Ivy Lee Methode: 100 Jahre altes System erlebt Renaissance
18.01.2026 - 07:54:12Eine über 100 Jahre alte Produktivitätstechnik feiert ein überraschendes Comeback. Die Ivy Lee Methode verspricht Klarheit im Chaos des modernen Arbeitsalltags. Ihr einfaches Prinzip: Nur sechs Aufgaben pro Tag, strikt nach Priorität abgearbeitet.
Die 25.000-Dollar-Formel für Fokus
Der Produktivitätsberater Ivy Lee entwickelte das System 1918 für Stahlmagnat Charles M. Schwab. Die Legende besagt, dass Schwab von der Wirkung so beeindruckt war, dass er Lee 25.000 Dollar zahlte – heute über 400.000 Dollar wert. Die Methode zwingt zu radikaler Priorisierung.
Ihr Ablauf ist simpel und erfordert nur Stift und Papier:
* Am Vorabend notieren Sie die sechs wichtigsten Aufgaben für den nächsten Tag.
* Sie ordnen sie nach Wichtigkeit: Welche Aufgabe bringt den größten Fortschritt?
* Am nächsten Tag arbeiten Sie konzentriert an Aufgabe eins – bis sie erledigt ist.
* Dann geht es weiter mit Aufgabe zwei, drei und so fort.
* Unerledigtes wandert am Abend auf die neue Liste für den Folgetag.
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Warum Einfachheit heute gewinnt
In einer Welt voller komplexer Apps und Techniken trumpft die Ivy Lee Methode mit purer Schlichtheit. Ihr Erfolg basiert auf klaren psychologischen Effekten.
Sie bekämpft die Entscheidungsmüdigkeit, weil die wichtigsten Weichenstellungen schon am Vortag fallen. Der strikte Fokus auf Single-Tasking ermöglicht tiefe Konzentration und bessere Ergebnisse. Jedes abgehakte Punkt schafft zudem Motivation für den Rest des Tages.
Doch wo liegen die Grenzen? Kritiker sehen Schwächen bei der Berücksichtigung von Dringlichkeit. Unvorhergesehene, dringende Anfragen können den Plan durchkreuzen. Die Methode gibt auch keine Hilfestellung für die Zeitschätzung von Aufgaben.
Minimalismus für die Wissensarbeit von morgen
Trotz ihrer Einschränkungen bleibt die Technik ein kraftvolles Werkzeug. Ihre Stärke ist die klare Struktur in der täglichen Aufgabenflut. Sie zwingt zur Frage: Was macht wirklich einen Unterschied?
Die Prinzipien – Vereinfachung, Priorisierung, Fokus – gewinnen in der modernen Wissensarbeit weiter an Bedeutung. Die Methode lässt sich gut mit anderen Techniken kombinieren, etwa indem man die sechs Aufgaben in konzentrierten Zeitblöcken abarbeitet. Es geht nicht darum, mehr zu schaffen, sondern bewusster an den richtigen Dingen zu arbeiten.


