Kältekammern, Fett

Kältekammern: Wie viel Fett verbrennt extreme Kälte wirklich?

17.01.2026 - 12:23:12

Kryotherapie kann den Stoffwechsel anregen, ist aber kein Wundermittel zum Abnehmen. Experten betonen die Notwendigkeit von Ernährung und Sport und warnen vor Gesundheitsrisiken.

Kältekammern boomen, versprechen schnellen Gewichtsverlust. Doch die Wissenschaft dämpft die Erwartungen: Minus 110 Grad sind kein Wundermittel gegen Fett.

Während die Fitnessstudios überfüllt sind, erleben auch Kryotherapie-Studios einen Ansturm. Der Biohacking-Trend hat die extreme Kälte als Tool zur Körperoptimierung populär gemacht. Besonders das Versprechen, in wenigen Minuten hunderte Kalorien zu verbrennen, zieht Menschen an. Doch Ernährungswissenschaftler warnen: Die Kryotherapie ist eine begleitende Maßnahme, aber kein Ersatz für Ernährung und Sport.

Der Körper als Heizkraftwerk

Der Schlüssel zum Verständnis liegt in zwei Fettarten: weißes und braunes Fettgewebe. Während weißes Fett Energie speichert, arbeitet braunes Fett wie ein körpereigenes Heizkraftwerk. Es wird durch Kälte aktiviert und verbrennt Zucker und Fette, um Wärme zu erzeugen – ein Prozess namens Thermogenese.

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Studien zeigen: Menschen mit aktivem braunem Fett verbrauchen bei Kälte mehr Energie. Das Problem? Erwachsene besitzen oft nur noch geringe Mengen dieses aktiven Gewebes. Die Hoffnung der Anwender ist es, dieses durch regelmäßige Kältereize wieder zu aktivieren.

Der Mythos der 800 Kalorien

In der Werbung kursieren beeindruckende Zahlen: Bis zu 800 Kalorien sollen in einer einzigen dreiminütigen Sitzung verbrennen. Stoffwechselexperten halten das für unrealistisch.

Zwar steigt der Kalorienverbrauch während der Kälteexposition an. Die kurze Dauer lässt jedoch keinen extremen Energieumsatz zu. Realistischer sind Schätzungen im niedrigen dreistelligen Bereich. Entscheidend ist der langfristige Effekt: Regelmäßige Kälte kann die Insulinsensitivität verbessern und Entzündungen reduzieren. Der direkte Kälteschock allein ersetzt aber weder Training noch eine ausgewogene Ernährung.

Ein teures Hobby: Die Kosten 2026

Kryotherapie ist eine finanzielle Frage. Einzelanwendungen in deutschen und österreichischen Studios kosten derzeit zwischen 29 und 49 Euro. Viele Anbieter setzen auf Abonnements:

  • Eine 10er-Karte kostet durchschnittlich 200 bis 400 Euro.
  • Monatliche Flatrates für Vielnutzer liegen bei 130 bis 200 Euro.

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten meist nur bei strengen medizinischen Indikationen, wie bestimmten rheumatischen Erkrankungen. Für den Lifestyle-Bereich bleibt es eine Privatleistung.

Vorsicht bei diesen Risiken

Extreme Kälte ist nicht für jeden geeignet. Kardiologen warnen vor der Belastung für das Herz-Kreislauf-System. Der Kälteschock lässt den Blutdruck kurzzeitig stark ansteigen.

Personen mit folgenden Beschwerden sollten Kältekammern meiden:
* Unkontrollierter Bluthochdruck
* Herzrhythmusstörungen oder zurückliegende Herzinfarkte
* Durchblutungsstörungen (z.B. Raynaud-Syndrom)
* Schwangerschaft

Seriöse Anbieter führen vor der ersten Sitzung eine Anamnese durch und messen den Blutdruck. Der Rat der Experten ist klar: Vor dem Start einer Kältekur den Hausarzt konsultieren.

Kälte als Teil des Biohacking-Trends

Die Kryotherapie ist Teil eines größeren Trends, bei dem gezielte Stressoren wie Kälte, Hitze oder Fasten die Resilienz des Körpers stärken sollen. Ähnlich wie beim Saunieren geht es weniger um den direkten Effekt in der Kammer, sondern um die systemische Antwort danach.

Im Vergleich zu pharmazeutischen Abnehm-Lösungen ist die Kälte ein natürlicher, aber aufwendiger Ansatz. Der Fokus verschiebt sich zunehmend auf Vorteile für das Immunsystem, die mentale Gesundheit und die Regeneration – besonders im Profisport.

Die Forschung arbeitet weiter daran, die Aktivierung von braunem Fett besser zu verstehen. Für alle, die abnehmen wollen, gilt jedoch: Die Arbeit an Ernährung und Bewegung bleibt einem auch bei minus 110 Grad nicht erspart. Die Kältekammer kann höchstens ein Booster sein.

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