Kommunen, Datenpannen-Stress

Kommunen im Datenpannen-Stress: DSGVO-Fristen fordern Krisenpläne

03.02.2026 - 01:01:12

Städte und Gemeinden sind zunehmend Ziel von Hackerangriffen und müssen Datenlecks binnen 72 Stunden melden. Der Vorfall in Schorndorf zeigt die Notwendigkeit professioneller Notfallpläne.

Deutsche Städte kämpfen mit Cyberangriffen – und müssen Datenlecks binnen 72 Stunden melden. Der jüngste IT-Sicherheitsvorfall bei der Stadtverwaltung Schorndorf zeigt erneut, wie verwundbar Kommunen sind. Dabei stellt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) die Rathäuser vor enorme Herausforderungen.

Bei dem Vorfall Ende Januar wurden Nutzer eines externen Ticketportals auf eine fremde Seite umgeleitet. Daten von rund 20.000 Personen könnten betroffen sein. Solche Vorfälle sind längst keine Seltenheit mehr. Sie verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf für ein professionelles Datenpannen-Management.

Cyberangriffe: Kommunen als lukrative Ziele

Städte und Gemeinden horten eine Fülle sensibler Bürgerdaten – und rücken damit ins Visier von Kriminellen. Die Angriffsmethoden werden immer raffinierter.

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Neben gezielten Hackerangriffen, wie mutmaßlich jüngst in Heinsberg, führen oft simple interne Fehler zu meldepflichtigen Vorfällen. Der Verlust eines Dienst-Laptops oder eine falsch adressierte E-Mail können bereits eine Datenschutzverletzung darstellen. Die Folgen für die betroffenen Bürger und das Vertrauen in die Verwaltung sind gravierend.

Die DSGVO-Uhr tickt: 72 Stunden für die Meldepflicht

Seit 2018 verschärft die europäische Datenschutz-Grundverordnung die Regeln. Artikel 33 DSGVO setzt Kommunen unter enormen Zeitdruck.

Sobald eine Datenpanne bekannt wird, beginnt der Countdown. Innerhalb von 72 Stunden muss die zuständige Aufsichtsbehörde informiert werden. Eine Ausnahme gilt nur, wenn kein Risiko für die Bürger besteht. Diese Einschätzung muss die Kommune jedoch selbst treffen – und zwar schnell.

Die Meldung muss detailliert sein: Art der Daten, Anzahl Betroffener, wahrscheinliche Folgen und geplante Gegenmaßnahmen. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Proaktiver Schutz: Mehr als nur Feuerwehr

Effektives Management beginnt lange vor der Krise. Es braucht einen klaren Plan, der Prävention, Erkennung und Reaktion verbindet.

Technische Schutzmaßnahmen wie Firewalls und Verschlüsselung sind das Fundament. Mindestens genauso wichtig ist die Schulung der Mitarbeiter. Sie sind die erste Verteidigungslinie gegen Phishing-Angriffe und müssen wissen, wie sie im Ernstfall reagieren.

Ein interner Notfallplan legt fest, wer im Krisenfall was zu tun hat. Wer informiert die Behörde? Wer kommuniziert mit den Bürgern? Diese Fragen dürfen im Ernstfall nicht erst diskutiert werden.

Im Spannungsfeld: Datenschutz vs. Digitalisierung

Die Lage wird durch neue Gesetze zusätzlich verkompliziert. Ende Januar wurde im Bundestag über den neuen EU Data Act diskutiert. Die Abgrenzung zur DSGVO ist in der Praxis oft schwierig.

Gleichzeitig fordern Stimmen aus der Politik eine Lockerung des Datenschutzes, um Verwaltungsprozesse zu beschleunigen. Wohlfahrtsverbände warnen vor Nachteilen für schutzbedürftige Personen. Die Kommunen stehen im Dilemma: Sie sollen digitaler werden, die Daten schützen und sich gegen Hacker wehren.

Digitale Resilienz als Zukunftsschlüssel

Die jüngsten Vorfälle machen klar: Datenschutz ist keine lästige Pflichtübung, sondern eine Kernaufgabe. Der Fokus muss auf dem Aufbau einer umfassenden digitalen Resilienz liegen.

Das erfordert kontinuierliche Investitionen in Technik und vor allem in die Kompetenz der Mitarbeiter. Nur eine gelebte Datenschutzkultur kann das Bürgervertrauen erhalten. Denn die Bedrohungslage wird nicht kleiner – im Gegenteil.

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