KI-Arms-Rennen: Microsoft und monday.com treiben autonome Arbeit voran
17.02.2026 - 17:31:12
Die digitale Arbeitswelt erlebt einen tiefgreifenden Wandel, angetrieben durch Künstliche Intelligenz. Während Microsoft seinen Planner grundlegend überarbeitet, setzt Konkurrent monday.com auf eine massive Erweiterung seines KI-Partnerprogramms. Diese strategischen Schritte markieren eine neue Phase im Wettbewerb: Es geht nicht mehr um einfache Aufgabenlisten, sondern um intelligente, autonome Systeme, die komplexe Arbeitsabläufe vorausdenken und ausführen können.
Der Kampf um Marktanteile wird längst nicht mehr nur über Benutzeroberflächen oder Funktionslisten entschieden. Stattdessen integrieren die Anbieter zunehmend ausgefeilte KI-Agenten direkt in die Kernplattform. Für Unternehmen verspricht das mehr Effizienz und weniger administrative Last. Für die Softwareanbieter ist es ein Wendepunkt: Die richtige KI-Strategie könnte entscheiden, wer im milliardenschweren Produktivitätsmarkt die nächste Generation anführt.
Microsofts Planner: KI-Projektmanager für alle und tiefe Teams-Integration
Microsoft rollt derzeit eine der bedeutendsten Updates für seine Planner-Anwendung aus. Die Neuerungen, die Nutzern seit Januar schrittweise zur Verfügung stehen, positionieren den Planner neu: Er wird zur zentralen, KI-gesteuerten Komponente im Microsoft 365-Ökosystem. Ein Schlüsselmerkmal ist, dass der KI-„Projektmanager-Agent“ – bisher ein Premium-Feature – nun für alle Nutzer mit einer Microsoft-365-Copilot-Lizenz verfügbar ist. Dieser Agent kann Aufgabenlisten aus Besprechungsnotizen generieren, Projektpläne basierend auf einfachen Anweisungen erstellen und wichtige Entscheidungen aus Teams-Transkripten extrahieren.
Das Update vertieft zudem die Integration mit Microsoft Teams. Das traditionelle Kommentarsystem für Aufgaben wird durch eine neue „Task-Chat“-Funktion ersetzt, die Rich-Text-Formatierung und @-Erwähnungen innerhalb einer Aufgabe ermöglicht. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zu straffen und Konversationen im Kontext zu halten. Im Zuge dieser Konsolidierung stellt Microsoft mehrere Features ein, darunter den iCalendar-Feed zur Synchronisation mit externen Kalendern. Diese Fokussierung folgt der Integration von „Project for the web“ in den Planner im Jahr 2025 und soll eine einheitliche Arbeitsmanagement-Oberfläche für die breite Nutzerbasis schaffen.
monday.com setzt auf Partner-Ökosystem für KI-Lösungen
Als strategische Antwort darauf hat monday.com am 17. Februar die Erweiterung seines Partnerprogramms angekündigt. Der Fokus liegt darauf, die Entwicklung und Bereitstellung von KI-Lösungen auf seiner Work OS-Plattform zu beschleunigen. Statt alle KI-Features im eigenen Haus zu entwickeln, befähigt monday.com sein globales Partnernetzwerk, KI-gestützte Anwendungen und Workflows für gemeinsame Kunden zu erstellen. Dieser ökosystemgetriebene Ansatz soll durch externe Expertise maßgeschneiderte Lösungen und neue Effizienzgewinne ermöglichen.
Diese Ankündigung baut auf einer Reihe eigener KI-Updates auf. Im Mittelpunkt steht „Sidekick“, die Haupt-KI-Schnittstelle der Plattform, die nun Projektboards generieren, Dokumente erstellen und Updates in einfacher Sprache zusammenfassen kann. Zudem hat das Unternehmen „AI Blocks“ eingeführt – vorgefertigte Funktionen für Aufgaben wie Dokumentenanalyse und Übersetzung, die KI direkt in den Workflow-Builder einbetten. Diese Doppelstrategie aus eigenen Grundlagen und einem starken Partnernetzwerk soll monday.com im KI-getriebenen Markt wettbewerbsfähig halten.
Asana und Notion kontern mit KI-Teamkollegen und Modellwahl
Der breitere Markt reagiert mit ähnlicher Dringlichkeit. Asana wirbt intensiv für seine Vision von „KI-Teamkollegen“ – Agenten, die kollaborativ mit menschlichen Teams zusammenarbeiten. Das Unternehmen signalisiert einen strategischen Schwenk hin zu einem nutzungsbasierten Monetarisierungsmodell für seine KI-Features. Analysten sehen Asanas Ansatz zur menschlich-KI-Kollaboration als derzeit einzigartig.
Der All-in-One-Anbieter Notion setzt derweil auf Modellvielfalt und Zugänglichkeit. Anfang Februar kündigte die Plattform die Integration von Anthropics leistungsstarkem Claude Opus 4.6-Modell an, neben Optionen wie GPT-5.2 und Gemini 3. Notions „Agent“ kann nun diese verschiedenen Modelle nutzen, um komplexe, mehrstufige Aufgaben über Hunderte von Dokumenten hinweg auszuführen. Diese Flexibilität erlaubt es Teams, die beste KI für eine bestimmte Aufgabe – von kreativem Schreiben bis zur Datenanalyse – auszuwählen.
Vom Trend zur Transformation: Von Automatisierung zu Autonomie
Die Ankündigungen der vergangenen Wochen unterstreichen einen entscheidenden Wandel: den Übergang von einfacher Automatisierung zu „agentischer KI“. Während alte Automatisierung oft auf „Wenn-dann“-Logik basierte, können die neuen KI-Agenten eigenständig schlussfolgern, planen und mehrstufige Aufgaben ausführen. Dieser Schritt zu mehr Autonomie ist eine direkte Reaktion auf die Kundennachfrage. Laut einem aktuellen Branchenbericht sind KI-Fähigkeiten mittlerweile der Hauptgrund für Investitionen in neue Projektmanagement-Software.
Das Ziel ist nicht mehr nur, einen Workflow auf einem Kanban-Board zu visualisieren. Stattdessen soll ein KI-Partner das Projekt aktiv managen, Risiken erkennen, Arbeitslasten ausbalancieren und administrative „Arbeit über Arbeit“ eliminieren. Analysten von Gartner prognostizieren, dass dieser Trend explodieren wird: Bis Ende 2026 sollen 40 % aller Unternehmensanwendungen aufgabenspezifische KI-Agenten einsetzen.
Die Integration von KI-Agenten in Ihre Produktivitäts-Tools bringt nicht nur Effizienz, sondern auch rechtliche Pflichten mit sich. Ein kompakter Umsetzungsleitfaden zur EU-KI-Verordnung erklärt, welche Kennzeichnungs-, Risikoklassen- und Dokumentationspflichten jetzt auf Unternehmen, Entwickler und Anbieter zukommen – und wie Sie Bußgelder und Compliance-Fallen vermeiden. Jetzt den kostenlosen KI-Verordnungs-Leitfaden herunterladen
Ausblick: Der Kampf um die KI-native Arbeitsplattform
Die Zukunft des Softwaremarktes wird vom Rennen um eine wirklich vereinheitlichte, KI-native Arbeitsplattform definiert. Der Trend geht zur Zentralisierung – hin zu einem einzigen digitalen Arbeitsraum, der den ständigen Wechsel zwischen Dutzenden isolierten Anwendungen überflüssig macht. Die Zukunft der Produktivität liegt in Plattformen, die nicht nur Messaging, Dokumente und Aufgabenmanagement bündeln, sondern diese auch nahtlos durch eine intelligente KI-Schicht kommunizieren lassen.
Der Markt für KI-gestütztes Aufgabenmanagement wird voraussichtlich bis 2030 auf geschätzte 3,82 Milliarden Euro wachsen. Die Plattformen, die sich durchsetzen, werden jene sein, die die Komplexität ihrer leistungsstarken KI abstrahieren und sie über eine intuitive, zuverlässige Oberfläche bereitstellen. Der ultimative Preis ist die Vorherrschaft über das zentrale Betriebssystem für Arbeit – eine Position, die nicht der Anbieter mit den meisten Features gewinnt, sondern derjenige, der KI am effektivsten nutzt, um Arbeit einfacher, schneller und wirkungsvoller zu machen.
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