KI-Boom, SSD-Preise

KI-Boom treibt SSD-Preise in historische Höhen

17.01.2026 - 06:00:12

Der globale Markt für Solid State Drives (SSDs) steuert auf eine Preisexplosion zu. Verantwortlich ist der unersättliche Hunger der Künstlichen Intelligenz nach Speicherkapazität, der die Lieferketten umwälzt und Verbraucher wie Unternehmen vor massive Mehrkosten stellt. Dieser strukturelle Wandel wird 2026 anhalten.

Hersteller lenken ihre Produktion zunehmend auf hochprofitabele Speicherchips für KI-Server um. Im Konsumentenmarkt entsteht dadurch eine dramatische Verknappung. Ein großer SSD-Anbieter meldete bereits für 2025 einen NAND-Flash-Preisanstieg von rund 246 %. Für das erste Quartal 2026 prognostizieren Analysten weitere Sprünge von 33–38 % bei NAND und sogar 55–60 % bei DRAM-Speichern.

Der Kern des Problems ist eine beispiellose Umlenkung der Produktionskapazitäten. Halbleiter-Riesen wie Micron oder Samsung verlagern ihre modernsten Fertigungslinien weg von Consumer-NAND – dem Speicher in PCs, Laptops und Smartphones – hin zu High-Bandwidth Memory (HBM) und Hochkapazitäts-Speichermodulen für Server.

Diese Spezialkomponenten sind das Lebenselixier für KI-Accelerator-Chips, wie sie von Cloud-Giganten wie Microsoft Azure oder Amazon AWS massenhaft nachgefragt werden. NVIDIAs kommende „Vera Rubin“-KI-Server-Architektur etwa benötigt pro System bis zu 1152 Terabyte zusätzlichen SSD-Speicher. Seit Ende 2025 buchen Tech-Konzerne riesige Kontingente des weltweiten DRAM- und NAND-Angebots vor – und verdrängen andere Käufer vom Markt.

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Preisschock mit Folgen: Von Rechenzentren zum Privat-PC

Die Auswirkungen dieser Nachfrageverschiebung sind bereits spürbar. Die Speicherkosten in der Stückliste eines durchschnittlichen PCs haben sich seit 2024 in etwa verdoppelt. PC-Hersteller signalisieren deshalb Preiserhöhungen von 15–20 % für 2026er Modelle.

Die Verunsicherung ist so groß, dass einige Laptop-Hersteller auf der CES 2026 keine Endpreise für ihre Neuheiten nennen konnten. Die Volatilität der Speicherkosten macht Planungen unmöglich. Betroffen ist letztlich jedes Gerät mit Speicherslot – vom Smartphone bis zur Spielekonsole.

Ein zusätzlicher Engpass entsteht bei Festplatten (HDDs). Lieferzeiten für Enterprise-Festplatten betragen teils über ein Jahr. Rechenzentren weichen deshalb auf hochkapazitive QLC-SSDs aus. Doch genau diese Technologie ist auch das Rückgrat bezahlbarer Consumer-SSDs. Die Folge: KI-Firmen und Hyperscaler horten das verfügbare QLC-Angebot, die Regale im Einzelhandel leeren sich.

Perfekter Sturm: Gedeckelte Produktion trifft auf KI-Boom

Die aktuelle Krise ist das Ergebnis mehrerer gleichzeitiger Faktoren. Nach einer Phase niedriger Preise und Überproduktion hatten die Hersteller ihre Kapazitäten gedrosselt. Der plötzliche KI-Boom traf die Industrie somit unvorbereitet.

Große Speicherhersteller wie Western Digital und SanDisk haben bereits Preiserhöhungen mit Verweis auf die „beispiellose Nachfrage“ angekündigt. Analysten sprechen von einer „Preis-Apokalypse“, die ein Jahrzehnt andauern könnte. Das immense Kapital, das in KI-Infrastruktur fließt, übertrumpft einfach die Kaufkraft des Konsumentenmarktes.

Keine Entspannung in Sicht: Engpässe bis mindestens 2027

Die Aussichten für Käufer sind düster. Die Angebotsausweitung bei DRAM und NAND wird 2026 unter dem historischen Durchschnitt bleiben. Einige Hersteller haben ihre Produktionskapazität für das gesamte Jahr 2026 bereits ausverkauft.

Zwar investieren Unternehmen in neue Fabriken, doch bis diese Fertigungsstätten („Fabs“) produzieren, vergehen Jahre. Nennenswerte neue Kapazitäten sind frühestens 2027 zu erwarten. Verbraucher und Unternehmen müssen sich also auf weiterhin hohe Preise und volatile Märkte einstellen – solange die KI-Industrie den Löwenanteil der weltweiten Speicherproduktion verschlingt.

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