Krankenhaus, Leitfaden

KI im Krankenhaus: Neuer Leitfaden soll Arbeitsschutz sichern

29.01.2026 - 16:02:12

Ein neuer Leitfaden unterstützt Krankenhausleitungen bei der menschenzentrierten Einführung von KI-Systemen und der gesetzeskonformen Gefährdungsbeurteilung, um psychische Belastungen zu reduzieren.

Die Digitalisierung stellt den Arbeitsschutz vor neue Herausforderungen – besonders beim Einsatz Künstlicher Intelligenz. Ein heute veröffentlichter Leitfaden zeigt Führungskräften im Gesundheitswesen, wie sie ihre Fürsorgepflicht im KI-Zeitalter erfüllen können. Entwickelt wurde er mit Unterstützung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Die gesetzliche Pflicht ist klar: Führungskräfte müssen Arbeitsbedingungen so gestalten, dass Gefahren für Leben und Gesundheit vermieden werden. Die Einführung von KI-Systemen gilt als „wesentliche Änderung“ – sie erfordert zwingend eine neue Gefährdungsbeurteilung. Experten warnen: Werden psychische Belastungen wie Kontrollverlust oder erhöhter Überwachungsdruck vernachlässigt, steigt das Burnout-Risiko.

EURAID-Leitfaden: Blaupause für menschenzentrierte KI

Der heute vorgestellte Leitfaden „EURAID: European Responsible AI Development“ bietet Krankenhäusern eine konkrete Handreichung. Sein Ziel ist eine menschenzentrierte Implementierung, bei der KI die Versorgung verbessert – statt das Personal durch schlecht integrierte Systeme zusätzlich zu belasten. Entwickelt wurde er vom Else Kröner Fresenius Zentrum für Digitale Gesundheit (TU Dresden) und dem Universitätsklinikum Essen in Kooperation mit der BAuA.

Die Botschaft an das Management ist eindeutig: Die technologische Transformation muss aktiv gesteuert werden, damit sie den Mitarbeitenden dient und nicht zur neuen Stressquelle wird.

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Von der Auswahl bis zum Monitoring: Der praktische Fahrplan

Doch wie sieht diese aktive Steuerung in der Praxis aus? Der Leitfaden empfiehlt einen systematischen Ansatz über den gesamten Lebenszyklus der KI:

  • Bei der Auswahl müssen Benutzerfreundlichkeit und Transparenz entscheidende Kriterien sein.
  • Während der Einführung sind umfassende Schulungen und eine offene Kommunikationskultur unerlässlich.
  • Nach dem Go-live braucht es kontinuierliches Monitoring und Feedbackschleifen, um die Auswirkungen auf Arbeitsabläufe und Wohlbefinden zu erfassen.

Führungskräfte sind dabei auf die Unterstützung durch Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte angewiesen. Die Erkenntnisse aus der Evaluation müssen direkt in die Anpassung der Systeme und Prozesse fließen.

Modernisierung des Arbeitsschutzes schreitet voran

Die Veröffentlichung fügt sich in eine Reihe aktueller Reformen ein. Erst zum 1. Januar 2026 trat eine Neufassung der DGUV Vorschrift 2 in Kraft. Sie gestaltet die Betreuung kleinerer Betriebe flexibler und erweitert die Möglichkeiten digitaler Beratung.

Die Botschaft ist klar: Die Träger des Arbeitsschutzes reagieren auf die digitale Arbeitswelt. Die Betonung der Eigenverantwortung in erweiterten Unternehmermodellen geht jedoch mit einem potenziell erhöhten Haftungsrisiko für Führungskräfte einher. Leitfäden wie EURAID sollen hier Handlungssicherheit geben.

Strategische Führungsaufgabe mit Langfristigkeit

Das Thema bleibt auf der Agenda. Das Langfristige Arbeits- und Forschungsprogramm der BAuA für 2026 bis 2029 identifiziert die Gestaltung von KI-Systemen als zentralen Schwerpunkt. Für Unternehmen bedeutet das: Arbeitsschutz wird zur strategischen Managementaufgabe.

Künftig wird es nicht mehr genügen, nur Mindeststandards zu erfüllen. Erfolgreiche Organisationen werden die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden als Schlüsselfaktor für Innovation begreifen. Die verantwortungsvolle Gestaltung des technologischen Wandels ist die Bewährungsprobe für eine moderne Führungskultur.

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