Innsbruck verschärft Leerstandsabgabe drastisch
01.01.2026 - 21:30:12Ab heute wird leerstehender Wohnraum in Innsbruck deutlich teurer. Die Tiroler Landeshauptstadt führt eine verschärfte Leerstandsabgabe ein, um tausende leerstehende Wohnungen auf den Mietmarkt zu zwingen. Kritiker sprechen von einer reinen „Strafsteuer“.
Die neuen Tarife basieren auf einer Novelle des Tiroler Freizeitwohnsitz- und Leerstandsabgabegesetzes (TFLAG). Sie gelten ab sofort in Innsbruck und anderen Tiroler Gemeinden mit hohem Wohnungsdruck. Die bisherigen, moderaten Regelungen liefen mit dem alten Jahr aus.
Ziel der Stadt ist es, den geschätzten Leerstand von mehreren tausend Einheiten zu mobilisieren. Wer seine Wohnung weiterhin als reines Anlageobjekt „bunkert“, muss jetzt mit finanziell spürbaren Konsequenzen rechnen.
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Das Herzstück der Reform ist eine drastische Progression der Abgabensätze. Sie sind nun an die Wohnungsgröße gekoppelt und steigen überproportional an.
- Für eine durchschnittliche 80-Quadratmeter-Wohnung vervielfacht sich die Belastung im Vergleich zum Vorjahr.
- Statt niedriger dreistelliger Beträge können nun jährlich mehrere tausend Euro fällig werden – besonders für größere Objekte in Top-Lagen.
- Die Stadt schöpft die landesweit erlaubten Höchstsätze voll aus.
Ausnahmen gelten weiterhin für begründete Leerstände, etwa während Renovierungen. Die Nachweispflichten dafür wurden jedoch verschärft.
Der „gläserne Leerstand“: Automatisierter Datenabgleich startet
Neben den höheren Kosten ist eine technologische Aufrüstung der Verwaltung die zweite große Neuerung. Das Land und die Stadt setzen ab sofort auf einen automatisierten Datenabgleich.
Behörden dürfen nun verschiedene Register effizienter verknüpfen – darunter Melderegister, das Wohnungsregister und Daten der Energieversorger. Für Eigentümer steigt das Risiko, einen ungemeldeten Leerstand zu verbergen, massiv an. Die Stadt kündigte an, die neuen Werkzeuge konsequent zu nutzen.
Geteilte Meinungen: Rathaus gegen Immobilienwirtschaft
Die Reaktionen auf die verschärfte Abgabe fallen gespalten aus. Die Stadtregierung sieht sie als unverzichtbaren Schritt im Kampf gegen hohe Mieten. Die Logik: Wenn das „Liegenlassen“ von Wohnungen mehr kostet als die Wertsteigerung einbringt, werden Eigentümer zum Vermieten gezwogen.
Die Immobilienwirtschaft hält dagegen. Eigentümerverbände warnen, die Abgabe könne ihr Ziel verfehlen. Viele Wohnungen stünden nicht aus Spekulation leer, sondern wegen starrem Mietrecht oder unwirtschaftlicher Sanierungen. Die Befürchtung: Besitzer verkaufen eher, als zu vermieten – was das Mietangebot nicht erhöht.
Ein Modell mit Signalwirkung für Österreich?
Die Härte des Innsbrucker Vorgehens ist österreichweit bemerkenswert. Aufgrund der topografischen Enge und extremen Preise im Inntal gilt Tirols Modell als eines der aggressivsten.
Marktbeobachter werden die Entwicklung nun genau verfolgen. Kann Innsbruck signifikant mehr Wohnungen mobilisieren, dient die Maßnahme vielleicht als Blaupause für andere Städte. Scheitert der Ansatz oder führt zu vielen Rechtsstreiten, wird die Debatte über solche Lenkungsabgaben neu entfachen.
Die erste Rechnung kommt 2027
Die finanzielle Realität trifft die Eigentümer erst zeitverzögert. Die Abgabe für das heute beginnende Jahr 2026 ist erst im Frühjahr 2027 zu entrichten und zu erklären.
Dennoch ist der heutige Tag entscheidend: Jeder leerstehende Monat zählt bereits für die neue, hohe Berechnung. Eigentümer stehen nun unter Handlungsdruck. Es ist zu erwarten, dass in den kommenden Wochen vermehrt Wohnungen zur Vermietung angeboten werden.
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