KfW, Einstieg

KfW sichert strategischen Einstieg bei Netzbetreiber TenneT

03.02.2026 - 20:01:12

Der Bund sichert sich über die KfW 25,1 Prozent an Deutschlands größtem Netzbetreiber. Das soll die Finanzierung des milliardenschweren Ausbaus für die Energiewende absichern.

Der Bund sichert sich über die KfW eine Sperrminorität am größten deutschen Stromnetzbetreiber. Das soll den milliardenschweren Netzausbau beschleunigen.

Die Bundesregierung hat den lang erwarteten Einstieg beim Übertragungsnetzbetreiber TenneT besiegelt. Über die staatliche Förderbank KfW erwirbt der Bund eine strategische Minderheitsbeteiligung von 25,1 Prozent an TenneT Germany. Die am Dienstag unterzeichnete Vereinbarung soll die Finanzierung des kritischen Netzausbaus für die Energiewende absichern. Nach dem Scheitern einer vollständigen Übernahme im Jahr 2024 ist dies nun die Lösung, um die Investitionslast zu teilen.

Für den Erwerb der Sperrminorität zahlt die KfW rund 3,3 Milliarden Euro. Das Geld stammt nicht direkt aus dem Bundeshaushalt, sondern wird von der Förderbank am Kapitalmarkt aufgenommen. Die Refinanzierungskosten trägt der Staat. Mit dem Erlös kann die niederländische Muttergesellschaft, TenneT Holding, ein Gesellschafterdarlehen in gleicher Höhe an den niederländischen Staat zurückzahlen. Dieser hatte signalisiert, die gewaltigen Investitionen in Deutschland nicht mehr allein stemmen zu wollen.

Warum der Staat jetzt bei TenneT einsteigt

Die Beteiligung ist eine strategische Notwendigkeit. TenneT betreibt mit über 14.000 Kilometern das größte Höchstspannungsnetz Deutschlands. Es ist das Rückgrat für den Transport von Windstrom aus dem Norden zu den Industriezentren im Süden. Projekte wie SuedLink und SuedOstLink erfordern in den kommenden Jahren Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe. Der staatliche Einstieg soll die Bonität von TenneT stärken und so günstigere Finanzierungskonditionen ermöglichen. Energiepolitik wird zunehmend als zentrale Sicherheits- und Standortfrage verstanden.

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Internationales Investoren-Konsortium an Bord

Der Bund agiert nicht allein. Er schließt sich einem Konsortium aus drei großen institutionellen Investoren an. Dazu zählen der niederländische Pensionsfonds APG, der norwegische Staatsfonds NBIM und der Staatsfonds GIC aus Singapur. Diese Gruppe plant langfristig, bis zu 46 Prozent an TenneT Germany zu halten. Die niederländische TenneT Holding reduziert ihren Anteil auf etwa 28,9 Prozent, bleibt aber bedeutender Gesellschafter. Diese breite Eigentümerbasis gilt als Meilenstein für die Stabilität der deutschen Energieinfrastruktur.

Trend: Mehr staatlicher Einfluss auf kritische Infrastruktur

Der TenneT-Einstieg ist Teil eines größeren Trends. Der Bund ist damit an drei der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber beteiligt – nach 50Hertz und TransnetBW. Experten werten dies als klares Signal an internationale Investoren: Deutschland schafft verlässliche Rahmenbedingungen für die Energiewende. Die direkte Beteiligung soll Planungsprozesse beschleunigen und Großprojekte absichern, die für die Klimaziele unerlässlich sind. Der Eigenkapitalwert von TenneT Germany wird nach Abschluss aller Einlagen auf etwa 13,3 Milliarden Euro geschätzt.

Nun stehen die regulatorischen Genehmigungen der Wettbewerbsbehörden an. Der finale Abschluss wird für Ende des ersten Halbjahres 2026 erwartet. Danach liegt der Fokus voll auf der beschleunigten Umsetzung der Netzausbauprojekte. Für Wirtschaft und Verbraucher bedeutet dies mehr Versorgungssicherheit und einen entscheidenden Schritt zur klimaneutralen Energieversorgung.

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