Kino auf der Leinwand: Warum Tacita Dean gerade alle Kunst-Nerds triggert
06.02.2026 - 02:59:59Alle reden über KI und Filters – und Tacita Dean so: Filmrolle, Kreide, Stille. Klingt oldschool? Genau deshalb flippt die Kunstwelt gerade aus. Ihre Werke sehen aus wie Standbilder aus einem Parallel-Universum – langsam, poetisch, aber mit richtig viel Druck dahinter.
Wenn du auf Kunst stehst, die nicht um Aufmerksamkeit schreit, aber im Kopf hängen bleibt wie ein Ohrwurm, dann solltest du dir diesen Namen merken: Tacita Dean. Zwischen Museums-Hype, Millionen-Hammer und fast schon spiritueller Slow-Motion ist sie eine der spannendsten Stimmen der Gegenwart.
Das Netz staunt: Tacita Dean auf TikTok & Co.
Auf den ersten Blick ist das keine typische Instagram-Knallfarbe-Kunst. Tacita Dean arbeitet mit 16mm- und 35mm-Film, analogen Projektionen, Kreidezeichnungen und Found Footage. Also eher nostalgischer Cinema-Vibe als Neon-Filterparty – und genau das macht sie gerade so anders.
Clips von ihren Installationen tauchen immer öfter in Feeds von ArtTok und kulturigen Insta-Accounts auf: Riesige Schwarz-Weiß-Bilder, schummrige Filmprojektionen, Meereswellen, Berge, Sonnenuntergänge, die wirken wie Screenshots aus einem Traum. Viele kommentieren: "Sieht aus wie ein A24-Film, nur im Museum".
Der Vibe: slow, melancholisch, extrem cineastisch. Statt viraler Schock-Ästhetik baut Dean ihre Bilder wie kleine Zeit-Kapseln – perfekt für Mood-Reels, inspo-Boards und alle, die ihre FYP mal kurz runterdimmen wollen.
Willst du die Kunstwerke in Action sehen? Hier geht's zum Hype:
Meisterwerke & Skandale: Das musst du kennen
Tacita Dean ist seit Jahren ein Liebling der großen Häuser – von London bis Berlin. Hier drei Arbeiten, mit denen du beim nächsten Gallery-Date auf jeden Fall punkten kannst:
- "FILM" – Turbine Hall, Tate Modern
Dieses Werk hat sie ganz nach oben katapultiert: Eine riesige, vertikale 35mm-Projektion in der Turbine Hall der Tate Modern in London. Handkolorierte Film-Sequenzen, abstrakte Formen, Architekturfragmente – wie ein gigantisches, lebendiges Handy-Display in analog. Alle, die damals dort waren, reden heute noch von diesem Moment. Das Stück steht sinnbildlich für Deans Kampf um das Überleben des analogen Films im digitalen Zeitalter. - Die Kreide-Landschaften
Auf großen Tafeln zeichnet Dean mit Kreide Berge, Meere, Horizonte. Das sieht einerseits super klassisch aus, hat aber einen ganz eigenen, leicht apokalyptischen Cinemascope-Look. Viele dieser Arbeiten sind extrem fotogen, perfekte Selfie-Hintergründe – wenn man sie denn anfassen dürfte. In Museen tauchen diese Tafeln immer wieder als Showstopper auf, an denen alle stehenbleiben. - Filme über Helden & Aussterben
Dean dreht Filme über verschwindende Orte und Technologien: alte Kinos, analoge Projektoren, Landschaften, die vom Klimawandel bedroht sind. Ein bekanntes Motiv: der Versuch, etwas zu halten, das gerade verschwindet. Kein lauter Aktivismus, eher poetische Melancholie – aber genau das ballert emotional ordentlich rein.
Skandal? Eher nicht im Sinne von "Shitstorm". Ihr "Skandal" ist eher konzeptuell: Sie weigert sich, das Spiel des Digital-Overkills mitzuspielen – und wird genau damit zur Heldin für alle, die genug von Hochglanz-Generik haben.
Rekord-Preise: So viel ist die Kunst wert
Jetzt wird es interessant für alle, die Kunst nicht nur anschauen, sondern auch als Investment-Game sehen. Tacita Dean ist schon lange kein Geheimtipp mehr – sie ist im Blue-Chip-Bereich angekommen.
Auf einschlägigen Auktionsplattformen und in den Datenbanken der großen Häuser zeigt sich: Ihre Arbeiten erzielen teils sechsstellige Beträge. Konkrete Rekorde werden von den Plattformen hinter Log-ins und Paywalls versteckt, aber: Es ist dokumentiert, dass einzelne Werke im internationalen Auktionszirkus in den oberen sechsstelligen Bereich gingen, je nach Medium (Film, Zeichnung, Edition, Installation) und Provenienz.
Wichtig: Große Institutionen wie die Royal Academy oder Top-Museen sammeln und zeigen ihre Werke – das ist für den Markt ein massives Vertrauenssignal. Das bedeutet: kein Hype-Shooting-Star, sondern langfristig etablierte Position. Wenn Sammler von einem sicheren Hafen unter den Gegenwartskünstlerinnen sprechen, fällt ihr Name sehr oft.
Historisch hat Dean vom coolen Art-School-Insider eine krasse Kurve hingelegt: Akademische Ausbildung in England, frühe Aufmerksamkeit auf der internationalen Biennale- und Ausstellungsschiene, dann ein Durchbruch mit den Film-Arbeiten und Großprojekten in Institutionen wie Tate Modern, Daniel Richter & Co. Generationengründlich ist sie trotzdem nicht – sie blieb immer diese leicht mysteriöse Figur, die lieber hinter der Kamera als auf dem roten Teppich steht.
Für junge Sammler: Der Primärmarkt (direkt aus Galerie) ist hochpreisig und eher für heavy wallet geeignet. Was realistischer sein kann: Editions, Drucke oder kleinere Papierarbeiten, wenn du früh genug in kuratierte Editionen einsteigst. Dort bewegt man sich – je nach Werk – teilweise noch im niedrigen fünfstelligen oder gehobenen vierstelligen Bereich, wobei das stark je nach Edition und Auflage schwankt.
Live erleben: Hier kannst du die Kunst sehen
Du willst nicht nur scrollen, sondern die Werke im Raum fühlen? Guter Move. Gerade bei Dean gilt: auf dem Handy nur halb so stark. Ihre Filme und Kreide-Arbeiten funktionieren erst richtig, wenn du davorstehst und die Langsamkeit zulässt.
Aktuell bekannte Stationen und Quellen:
- Frith Street Gallery, London
Eine ihrer wichtigsten Galerien. Auf der offiziellen Seite findest du Infos zu vergangenen und aktuellen Ausstellungen, Installationsansichten und teilweise auch Kataloge:
https://www.frithstreetgallery.com/artists/tacita-dean - Institutionelle Shows
Tacita Dean ist Dauergast in internationalen Museen und Sammlungen. Viele Häuser mit Fokus auf Gegenwartskunst haben Arbeiten von ihr in der Sammlung und zeigen sie immer wieder in Wechselausstellungen oder Collection Displays. Da diese Pläne ständig rotieren, check am besten die Webseiten von großen Museen in deiner Stadt oder in Metropolen wie London, Berlin, Paris, New York. - Offizielle Kanäle
Weiterführende Infos zu Projekten, Filmen und Kollaborationen findest du entweder über ihre Galerie oder verlinkte Projektseiten. Ein guter Startpunkt ist die Galerieseite von Frith Street sowie Suchanfragen in den Museumsdatenbanken, wenn du gezielt nach ihr Filmen oder Zeichnungen suchst.
Falls du gerade konkret planst, eine Ausstellung von ihr zu besuchen, gilt: Immer kurz vorher online checken. Termine werden oft verschoben, und viele ihrer Filmarbeiten tauchen als Teil von Gruppenausstellungen auf. Aktuell keine Ausstellungen bekannt, die verbindlich und offen kommuniziert werden, ohne dass man tiefer in interne Planungen einsteigen müsste.
Fazit: Hype gerechtfertigt?
Wenn du Kunst suchst, die sofort ins Gesicht springt, Pop schreit und nach Social-Media-Clickbait aussieht, ist Tacita Dean vielleicht nicht deine erste Wahl. Sie ist das Gegenteil von "Canva-Art": langsam, tief, analog.
Aber gerade das macht sie für viele zum Must-See. In einer Welt voller Reels und FOMO zwingt sie dich, mal wieder richtig hinzuschauen. Ihre Filme sind wie Kino ohne Plot, ihre Chalkboards wie gigantische Screenshots aus einem anderen Jahrhundert – und ihr Einsatz für analogen Film ist inzwischen selbst Teil der Kunstgeschichte.
Sammler sehen in ihr eine Blue-Chip-Künstlerin mit stabilem Rückenwind durch Museen, Kritiker und Institutionen. Für die "TikTok Generation" ist sie so etwas wie der entschleunigte Gegenentwurf zum bildgewordenen Dauer-Scrollen – perfekt, wenn du dein Kultur-Game von "Nice to have" auf Serious Art Flex hochfahren willst.
Ob Hype gerechtfertigt? Ja – nur eben auf Leise-Modus. Und genau das könnte ihr größter viraler Hit sein.


