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Intel Bartlett Lake: Nur P-Cores schlagen Hybrid-Chips

17.01.2026 - 20:21:13

Intels neuer Core 7 253PE mit 10 Leistungskernen überflügelt in ersten Tests aktuelle Hybrid-Prozessoren und stellt die bisherige Architektur-Strategie infrage.

Intels neuer Core 7 253PE übertrifft mit reinen Leistungskernen aktuelle Hybrid-Prozessoren – ein überraschender Richtungswechsel für den Chip-Riesen.

In einem unerwarteten Leak stellen erste Benchmarks von Intels kommendem Bartlett Lake-Prozessor die eigene Strategie infrage. Der Core 7 253PE setzt ausschließlich auf Performance-Cores (P-Cores) und überflügelt in ersten Tests etablierte Hybrid-CPUs der 14. Generation. Das wirft die Frage auf: Ist die Mischarchitektur mit Effizienzkernen der einzig richtige Weg?

Benchmark-Überraschung: 10 Kerne schlagen 14

Die aufgetauchten Werte aus der PassMark-Datenbank zeigen das Potenzial des ungewöhnlichen Designs. Der Prozessor mit 10 P-Cores und 20 Threads erreicht einen Multi-Thread-Score von 31.802 Punkten. Damit liegt er etwa 20 bis 26 Prozent über dem des Hybrid-Chips Core i5-14400 (6 P-Cores + 4 E-Cores).

Noch bemerkenswerter: Das 10-Kern-Modell übertrifft sogar den 14-Kern-Core i5-14500 (6 P-Cores + 8 E-Cores) in Multi-Thread-Aufgaben um rund zwei Prozent. Das beweist: Für rechenintensive Workloads können mehr volle Leistungskerne effektiver sein als eine gemischte Architektur. In der Einzelkernleistung hinkt der neue Chip den Vergleichsmodellen allerdings leicht hinterher.

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Strategische Kehrtwende: Zurück zu reinen Leistungskernen

Die Bartlett-Lake-Serie markiert eine Abkehr von Intels aktueller Roadmap. Statt der in den letzten Generationen üblichen Hybrid-Architektur setzen bestimmte Modelle wie der 253PE wieder voll auf „Raptor Cove“-P-Cores. Diese Konfiguration mit 10 Kernen war im Mainstream-Desktop-Segment bisher nicht verfügbar, wo aktuell maximal 8 P-Cores verbaut sind.

Der Verzicht auf E-Cores vereinfacht das Thread-Scheduling und kommt Anwendungen zugute, die Effizienzkerne nicht optimal nutzen – etwa in einigen Spielen oder Produktivitäts-Apps. Zudem verfügt der Chip über einen üppigen 36-MB-Cache, der die Leistung unterstützt. Ein großer Vorteil für Bestandskunden: Bartlett Lake bleibt mit dem bestehenden LGA-1700-Sockel kompatibel.

Embedded-Chip weckt Begehrlichkeiten

Offiziell ist der Core 7 253PE für den Embedded-, Netzwerk- und Edge-Computing-Markt vorgesehen. Diese Branchen legen Wert auf vorhersehbare Performance und Langzeitstabilität. Die Prozessoren werden voraussichtlich nur als OEM-Ware verfügbar sein.

Doch die Benchmark-Ergebnisse elektrisieren die Enthusiasten-Community. Seit Jahren wünschen sich viele Anwender CPUs, die sich ausschließlich auf maximale Einzelkernleistung konzentrieren, um Scheduling-Probleme zu umgehen. Der 253PE wird nun als Machbarkeitsstudie für ein modernes All-P-Core-Design gewertet. Könnte Intel diesen Ansatz auch für künftige Consumer-CPUs in Betracht ziehen?

Was bedeutet das für den Markt?

Die Leistungsdaten bieten einen faszinierenden Einblick in Intels Entwicklung. Sie zeigen die rohe Kraft der Raptor-Cove-Kerne und beweisen, dass der Hybrid-Ansatz nicht der einzige Weg zu hoher Multi-Thread-Performance ist. Dass ein 10-P-Core-Chip einen 14-Kern-Hybriden schlagen kann, ist eine bedeutende Erkenntnis.

Zudem gewinnt die LGA-1700-Plattform unerwartet an Relevanz. Eigentlich sollte sie durch den neuen LGA-1851-Sockel für die Arrow-Lake-Generation abgelöst werden. Leistungsstarke neue CPUs für den alten Sockel könnten nun für Millionen Nutzer ein kostengünstiges Upgrade darstellen.

Blick nach vorn: Noch mehr Leistung in Sicht?

Nach dem starken Debüt des 10-Kern-Modells richten sich die Blicke auf das mutmaßliche Top-Modell der Serie. Gerüchten zufolge soll ein 12-P-Core-Chip in Vorbereitung sein, der noch höhere Leistung bieten und High-End-Desktop-CPUs herausfordern könnte. Dieses Flaggschiff soll Taktraten von bis zu 6,0 GHz erreichen, allerdings mit gesperrtem Multiplikator.

Die unmittelbare Zukunft von Bartlett Lake liegt im Embedded-Bereich. Doch die Benchmark-Ergebnisse senden ein klares Signal: Die Nachfrage nach All-P-Core-Architekturen ist weiterhin vorhanden. Ob Intel seine Consumer-Strategie daraufhin anpasst, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die unerwartete Leistung des Embedded-Chips hat die Diskussion über die optimale CPU-Architektur neu entfacht.

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