Kindergeld, Höhere

Kindergeld 2026: Höhere Beträge, aber Reform gescheitert

18.01.2026 - 16:15:12

Für Millionen Familien in Deutschland gelten ab sofort neue Regeln beim Kindergeld. Die erhoffte große Reform der Kindergrundsicherung ist jedoch gescheitert – stattdessen gibt es nur kleinere Anpassungen bei den Auszahlungen und Steuerfreibeträgen.

Die Bundesagentur für Arbeit hat die neuen, leicht erhöhten Kindergeld-Sätze für Januar 2026 umgesetzt. Seit diesem Monat erhalten Eltern 259 Euro monatlich pro Kind – vier Euro mehr als im Vorjahr. Die Erhöhung soll die anhaltend hohe Inflation abfedern, stellt aber nur einen Minimal-Schritt dar. Von der ursprünglich geplanten strukturellen Überholung des Systems ist nichts übrig geblieben.

Die Auszahlung erfolgt wie gewohnt nach der Endziffer der Kindergeldnummer. Für die aktuelle Woche ab dem 18. Januar gilt dieser Zeitplan:
* Endziffer 6: Auszahlung erfolgte am 16. Januar.
* Endziffer 7: Geplant für Montag, 19. Januar.
* Endziffer 8: Geplant für Donnerstag, 22. Januar.
* Endziffer 9: Geplant für Freitag, 23. Januar.

Die Auszahlungen für die Endziffern 0 bis 5 sind bereits früher im Monat erfolgt. Die Gelder sind in der Regel einen Bankarbeitstag nach dem Überweisungstermin auf den Konten verfügbar.

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Kindergrundsicherung: Ein Reform-Projekt liegt auf Eis

Das Scheitern der Kindergrundsicherung prägt die aktuelle Debatte. Das Vorzeigeprojekt der ehemaligen Ampel-Koalition, das verschiedene Familienleistungen in einer einzigen, automatischen Zahlung bündeln sollte, ist 2026 nicht umgesetzt. Nach der Koalitionsauflösung Ende 2024 wurde der Gesetzgebungsprozess nicht mehr abgeschlossen.

Statt der vereinfachten Grundsicherung gilt weiterhin das alte System: Das Kindergeld wird separat vom Kinderzuschlag ausgezahlt. Letzteren müssen Familien mit geringem Einkommen weiterhin aktiv beantragen – der Traum einer automatischen, digitalen Lösung ist geplatzt. Die Familienkassen arbeiten mit den etablierten, oft als bürokratisch kritisierten Abläufen weiter.

Steuerfreibetrag steigt auf fast 10.000 Euro

Neben den direkten Zahlungen wurden auch die steuerlichen Entlastungen für Familien angehoben. Der Kinderfreibetrag wurde an das steigende Existenzminimum angepasst und liegt 2026 bei 9.756 Euro jährlich pro Kind. Dieser setzt sich zusammen aus:
* 6.828 Euro für den sachlichen Bedarf des Kindes.
* 2.928 Euro für Betreuung, Erziehung und Ausbildung.

Dieser Freibetrag ist vor allem für Besserverdiener relevant. Das Finanzamt prüft im Rahmen der Steuererklärung automatisch, ob sich der Freibetrag oder das ausgezahlte Kindergeld für die Familie mehr lohnt – die sogenannte Günstigerprüfung. Für die meisten Durchschnittsverdiener bleibt das direkte Kindergeld die bessere Option. Durch die Anhebung profitieren 2026 jedoch mehr Haushalte von der steuerlichen Entlastung.

Stabilität statt großer Wurf

Was bedeutet das für die Familien? Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt, und die moderate Erhöhung wirkt wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Kritiker monieren, dass ohne die Kindergrundsicherung besonders vulnerable Gruppen durch das Raster fallen könnten. Der geplante „Garantiebetrag“, der das Kindergeld ersetzen sollte, ist vom Tisch.

Ein Vorteil der ausbleibenden Großreform: Stabilität. Eine überstürzte Einführung der Kindergrundsicherung hätte Anfang 2026 zu technischen Pannen und Zahlungsverzögerungen führen können. Das alte System läuft – wenn auch nicht ideal – zuverlässig.

Was Familien jetzt tun sollten

Für das restliche Jahr 2026 sind keine weiteren Erhöhungen geplant. Der politische Fokus hat sich verschoben. Verbände fordern nun wenigstens eine Vereinfachung des Antragsverfahrens für den Kinderzuschlag, der aufgrund seiner Komplexität noch immer von zu wenigen Berechtigten in Anspruch genommen wird.

Eltern sollten ihre Kontoauszüge um die bekannten Auszahlungstermine genau prüfen. Falls die Zahlung für die Endziffern 0-5 noch nicht eingegangen ist, sollte umgehend die Familienkasse kontaktiert werden. Häufige Gründe für Ausfälle zu Jahresbeginn sind geänderte Kontodaten oder neue Altersgrenzen, wenn Kinder 18 oder 25 Jahre alt werden.

Für die Steuererklärung 2026 wird das Zusammenspiel aus leicht erhöhtem Kindergeld und spürbar gestiegenen Freibeträgen interessant. Steuerberater können helfen, die optimale Variante für die Familie zu finden. Eines steht fest: Die große Reform ist vertagt, der Status quo bleibt – vorerst.

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