KI-Turbo, Cyberangriffe

KI-Turbo treibt Cyberangriffe in neue Dimension

17.02.2026 - 23:21:12

KI-gestützte Hacker benötigen nur noch 72 Minuten für Datendiebstahl. Ransomware-Attacken nehmen zu und kritische Infrastrukturen sind zunehmend im Visier von Angreifern.

Künstliche Intelligenz beschleunigt Hacker-Attacken dramatisch. Neue Berichte zeigen: Angreifer nutzen KI, um binnen einer Stunde in Netzwerke einzudringen und Daten zu stehlen. Die Bedrohung für Unternehmen und kritische Infrastrukturen erreicht ein nie dagewesenes Tempo.

Angriffszeiten schrumpfen auf Minuten

Das Zeitfenster für die Abwehr schließt sich rasant. Laut aktuellen Analysen benötigen Cyberkriminelle heute nur noch 72 Minuten, um von der ersten Sicherheitslücke zum Diebstahl sensibler Daten zu gelangen. Vor einem Jahr lag diese Zeit noch viermal so hoch. Verantwortlich ist der Einsatz von KI bei der Erkundung von Systemen und beim Verfassen betrügerischer Nachrichten.

Ein Beispiel macht die neue Geschwindigkeit deutlich: Die kritische Schwachstelle CVE-2026-1731 in BeyondTrust-Tools wurde nur sieben Tage nach Veröffentlichung des Patches aktiv ausgenutzt. Gleichzeitig setzen Angreifer auf Tarnung. Die Ransomware-Gruppe Warlock blieb bei einem Angriff auf SmarterTools sechs bis sieben Tage unentdeckt im Netzwerk, um sich maximal auszubreiten, bevor sie zuschlug.

Deepfakes und gestohlene Identitäten als Waffe

Staatlich unterstützte Hacker setzen zunehmend auf täuschend echte KI-Videos. Die nordkoreanische Gruppe UNC1069 attackierte Kryptofirmen mit Deepfake-Videoanrufen. Über kompromittierte Telegram-Accounts lockten sie Mitarbeiter in Zoom-Calls, die lediglich gestreamte Aufnahmen der Angreifer waren, um Zugangsdaten zu erbeuten.

Identität wird zum Hauptangriffsvektor. In fast 90 Prozent der jüngsten Sicherheitsvorfälle spielten Schwächen im Identitätsmanagement eine entscheidende Rolle. Hacker loggen sich nicht mehr ein – sie melden sich einfach mit gestohlenen Zugangsdaten an. Diese Methode umgeht traditionelle Alarmsysteme und zwingt Unternehmen, ihr Sicherheitsdenken grundlegend zu überdenken.

Kritische Infrastrukturen im Fadenkreuz

Die Gefahr für Industrieanlagen und Kraftwerke wächst. Das Unternehmen Dragos verfolgt drei neue Bedrohungsgruppen – Azurite, Pyroxene und Sylvanite –, die gezielt operative Technologien (OT) angreifen. Ihr Ziel: sensible Betriebsdaten wie Alarmsystem-Konfigurationen zu stehlen. Das signalisiert den Übergang von Spionage hin zu möglichen realen Sabotageakten.

Ein Vorfall in Polen unterstreicht die Gefahr. Angreifer drangen über schlecht gesicherte, internetfähige Geräte ins Stromnetz ein und setzten zerstörerische Schadsoftware ein. Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA warnte daraufhin weltweit vor ähnlichen Attacken auf kritische Infrastrukturen.

Ransomware-Flut reißt nicht ab

Erpressungssoftware bleibt eine der größten Bedrohungen. Allein am 16. Februar 2026 meldeten 39 neue Opfer einen Angriff innerhalb von 24 Stunden. Die Gruppe LockBit war dabei am aktivsten. Für das Jahr 2025 verzeichneten Analysten einen Anstieg der Ransomware-Attacken um 82 Prozent auf insgesamt 6.377 Vorfälle.

Die Vereinigten Staaten traf es mit über der Hälfte aller Angriffe am härtesten. Gruppen wie Akira oder CL0P erweitern ihre Taktik und kombinieren Erpressungssoftware nun häufig mit DDoS-Attacken, um den Druck auf ihre Opfer zu erhöhen.

Was bedeutet das für die Verteidigung?

Die Konvergenz aus industrialisierter Cyberkriminalität und KI-gestützten Werkzeugen schafft eine gefährlichere Lage. Die Ära manueller Incident-Response neigt sich dem Ende zu. Der Schlüssel zur Resilienz liegt in proaktiven Maßnahmen:

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  • Lückenlose Transparenz: Unternehmen benötigen umfassende Einblicke in alle Systeme – vom Endgerät bis zur Cloud.
  • Schnelle Patch-Verwaltung: Sicherheitsupdates müssen sofort nach Veröffentlichung eingespielt werden.
  • Automatisierte Abwehr: Angesichts der Geschwindigkeit moderner Angriffe sind automatisierte Erkennungs- und Reaktionssysteme überlebenswichtig.

Die Botschaft der aktuellen Berichte ist klar: Die Zeit zum Reagieren schwindet. Wer 2026 sicher bleiben will, muss heute seine Verteidigung an die neue Realität anpassen.

@ boerse-global.de

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