ISO 9001:2026 und neue Sicherheitsregeln fordern deutsche Betriebe
30.01.2026 - 10:52:11Deutsche Unternehmen stehen 2026 vor einer doppelten Herausforderung: einer neuen Qualitätsnorm und verschärften Arbeitsschutz-Regeln. Die Finalfassung von ISO 9001:2026 liegt vor, während die reformierte DGUV Vorschrift 2 bereits wirkt. Diese Entwicklung erzwingt ein Umdenken hin zu integrierten Managementsystemen.
Finale Phase für neue Qualitätsnorm ISO 9001:2026
Der Countdown läuft. Mit der Veröffentlichung des Finalentwurfs (FDIS) ist die Überarbeitung der weltweit wichtigsten Qualitätsmanagement-Norm auf der Zielgeraden. Die offizielle Veröffentlichung ist für September 2026 geplant. Die Neufassung geht deutlich über den Stand von 2015 hinaus.
Zwei Themen rücken in den Fokus: Klimawandel und Künstliche Intelligenz (KI). Die bereits 2024 als Änderung eingeführten Klima-Aspekte werden nun fester Bestandteil der Kernanforderungen. Gleichzeitig müssen Unternehmen künftig explizit die Risiken und Chancen von KI und Digitalisierung in ihren Qualitätsprozessen adressieren. Für viele Betriebe bedeutet das eine grundlegende Anpassung ihrer Systeme.
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Die gute Nachricht: Die Norm wird enger an die sogenannte Harmonisierte Struktur angeglichen. Das erleichtert vor allem Unternehmen mit Doppelzertifizierung nach ISO 9001 und ISO 45001 (Arbeitsschutz) die Integration. Anforderungen an Lieferkettenresilienz und risikobasiertes Denken lassen sich so leichter auf Sicherheitsprotokolle übertragen – ein Plus für Effizienz und weniger Bürokratie bei Audits.
DGUV Vorschrift 2: Mehr Spielraum für den Mittelstand
Während die ISO-Norm noch in der Warteschleife ist, hat auf nationaler Ebene bereits ein Paradigmenwechsel begonnen. Die überarbeitete DGUV Vorschrift 2 gilt seit dem 1. Januar 2026 und entlastet vor allem den Mittelstand.
Die entscheidende Änderung: Die Schwelle für das Modell der „Alternativen Betreuung“ – oft „Unternehmermodell“ genannt – wurde von 10 auf 20 Beschäftigte angehoben. Damit verdoppelt sich die Zahl kleiner Betriebe, die grundlegende Sicherheitsaufgaben in Eigenregie managen dürfen. Voraussetzung ist eine entsprechende Qualifikation der Geschäftsführung.
Für Qualitätsmanager in diesen Betrieben eröffnet das neue Möglichkeiten. Sicherheitschecks können direkt in bestehende QM-Prozesse integriert werden, statt ausschließlich auf externe Fachkräfte zu setzen. Diese Stärkung der Eigenverantwortung passt perfekt zum Führungsprinzip der ISO 9001, das von der obersten Leitung aktive Verantwortung für die Systemwirksamkeit fordert.
BAuA setzt Rahmen für KI und Homeoffice
Die Schwerpunkte der neuen ISO-Norm finden sich auch in aktuellen Handreichungen der Bundesbehörden wieder. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlichte diese Woche einen Leitfaden für „menschenzentrierte KI-Gestaltung in Krankenhäusern“.
Die darin formulierten Prinzipien – Transparenz, Autonomie der Beschäftigten und Risikobewertung – sind branchenübergreifend relevant. Die BAuA betrachtet KI-Tools für prädiktives Risikomanagement zunehmend als „Arbeitsmittel“, die strengen Sicherheitsbewertungen unterliegen müssen.
Ein weiterer Dauerbrenner ist das Homeoffice. In einer Expertendiskussion am 28. Januar betonte die BAuA, dass die Arbeitsschutzpflicht auch am heimischen Schreibtisch gilt. Ergonomische Standards müssen eingehalten werden – ein Punkt, der bei integrierten Audits nach ISO 9001 und 45001 immer häufiger geprüft wird.
Wirtschaftliche Treiber für integriertes Management
Nicht nur Normen und Vorschriften, auch wirtschaftspolitische Weichenstellungen beeinflussen die Management-Systeme.
- Höherer Mindestlohn: Seit Jahresbeginn gilt ein Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde. In arbeitsintensiven Branchen wie Logistik und Fertigung treibt dieser Kostendruck die Suche nach mehr Effizienz – ein Kernziel von ISO 9001.
- Neue Mini-Job-Grenze: Die Verdienstobergrenze für geringfügige Beschäftigung liegt nun bei 603 Euro monatlich.
- Verschärfte Logistik-Compliance: Das Paketboten-Schutzgesetz wurde entfristet. Es macht Versandunternehmen für Sozialbeiträge ihrer Subunternehmer haftbar. Qualitätsmanagement-Abteilungen müssen in Lieferantenaudits daher nun streng die Compliance von Subunternehmern prüfen. Qualitätssicherung und rechtliche Absicherung verschmelzen hier.
Ausblick: Gap-Analyse gibt die Richtung vor
Für die verbleibenden Monate des Jahres ist die Agenda klar. Der FDIS von ISO 9001:2026 liefert den finalen Bauplan für das Qualitätsmanagement des nächsten Jahrzehnts. Die neuen DGUV-Regeln bieten deutschen KMU sofort mehr Flexibilität.
Experten raten Unternehmen jetzt zu einer umfassenden Gap-Analyse. Wo klafft eine Lücke zwischen dem aktuellen System nach ISO 9001:2015 und den neuen Anforderungen zu Klimarisiko und digitaler Steuerung? Wer diese Anpassungen frühzeitig angeht und sie mit seinen Arbeitsschutzprozessen verzahnt, kann sich einen Effizienzvorsprung und mehr Widerstandsfähigkeit sichern.
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