Kone, Oyj

Kone Oyj: Wie der Aufzugsspezialist mit digitaler Plattformstrategie die Städte der Zukunft definiert

14.01.2026 - 21:42:09

Kone Oyj entwickelt sich vom klassischen Aufzugbauer zum datengetriebenen Plattformanbieter für urbane Mobilität. Ein Deep Dive in Technologie, Wettbewerb und Bedeutung für die Kone Aktie.

Aufzüge werden zur Plattform: Warum Kone Oyj gerade jetzt spannend ist

Aufzüge und Rolltreppen galten jahrzehntelang als klassische, weitgehend ausentwickelte Gebäudetechnik. Doch mit der Verdichtung der Städte, dem Trend zu Smart Buildings und strengen Klimazielen entsteht ein neuer, digitaler Infrastrukturmarkt – und genau hier positioniert sich Kone Oyj. Das finnische Unternehmen zählt weltweit zu den führenden Anbietern für Aufzüge, Rolltreppen, automatische Türen und vernetzte Gebäudelösungen. Die eigentliche Disruption: Kone Oyj versteht diese Produkte längst nicht mehr als isolierte Hardware, sondern als Teil einer digitalen Service- und Datenplattform.

Das Kerngeschäft – die sichere und effiziente vertikale Personenbeförderung – bleibt unverändert. Aber die Art und Weise, wie Aufzüge geplant, betrieben, überwacht und in Gebäudesysteme integriert werden, wandelt sich tiefgreifend. Für Immobilienbetreiber, Smart-City-Planer und Facility-Management-Unternehmen wird Kone Oyj damit zu einem strategischen Technologiepartner, nicht nur zu einem Lieferanten von Stahl und Seilen.

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Das Flaggschiff im Detail: Kone Oyj

Unter dem Markendach Kone Oyj bündelt das Unternehmen eine ganze Palette an Systemen und Services für urbane Mobilität: von kompakten Aufzügen für Wohngebäude über Hochleistungsanlagen für Wolkenkratzer bis hin zu Rolltreppen, automatischen Türen und Gate-Systemen für Bahnhöfe, Flughäfen und Shoppingcenter. Im Zentrum steht eine konsequent digitalisierte Produktarchitektur.

Ein Kernbaustein ist die KONE EcoDisc-Antriebstechnologie, die seit Jahren als Effizienzbenchmark gilt. Moderne EcoDisc-Motoren sind deutlich kompakter als klassische Getriebeantriebe und ermöglichen maschinenraumlose Aufzüge – ein wichtiger Vorteil in dicht bebauten Innenstädten, in denen jeder Quadratmeter Mietfläche zählt. Gleichzeitig reduziert die Technik den Energieverbrauch teilweise um mehr als ein Drittel gegenüber älteren Installationen, was in Gewerbeimmobilien direkte Auswirkungen auf Betriebskosten und ESG-Ratings hat.

Noch spannender aus Innovationssicht ist jedoch die digitale Schicht über der Hardware. Mit KONE 24/7 Connected Services hat Kone Oyj in den vergangenen Jahren eine IoT-Plattform etabliert, die Aufzüge und Rolltreppen permanent überwacht. Sensoren erfassen Schwingungen, Türzyklen, Fahrzeiten, Temperaturverläufe und zahlreiche weitere Betriebsdaten. Diese Daten werden in Echtzeit in die Cloud übertragen, wo KI-Algorithmen Anomalien erkennen und Wartungsbedarfe prognostizieren.

Aus operativer Sicht bedeutet das: anstelle starrer, zeitbasierter Wartungsintervalle können Serviceeinsätze zustandsorientiert geplant werden. Betreiber profitieren von höherer Verfügbarkeit, reduzierten Störungen und oftmals längeren Lebenszyklen der Komponenten. Für Kone Oyj schafft die Plattform darüber hinaus einen kontinuierlichen Kundenzugang und wiederkehrende digitale Erlösströme – ein wichtiger Schritt weg vom zyklischen Projektgeschäft hin zu planbaren Serviceumsätzen.

Ein weiterer Innovationsbaustein ist das KONE DX-Portfolio (Digital Experience). Hier integriert Kone Oyj offene Schnittstellen (APIs), Konnektivität und digitale Services direkt in die Aufzüge. Kunden können beispielsweise Touchless-Aufrufsysteme, Smartphone-basierten Zugang, personalisierte Fahrprofile oder Integrationen mit Zutrittskontroll- und Buchungssystemen nutzen. Für Projektentwickler und große Immobilienportfolios wird der Aufzug damit Teil eines umfassenden Smart Building Operating Systems.

Kone Oyj verfolgt in diesem Kontext konsequent die Strategie einer offenen Plattform. Über APIs können Drittanbieter – etwa PropTech-Start-ups, Parkraummanagement-Lösungen oder Workplace-Apps – auf bestimmte Aufzugsfunktionen zugreifen, wenn dies vom Betreiber freigegeben wird. Das erweitert den Funktionsumfang der Anlagen, ohne dass Kone jede Anwendung selbst entwickeln muss. Gleichzeitig erhöht es die technologische Lock-in-Wirkung zugunsten des Herstellers: Wer seine Gebäudeprozesse über die Kone Plattform orchestriert, wird seltener den Anbieter wechseln.

Komplementär dazu investiert Kone Oyj massiv in Benutzererlebnis und Design. Individuelle Kabinengestaltung, dynamische Beleuchtung, integrierte Displays für Wegeleitung, Medien- oder Sicherheitsinformationen sowie akustisches Feedback sind mittlerweile ein eigener Differenzierungsfaktor – insbesondere bei Premiummietflächen. Das Unternehmen positioniert seine Aufzüge damit nicht nur als Transportmittel, sondern als Teil der Marken- und Serviceerfahrung eines Gebäudes.

Auch im Nachhaltigkeitskontext schärft Kone Oyj seine Produktstrategie. Energieeffiziente Antriebe, regenerative Rückgewinnungssysteme, langlebige Komponenten und die Möglichkeit, bestehende Anlagen über Modernisierungspakete auf den aktuellen Stand zu bringen, zahlen auf die Dekarbonisierung von Gebäudebeständen ein. Für institutionelle Investoren und Betreiber großer Portfolios – vom Bürohochhaus bis zur Wohnungsbaugesellschaft – wird dies angesichts zunehmender Regulierung und ESG-Reportingpflichten zum zentralen Auswahlkriterium.

Der Wettbewerb: Kone Aktie gegen den Rest

Im globalen Markt für Aufzüge und Rolltreppen tritt Kone Oyj in einem Oligopol an. Die direkten Rivalen sind vor allem Otis Worldwide, Schindler und TK Elevator. Alle drei verfolgen wie Kone eine Strategie hin zu digitalen Serviceplattformen – mit teils ähnlichen, aber unterschiedlich stark integrierten Angeboten.

Im direkten Vergleich zu Otis Gen2 und Gen3-Aufzugssystemen betont Otis seine eigene IoT-Lösung „Otis ONE“ und die lange installierte Basis insbesondere in Nordamerika. Die Gen2/Gen3-Produktfamilie ist für Zuverlässigkeit und Modernisierungsfähigkeit bekannt und wird häufig in Bestandsgebäuden nachgerüstet. Kone Oyj punktet hier mit dem DX-Portfolio und einer besonders starken Energieeffizienz, sowie mit seiner frühzeitig aufgesetzten IoT-Servicearchitektur. Während Otis Gen2/Gen3 vor allem in klassischen Modernisierungsprojekten dominiert, zielt Kone Oyj stärker auf digital gestützte Operator-Modelle und datenbasierte Serviceverträge ab.

Im direkten Vergleich zum Schindler PORT und Schindler 7000 zeigt sich ein anderer Fokus. Schindler hat mit seinem PORT-System früh eine eigene Destination-Control-Technologie etabliert, die den Personenfluss in Hochhäusern optimiert. Schindler 7000 wiederum adressiert den Hochhaus- und Megatall-Sektor mit leistungsstarken Systemen. Kone Oyj hält mit eigenen Hochhauslösungen und intelligenten Steuerungen dagegen, verbindet diese jedoch konsequent mit der offenen API-Strategie und der DX-Baureihe. Während Schindler PORT als proprietäre Lösung stark in vertikalen Gesamtprojekten punktet, bietet Kone Oyj Projektentwicklern mehr Flexibilität, externe digitale Services in die Aufzugsinfrastruktur einzubinden.

Im direkten Vergleich zu den Lösungen von TK Elevator, etwa TWIN und MULTI, zeigt sich der Innovationsdruck im Hochsegment besonders deutlich. TK Elevator setzt mit dem seillosen MULTI-Konzept und dem TWIN-System (zwei Kabinen im selben Schacht) auf außergewöhnliche Architekturlösungen und maximale Schachtausnutzung. Kone Oyj konzentriert sich auf technisch evolutionäre, hochzuverlässige Systeme mit starkem Fokus auf Energieeffizienz, Sicherheit und digitale Integration. Für viele Investoren und Betreiber ist diese pragmatischere Technologie-Roadmap leichter bewertbar und führt zu geringeren Implementierungsrisiken.

In Summe bewegt sich Kone Oyj also in einem Markt, in dem technologische Differenzierung subtil, aber strategisch hochrelevant ist. Effizienzkennzahlen, Datenintegration, Offenheit der Plattform, Servicequalität und Verfügbarkeit qualifizierter Techniker sind mindestens so wichtig wie physische Spezifikationen von Motoren, Seilen oder Kabinen. Der Wettbewerb gewinnt immer stärker den Charakter eines Plattform- und Ökosystemrennens.

Warum Kone Oyj die Nase vorn hat

Was verschafft Kone Oyj im direkten Wettbewerb Vorteile? Aus Technologie- und Business-Perspektive stechen mehrere Punkte hervor, die dem Unternehmen aktuell Rückenwind geben.

1. Konsequent durchdeklinierte Plattformstrategie
Kone Oyj betrachtet seine Produkte durchgängig als Teil einer vernetzten Plattform – von der Planung über die Installation bis zum Betrieb. Die KONE 24/7 Connected Services und das DX-Portfolio sind dabei nicht nur Add-ons, sondern integrale Bestandteile der Produktarchitektur. Für Betreiber bedeutet das: weniger Insellösungen, mehr End-to-End-Transparenz über den gesamten Lebenszyklus der Anlagen.

Im Gegensatz zu manch einem Wettbewerber, der digitale Services vor allem marketinggetrieben auf bestehende Produktlinien aufsetzt, integriert Kone Oyj Sensorik, Konnektivität und Datenmodelle tief in Entwicklung und Serviceprozesse. Das ermöglicht eine feinere Granularität bei Predictive Maintenance, eine engere Verzahnung mit Ersatzteillogistik und eine realistischere Lebenszyklusplanung für Großportfolios.

2. Starke Position im ESG- und Modernisierungsmarkt
Gebäude sind mit Abstand einer der größten CO?-Emittenten. Regulatorik, Energiepreise und ESG-Anforderungen sorgen dafür, dass die Modernisierung des Bestands – nicht nur der Neubau – zum Milliardenmarkt wird. Hier hat Kone Oyj mit seinen Modernisierungspaketen, energieeffizienten Antrieben und digitalen Servicekonzepten ein schlüssiges Angebot, das über reine Komponentenmodernisierung hinausgeht.

Aufzugssanierungen lassen sich häufig vergleichsweise schnell realisieren, beeinflussen Energieverbrauch und Nutzerzufriedenheit unmittelbar und zahlen direkt auf ESG-Kennzahlen ein. Kone Oyj adressiert dieses Feld mit standardisierten, aber flexibel kombinierbaren Lösungen, die sich für große Eigentümerportfolios skalieren lassen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Hersteller langfristig als strategischer Partner verankert wird.

3. Offenheit und Integrationsfähigkeit als USP
Während einige Wettbewerber stark auf proprietäre Ökosysteme setzen, verfolgt Kone Oyj den Ansatz offener Schnittstellen. APIs und standardisierte Integrationspunkte ermöglichen die Anbindung von PropTech-Plattformen, Facility-Management-Lösungen, Sicherheits- und Zutrittssystemen sowie mobilen Nutzer-Apps. Für Betreiber, die ihre Gebäude als digitale Produkte denken, ist diese Offenheit ein starkes Argument zugunsten von Kone.

Beispielsweise können Arbeitsplatz-Apps aus dem Corporate-Umfeld – etwa für Desk-Booking, Besucherverwaltung oder Parkraummanagement – direkt mit Kone-Systemen interagieren: der Aufzug weiß, wohin ein Gast fahren darf, Zugangsrechte sind zeitlich limitiert, Fahrten können vorgebucht oder priorisiert werden. Solche nahtlosen Nutzererlebnisse erhöhen die Attraktivität von Büroflächen und verbessern gleichzeitig Sicherheits- und Auslastungsmetriken.

4. Nutzerzentriertes Design und Markenwahrnehmung
Für Architektur- und Immobilienmarken spielt die wahrgenommene Qualität der vertikalen Mobilität eine Rolle, die über rein technische Spezifikationen hinausgeht. Kone Oyj investiert sichtbar in Kabinendesign, Ambientelicht, intuitive Bedienelemente und Informationsdisplays. Aufzüge werden damit zu einem physischen Berührungspunkt, an dem sich die Markenidentität eines Gebäudes oder eines Unternehmens manifestiert – ähnlich wie Lobby, Empfang oder Signaletik.

Gerade in Premiumobjekten oder gemischt genutzten Quartieren kann dies zum Differenzierungsmerkmal werden. Wer die Wahl zwischen zwei vergleichbaren Büroflächen hat, achtet zunehmend auf Komfort, Wartezeiten, Orientierung und Gesamterlebnis. Kone Oyj positioniert sich mit seinen DX-Lösungen genau in diesem Spannungsfeld von Design, Funktionalität und digitaler Erweiterbarkeit.

5. Skalierbarer Service und globale Präsenz
Mit einer breiten installierten Basis und starken Serviceorganisationen in Europa, Asien und Nordamerika ist Kone Oyj für global agierende Immobilieninvestoren ein verlässlicher Partner. Service-Level-Agreements, Remote-Monitoring und standardisierte Prozesse ermöglichen es, große Portfolios über Ländergrenzen hinweg mit einheitlicher Qualität zu betreiben. Die Kombination aus globaler Präsenz und digitalem Backbone ist ein Wettbewerbsvorteil gegenüber regional fokussierten Anbietern.

Bedeutung für Aktie und Unternehmen

Der technologische Kurs von Kone Oyj spiegelt sich auch in der Wahrnehmung der Kone Aktie an den Finanzmärkten wider. Investoren betrachten den Konzern längst nicht mehr nur als klassischen Industriewert, sondern zunehmend als hybriden Player zwischen Maschinenbau, Infrastruktur und Software-getriebenen Services.

Zum angegebenen Recherchezeitpunkt zeigen aktuelle Börsendaten für die Kone Aktie (ISIN FI0009013403) ein Bild, das den Transformationspfad des Unternehmens widerspiegelt. Die aktuell relevanten Kursinformationen stammen aus öffentlich zugänglichen Finanzportalen wie Yahoo Finance und MarketWatch. Beide Quellen weisen auf den jüngsten Schlusskurs hin, da der europäische Handel zum Abfragezeitpunkt nicht geöffnet war. Anstelle von Echtzeitnotierungen werden somit die zuletzt festgestellten Kurswerte ausgewiesen, die als Referenz für die aktuelle Bewertung dienen. Diese Daten zeigen, wie der Markt die Kombination aus traditionellem Anlagenbau und wachsendem Service- und Plattformgeschäft bepreist.

Strukturell ist klar: Der Anteil des Servicegeschäfts – also Wartung, Modernisierung und digitale Services – ist für Kone Oyj zunehmend der wichtigste Ergebnishebel. Margenstarke Wartungsverträge, wiederkehrende Erlöse aus vernetzten Services und Upgrades innerhalb der DX- und IoT-Plattformen stabilisieren die Cashflows und machen das Unternehmen weniger abhängig vom konjunktursensiblen Neuanlagengeschäft. Genau diese Verschiebung honorieren Anleger typischerweise durch höhere Bewertungsmultiplikatoren.

Der Erfolg der digitalen Produktfamilien von Kone Oyj wirkt sich damit direkt auf die Investmentstory der Kone Aktie aus. Gelingt es dem Konzern, die installierte Basis in hoher Geschwindigkeit an die IoT-Services anzubinden und die Modernisierungsquote im Bestand weltweit zu erhöhen, wächst der Anteil planbarer, wiederkehrender Umsätze. Gleichzeitig stärkt die Plattformstrategie die Kundenbindung und erschwert Wettbewerbern den Zugang zu bestehenden Objekten.

Risiken bleiben: Der Aufzugsmarkt ist kapitalintensiv, die Abhängigkeit von Projektzyklen im Neubaugeschäft – insbesondere in Asien – kann in Abschwungphasen auf die Auftragslage drücken. Zudem stehen alle Hersteller vor steigenden Anforderungen in Bezug auf Cybersecurity, Datenschutz und Regulierung, wenn Aufzüge und Gebäude immer stärker vernetzt werden. Fehlkonfigurationen oder Sicherheitslücken in der Gebäudetechnik können nicht nur Imageschäden, sondern im Ernstfall auch juristische Konsequenzen nach sich ziehen.

Für die Kone Aktie bedeutet das: Investoren müssen die technologische Roadmap von Kone Oyj eng verfolgen. Entscheidend ist, ob der Konzern seine Vorreiterrolle im Bereich vernetzter Services, offener Plattformen und ESG-orientierter Modernisierung in profitable Skalierung übersetzen kann. Die Grundlage dafür ist gelegt – durch die Kombination aus etablierter Hardwarekompetenz, wachsendem digitalen Ökosystem und einer klaren Positionierung im Smart-Building-Kontext.

Aus Sicht von Projektentwicklern, Betreibern und Facility-Managern ist Kone Oyj damit mehr als nur ein weiterer Anbieter von Aufzügen. Das Unternehmen entwickelt sich zu einem zentralen Baustein moderner Gebäudeinfrastruktur – mit direktem Einfluss auf Nutzererlebnis, Betriebskosten, Nachhaltigkeitskennzahlen und letztlich auch auf die Wirtschaftlichkeit und Bewertung von Immobilienportfolios. Genau diese Schnittstelle zwischen physischer Infrastruktur und digitaler Wertschöpfung macht Kone Oyj technologisch wie finanziell zu einem der spannendsten Player im Markt für urbane Mobilität.

@ ad-hoc-news.de | FI0009013403 KONE