Intervallfasten: Kein Wunder, aber eine Option
17.02.2026 - 23:54:12Intervallfasten hilft beim Abnehmen nicht besser als klassische Diäten. Das ist das ernüchternde Fazit einer neuen, umfassenden wissenschaftlichen Übersichtsarbeit der renommierten Cochrane-Organisation. Die Analyse fasst 22 Studien mit fast 2.000 Teilnehmenden zusammen und stellt den oft als Wundermittel gepriesenen Hype kritisch auf den Prüfstand.
Die Analyse: Kein klarer Vorteil beim Gewichtsverlust
Die Kernfrage war, ob das zeitlich begrenzte Essen wirksamer zur Gewichtsreduktion ist als eine durchgehende Kalorienreduktion. Das Ergebnis ist pragmatisch: Intervallfasten kann helfen – zeigt aber keinen eindeutigen Vorteil gegenüber etablierten Methoden.
„Es handelt sich bislang nur um Hinweise und nicht um einen endgültigen Beweis“, erklärt Jörg Meerpohl, Direktor von Cochrane Deutschland. Die Wirksamkeit könne noch nicht mit ausreichender Sicherheit beurteilt werden. Ein Problem: Die untersuchten Fasten-Methoden waren sehr vielfältig, von 16:8 bis zum 5:2-Fasten, was Vergleiche erschwert.
Brisante Debatte um mögliche Risiken
Zusätzliche Brisanz erhält die Diskussion durch eine frühere Beobachtungsstudie. Diese Analyse von über 20.000 US-Erwachsenen legte einen möglichen Zusammenhang nahe: Ein Essensfenster von weniger als acht Stunden pro Tag ging mit einem um 91 Prozent höheren Risiko einher, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu versterben.
Die Autoren betonen jedoch, dass ihre Studie nur einen Zusammenhang, aber keine Ursache belegt. Die Forschung ist vorläufig und hat noch keinen vollständigen Peer-Review durchlaufen. Dennoch haben diese Daten die Debatte über die langfristige Sicherheit neu entfacht.
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Hype war der Evidenz immer voraus
Der große Hype um das Intervallfasten basierte auf der Hoffnung auf gesundheitliche Zusatzeffekte. Frühere Studien deuteten zwar auf Verbesserungen bei Blutdruck oder Blutzucker hin. Experten wie Stefan Kabisch von der Charité Berlin merken jedoch an: „Der Hype war zu keiner Zeit von überzeugenden Humanstudien untermauert.“
Eine merkliche Gewichtsabnahme sei meist nur im Vergleich zu gar keiner Ernährungsumstellung festgestellt worden. Die aktuelle Cochrane-Studie bestätigt diese nüchterne Einschätzung. Sie rückt die Methode als eine von mehreren Strategien zur Gewichtskontrolle zurecht – nicht als überlegene Wunderdiät.
Was bedeutet das für die Praxis?
Die neuen Erkenntnisse werden die Diskussion verändern. Der Fokus dürfte sich von pauschalen Empfehlungen hin zu einer stärker personalisierten Betrachtung verschieben. Offene Fragen bleiben:
* Welche Form des Fastens ist für wen geeignet?
* Welche Rolle spielt die Qualität der Nahrung im Essensfenster?
* Wie sehen die Effekte in robusten Langzeitstudien aus?
Bis dahin raten Ernährungswissenschaftler, Intervallfasten als eine Option unter vielen zu betrachten. Der wichtigste Rat bleibt: auf eine ausgewogene Ernährung achten – und sich nicht allein auf die Uhrzeit zu konzentrieren.
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