KI-Investitionen, Produktivitätsschub

KI-Investitionen steigen, doch der Produktivitätsschub bleibt aus

22.01.2026 - 03:51:12

Die künstliche Intelligenz frisst Milliarden, ohne messbare Effizienzgewinne zu liefern. Laut einer neuen Analyse von Gartner setzen Unternehmen voreilig auf KI, obwohl der wirtschaftliche Nutzen oft noch reine Spekulation ist. Diese Kluft zwischen Hype und Realität führt zu riskanten Personalentscheidungen und gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit.

Die Ausgaben für KI schießen in die Höhe, während die Kapitalrendite stagniert. Gartner prognostiziert, dass die globalen Investitionen in KI 2026 auf 2,52 Billionen Euro steigen werden – ein Plus von 44 Prozent gegenüber 2025. Acht der neun größten Risiken am Arbeitsplatz sind laut dem Beratungsunternehmen mittlerweile KI-bedingt.

Dennoch planen 84 Prozent der befragten CIOs, die Mittel für generative KI im kommenden Jahr noch zu erhöhen. „Die KI durchlebt 2026 die ‚Phase der Ernüchterung‘“, sagt Gartner-Analyst John-David Lovelock. Viele Firmen handelten weniger aus strategischer Überzeugung, sondern aus der Angst, den Anschluss zu verlieren. Bevor KI unternehmensweit skaliert werden könne, müsse ihre Rentabilität jedoch erst verlässlich planbar werden.

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Die Produktivitätslücke: Warum die Revolution auf sich warten lässt

Warum schlägt der erhoffte Effizienzschub nicht durch? Die Analyse nennt mehrere Gründe. Oft unterstütze KI bei Aufgaben, die zuvor gar nicht erledigt wurden, erklärt Emily Rose McRae von Gartner. Das schaffe mehr Gründlichkeit, spare aber keine Zeit. Zudem frisst der sogenannte „KI-Arbeitsmüll“ jeden Produktivitätsvorteil auf: Die Ausgaben der Tools erfordern so viel menschliche Kontrolle und Nachbearbeitung, dass mögliche Einsparungen verpuffen.

Unternehmen, die einfach nur KI-Tools „einstöpseln“, ohne Arbeitsprozesse grundlegend neu zu gestalten, werden enttäuscht. Einige Firmen, die bereits Stellen im Vorgriff auf KI-Effizienz gestrichen haben, müssen nun sogar wieder einstellen, weil die Erwartungen der technischen Realität nicht standhielten.

Von der Euphorie zur Governance: Der Weg nach vorn

Die aktuelle Ernüchterung ist laut Gartner eine notwendige Marktbereinigung. Die Herausforderung verschiebt sich vom Experimentieren zum Nachweis skalierbaren finanziellen Werts. Reifere Organisationen priorisieren bereits nachweisbare Ergebnisse vor spekulativen Abenteuern.

Die Zukunft wird von strengerer Umsetzung und Kontrolle geprägt sein. Anstelle von Prestigeprojekten werden Integrationen etablierter Softwareanbieter an Bedeutung gewinnen, die planbarere Ergebnisse liefern. Als Reaktion auf Risiken wie den „Modell-Kollaps“ – wenn KI-Antworten die Realität nicht mehr abbilden – wird Gartner zufolge bis 2028 die Hälfte aller Unternehmen eine Zero-Trust-Strategie für das Datenmanagement einführen. Die nächste Phase der KI-Revolution wird also nicht von ungebremstem Enthusiasmus, sondern von robusten Rahmenwerken bestimmt, die Kosten, Risiken und den echten Nutzen managen.

@ boerse-global.de