für mehr Kampfkraft

Der Deal ist ein Meilenstein für die militärische Zusammenarbeit in Europa. Deutschland und Schweden rüsten damit ihre gemeinsame Fahrzeugplattform mit identischer Technik aus. Das schafft volle Interoperabilität: Bei gemeinsamen Einsätzen können Soldaten beider Länder nahtlos zusammenarbeiten, weil Ausbildung, Wartung und Logistik vereinheitlicht sind.

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„Diese Vereinbarung etabliert die RS4 als Standardkonfiguration für die multinationale CAVS-Flotte“, erklärt Kjetil Reiten Myhra, Vorstand bei Kongsberg Defence & Aerospace. Der Vertrag beinhalte zudem Optionen auf erhebliche Nachbestellungen bis 2026 und darüber hinaus – ein klares Zeichen für eine langfristige Partnerschaft.

Die Technik: Schutz durch Distanz

Das Herzstück des Deals ist die PROTECTOR RS4. Die ferngesteuerte Waffenstation erlaubt es der Besatzung, Ziele zu erfassen und zu bekämpfen, ohne den Schutz des Fahrzeugs verlassen zu müssen. Das erhöht die Überlebensfähigkeit im Gefecht erheblich.

Die für Deutschland und Schweden bestimmte Version ist eine modernisierte „Nordic-Konfiguration“. Ihr Markenzeichen ist Vielseitigkeit: Sie kann verschiedene Maschinengewehre und Effektoren tragen. Hochauflösende Wärmebild- und Tagkameras sorgen für Aufklärung bei jedem Wetter und zu jeder Tageszeit.

Besonders zukunftsweisend ist die modulare Architektur. Sie erlaubt späteres Nachrüsten, etwa mit Abwehrsystemen gegen Drohnen (C-UAS). Damit reagiert Kongsberg direkt auf eine der größten Bedrohungen moderner Schlachtfelder: kleine, preiswerte Kampfdrohnen.

Ein Programm, viele Partner

Hinter dem Kauf steht das CAVS-Programm, das von Patria geleitet wird. Beteiligt sind neben Deutschland und Schweden auch Finnland und Lettland. Ziel ist eine kosteneffiziente, leistungsstarke Lösung für gepanzerte Fahrzeuge.

Deutschland treibt das Programm mit großen Plänen voran: Über 800 Einheiten sollen die in die Jahre gekommenen Fuchs-Transportpanzer ersetzen. Diese Masse schafft Skaleneffekte und macht die Plattform auch für weitere Nationen attraktiv. Die Standardisierung der Bewaffnung mit Kongsberg-Systemen könnte so zum europäischen Modell werden.

Strategisches Signal in unsicheren Zeiten

Der 140-Millionen-Euro-Vertrag ist mehr als ein Rüstungsgeschäft. Er ist ein strategisches Bündnis zwischen zwei wichtigen europäischen Militärmächten und einem führenden Technologieanbieter. Für Kongsberg festigt er die Marktführerschaft bei ferngesteuerten Waffensystemen.

Für die Bundeswehr und die schwedischen Streitkräfte bedeutet er einen Technologiesprung. Die Betonung von Drohnenabwehr zeigt, dass die Lehren aus aktuellen Konflikten gezogen wurden. In einer Zeit, in Europa seine Verteidigungsfähigkeit stärken muss, setzt diese Kooperation ein deutliches Zeichen für Einheit und Schlagkraft.

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