Intel und AMD: KI-Boom löst Engpass bei Server-Chips aus
06.02.2026 - 16:02:11Der globale KI-Ausbau stößt an eine neue Grenze: Eine schwere Knappheit bei zentralen Server-Prozessoren von Intel und AMD treibt Lieferzeiten und Preise in die Höhe. Besonders der chinesische Markt, ein Schlüsselsegment, ist betroffen. Die Krise zeigt, dass der Hunger nach KI-Infrastruktur nun die grundlegendsten Bausteine der Rechenzentren erfasst.
Berichten zufolge warnt Intel einige Kunden in China vor Lieferzeiten von bis zu sechs Monaten für bestimmte Server-CPUs. Der Rivale AMD sieht sich mit Verzögerungen von acht bis zehn Wochen konfrontiert. Die unmittelbare Folge: Die Preise für Intels Server-CPUs in China sind im Schnitt um über zehn Prozent gestiegen.
KI-Hype frisst traditionelle Rechenleistung
Der Treiber der Verknappung ist der beispiellose Investitionsboom in KI-Infrastruktur. Während der Fokus lange auf den speziellen Grafikchips (GPUs) zum Training von KI-Modellen lag, wird nun klar: Die Systeme benötigen auch riesige Mengen an klassischen Server-CPUs. Diese Prozessoren steuern Daten, orchestrieren Arbeitslasten und managen die Hintergrundprozesse der KI-Cluster.
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Intel spricht von einer starken Nachfrage nach „traditioneller Rechenleistung“. Diese wird durch fortschrittliche „agentische KI“-Systeme noch befeuert, die für autonome, mehrstufige Aufgaben besonders viel CPU-Leistung benötigen. Hyperscaler und Cloud-Anbieter verbrauchen die Chips schneller, als sie geliefert werden können. Eine parallel eskalierende Krise am Speicherchip-Markt verschärft die Situation zusätzlich.
Hersteller unter Druck: Lieferketten am Limit
Beide Chip-Riesen kämpfen mit Lieferengpässen, doch das Ausmaß differiert. Intel scheint die akutesten Probleme zu haben, besonders bei seinen Xeon-CPUs der vierten und fünften Generation in China – einem Markt, der über ein Fünftel zum Konzernumsatz beiträgt. Quellen berichten von einem erheblichen Auftragsstau und einer Rationierung der Lieferungen.
AMD verzeichnet etwas kürzere, aber dennoch signifikante Verzögerungen. Das Unternehmen verweist auf robuste Lieferantenverträge und die Partnerschaft mit dem Auftragshersteller TSMC. Die Herstellungsdynamik ist jedoch komplex: Während Intel mit eigenen Produktionshochläufen kämpft, priorisiert TSMC offenbar die Fertigung hochprofitabler KI-Chips, was die Kapazitäten für CPUs einschränkt.
Folgen für den Markt: Teurere Server, gebremster Ausbau
Die unmittelbare Konsequenz sind steigende Kosten in der gesamten Server-Lieferkette. Die Preisanstiege in China sind ein direktes Ergebnis des Ungleichgewichts. Die Engpässe treffen vor allem große Server-Hersteller und Cloud-Anbieter wie die chinesischen Tech-Giganten Alibaba und Tencent.
Könnte dies den Bau und die Erweiterung von Rechenzentren ausbremsen? Experten befürchten genau das – ein neues Hindernis für Unternehmen im Wettlauf um KI-Dienste. Für den breiten Markt bedeutet die Knappheit eine Phase deutlich höherer Serverkosten, die wohl das gesamte Jahr 2026 anhalten wird.
Strategische Verschiebung im Halbleitermarkt
Die CPU-Krise markiert eine bedeutende Wende. War die Verfügbarkeit modernster GPUs zwei Jahre lang der primäre Flaschenhals, erfasst der Druck nun die Grundhardware der Rechenzentren. Analysten sehen darin eine strategische Verlagerung der Produktionskapazitäten hin zu den profitabelsten KI-Chips, zulasten traditioneller Produktlinien.
„Die Polarisierung zwischen KI- und Nicht-KI-Akteuren wird sich wahrscheinlich verschärfen“, sagt Makoto Tsuchiya, Ökonom bei Oxford Economics. In China könnte der Engpass bei ausländischen CPUs unbeabsichtigt Pekings Drang zur technologischen Selbstversorgung beschleunigen und heimische Prozessoren fördern.
Ausblick: Anspannung bleibt
Die Branche bereitet sich auf weitere Engpässe im Kurzfristigen vor. Intel rechnet damit, dass die Lagerbestände im ersten Quartal 2026 ihren Tiefpunkt erreichen, mit einer Erholung des Angebots ab dem zweiten Quartal. AMD bekräftigt sein Vertrauen in die eigene Lieferkette.
Doch viele Experten erwarten, dass das fundamentale Ungleichgewicht zwischen Nachfrage und Angebot noch Jahre anhalten könnte – abhängig von der Dauer des KI-Booms. Für Unternehmen heißt die Botschaft: Die Ära leicht verfügbarer, günstiger Rechenkomponenten ist vorerst vorbei. Es deutet alles auf anhaltende Preisvolatilität und die strategische Notwendigkeit hin, sich in einer komplexen, angespannten globalen Lieferkette zu bewegen.
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