Intervallfasten, Wundermittel

Intervallfasten: Kein Wundermittel zum Abnehmen

16.02.2026 - 22:18:12

Eine umfassende Cochrane-Analyse zeigt, dass Intervallfasten nicht zu mehr Gewichtsverlust führt als herkömmliche Ernährungsberatung. Die Kalorienreduktion bleibt entscheidend.

Eine neue wissenschaftliche Analyse stellt den Hype um Intervallfasten in Frage. Die Methode ist demnach nicht wirksamer als herkömmliche Diäten.

Cochrane-Studie entzaubert den Trend

Die renommierte Cochrane-Organisation fasste die Ergebnisse von 22 klinischen Studien mit fast 2.000 Teilnehmern zusammen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Intervallfasten führte zu keinem klinisch bedeutsam größeren Gewichtsverlust als traditionelle Ernährungsberatung. Der Effekt lag meist unter der Schwelle von fünf Prozent Körpergewicht, die Ärzte als relevant erachten.

Die Analyse verglich verschiedene populäre Methoden:
* Die 16:8-Diät (Essen innerhalb von 8 Stunden)
* Die 5:2-Diät (an zwei Tagen fasten)
* Alternierendes Fasten

Gegenüber gar keiner Diät war der Vorteil minimal. Der entscheidende Faktor fürs Abnehmen bleibt die konsequente Kalorienreduktion – egal bei welcher Methode.

Warum hält sich der Hype so hartnäckig?

Soziale Medien und Influencer haben Intervallfasten in den letzten Jahren als überlegene Strategie für schnellen Gewichtsverlust gefeiert. Die wissenschaftliche Evidenz kann diesen Enthusiasmus nicht bestätigen. Experten zeigen sich von den Cochrane-Ergebnissen wenig überrascht.

„Intervallfasten ist wahrscheinlich nicht besser, aber auch nicht schlechter als andere Ansätze“, lautet das nüchterne Fazit der Studienautoren. Zur Sicherheit der Methode können sie aufgrund uneinheitlicher Datenlage keine endgültige Aussage treffen.

Ein Lichtblick bei chronischen Erkrankungen

Trotz der Ernüchterung beim Abnehmen gibt es einen interessanten Nebenschauplatz. Eine aktuelle Studie der University of Calgary zeigte vielversprechende Effekte bei Patienten mit Morbus Crohn.

Dort führte ein 8-Stunden-Essensfenster über zwölf Wochen zu:
* Einer 40-prozentigen Reduktion der Krankheitsaktivität
* Einer Halbierung der Bauchbeschwerden

Bemerkenswert: Diese Verbesserungen traten ohne Kalorienreduktion ein. Das legt nahe, dass der reine Zeitpunkt der Mahlzeiten Entzündungsprozesse beeinflussen kann.

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Keine Einheitslösung für alle

Die Cochrane-Analyse positioniert Intervallfasten als eine Option unter vielen – nicht als Wunderwaffe. Kritiker merken an, dass die Studienlage heterogen und meist auf zwölf Monate begrenzt war. Für langfristige Empfehlungen bei der chronischen Erkrankung Adipositas ist das zu kurz.

Zudem stammten die meisten Teilnehmer aus westlichen Ländern mit hohem Einkommen. Die Übertragbarkeit auf andere Bevölkerungsgruppen ist unklar.

Was bleibt also vom Hype? Die Forschung wird sich künftig stärker auf Effekte jenseits der Gewichtsabnahme konzentrieren. Für Ärzte und Ernährungsberater bleibt Intervallfasten ein Werkzeug im Kasten – keine Wunderlösung.

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