Sucht, Handy-Verzicht

KI erkennt Sucht – passend zum weltweiten Handy-Verzicht

06.02.2026 - 02:51:11

Eine neue KI der University of Cincinnati kann Abhängigkeiten mit hoher Genauigkeit diagnostizieren. Die Studie zeigt Parallelen zwischen Substanzmissbrauch und exzessiver Smartphone-Nutzung auf.

Eine neue KI der University of Cincinnati kann Suchtverhalten mit hoher Trefferquote vorhersagen. Die Studie erscheint genau zum Start der „World Days Without Phone“ und wirft ein grelles Licht auf die Mechanismen der Abhängigkeit – ob von Substanzen oder vom Smartphone.

Wenn der digitale Entzug zur Herausforderung wird

Ab heute, dem 6. Februar, ruft die Initiative „World Days Without Phone“ wieder zu 72 Stunden freiwilligem Handy-Verzicht auf. Doch was wie eine einfache Übung in Achtsamkeit klingt, offenbart ein massives gesellschaftliches Problem. Fast zeitgleich veröffentlichte die Universität Cincinnati eine bahnbrechende Studie: Eine neuartige künstliche Intelligenz kann substanzbezogene Störungen mit bis zu 83-prozentiger Genauigkeit diagnostizieren. Die Botschaft ist deutlich: Die neurologischen Muster der Abhängigkeit sind messbar – und sie ähneln jenen, die unsere Smartphone-Nutzung antreiben.

Das Gehirn im Dauermodus Belohnung

Die Sorge vor der Smartphone-Sucht ist längst im wissenschaftlichen Mainstream angekommen. Eine globale Neurowissenschafts-Studie aus dem Jahr 2026 bestätigt: Benachrichtigungen und das endlose Scrollen aktivieren dieselben Dopamin-Schaltkreise im Gehirn wie Glücksspiel oder Drogen. Dieser neurologische Belohnungsloop macht das Abschalten zur echten Herausforderung.

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Die Dimensionen sind enorm. Untersuchungen zufolge halten sich 57 Prozent der US-Erwachsenen für handysüchtig. Durchschnittlich wird das Gerät 144 Mal am Tag entsperrt, die tägliche Nutzungsdauer liegt bei fast vier Stunden und 37 Minuten. Hochgerechnet sind das 70 volle Tage pro Jahr, die vor dem Bildschirm vergehen. Die Folgen reichen von Schlafstörungen über soziale Vereinsamung bis hin zu Angstzuständen.

Die KI als klinischer Frühwarnindikator

Genau hier setzt die Forschung aus Cincinnati an. Das Team um die Senior Research Associate Sumra Bari entwickelte eine KI, die auf einem einfachen Bildertest basiert. Nutzer bewerten eine Serie von Bildern am Smartphone oder Computer. Aus ihren Reaktionen und der Geschwindigkeit ihrer Urteile leitet die KI nicht nur das Vorliegen einer Sucht ab, sondern kann auch deren Schweregrad mit 84-prozentiger Präzision bestimmen.

„Dies ist ein neuer KI-Typ“, so die Forscher. Der Clou: Die Methode ist kostengünstig, skalierbar und könnte künftig als erster Schritt im klinischen Screening dienen. Zwar konzentrierte sich die Studie auf Substanzmissbrauch, die Implikationen sind jedoch weitreichend. Sie beweist, dass die zugrundeliegenden Prozesse von Abhängigkeit technologisch erfassbar sind. Könnte ein ähnliches Tool bald auch die digitale Abhängigkeit diagnostizieren?

Die Gegenbewegung: Vom Entzugscafé zum Achtsamkeits-Retreat

Als Reaktion auf die digitale Überflutung wächst eine ganze Bewegung für bewusste Nutzung. Die „World Days Without Phone“ sind nur die sichtbarste Spitze. Weltweit boomen Digital-Detox-Retreats, in denen Teilnehmer gegen Gebühr ihr Gerät abgeben. In Städten entstehen Cafés mit handyfreien Zonen, die zu Brettspielen, Handarbeit oder einfach zum Gespräch einladen.

Diese Initiativen speisen sich aus einer kollektiven Sehnsucht: dem Wunsch nach echter Präsenz und tieferen Beziehungen jenseits des Bildschirms. Sie sind praktische Antworten auf eine Frage, die die KI-Studie wissenschaftlich untermauert: Wo hört Gewohnheit auf und fängt Zwang an?

Technologie als Problem und Lösung

Die zeitliche Koinzidenz ist kein Zufall. Während Millionen versuchen, sich von ihren Geräten zu lösen, liefert die Technologie selbst das Werkzeug, um Abhängigkeit zu verstehen. Die Forschung aus Cincinnati rahmt exzessive Handynutzung neu: nicht als Charakterschwäche, sondern als ein potenziell klinisch identifizierbares Verhaltensmuster.

Der Weg nach vorn wird zweigleisig verlaufen. Einerseits werden technologische Lösungen für digitales Wohlbefinden in unsere Geräte und Gesundheitssysteme integriert werden. Andererseits bleibt die Kernbotschaft der Entzugsinitiativen entscheidend: Technologie muss ein Werkzeug bleiben, das wir bewusst steuern – nicht ein Herr, dem wir compulsiv folgen. Das Ziel ist Balance, nicht Abstinenz.

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