Infineon Aktie: Investitionsschub verunsichert
04.02.2026 - 20:54:33Infineon hat gestern nach Börsenschluss Zahlen zum ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt – und gleichzeitig eine kräftige Erhöhung der Investitionen angekündigt. Die Reaktion der Anleger? Erst euphorisch, dann ernüchtert. Nach einem Kurssprung auf 42,80 Euro drehte die Aktie deutlich ins Minus und notiert aktuell rund drei Prozent schwächer bei 39,83 Euro.
Solide Zahlen, aber teure KI-Wette
Das erste Quartal überzeugte auf dem Papier. Sowohl Umsatz als auch Gewinn lagen über den Erwartungen, die Bruttomarge profitierte von besserer Auslastung und einem günstigeren Produktmix. Analysten sprachen von einem „sehr soliden Quartalsbericht“. Doch dann kam die Kehrseite: Infineon schraubt die geplanten Investitionen für das Geschäftsjahr 2025/26 um satte 500 Millionen Euro nach oben – auf nun insgesamt 2,7 Milliarden Euro.
Der Grund: Der Chipkonzern will massiv in Fertigungskapazitäten für die Stromversorgung von KI-Rechenzentren investieren, ein Großteil fließt ins Werk Dresden. An sich keine schlechte Idee, schließlich boomt das KI-Geschäft. Doch Marktbeobachter zeigen sich skeptisch. Andreas Lipkow brachte es auf den Punkt: Der KI-Halbleiterzyklus sei bereits „gut vorangeschritten“, taiwanesische und südkoreanische Konkurrenten hätten jüngst vor Preisdruck gewarnt. Die Angst vor einem klassischen Schweinezyklus – erst Überinvestitionen, dann Preisverfall – macht sich breit.
Übernahme und Währungsrisiko im Hintergrund
Fast schon zur Randnotiz geriet die zeitgleich verkündete Übernahme des nicht-optischen Sensorgeschäfts von AMS Osram für 570 Millionen Euro. Rund 230 Mitarbeiter und ein Portfolio für Automotive-, Industrie- und Medizintechnik wechseln zu Infineon. Das übernommene Geschäft soll im Kalenderjahr 2026 etwa 230 Millionen Euro Umsatz bringen und sich laut Infineon sofort positiv auf den Gewinn je Aktie auswirken. Der Deal soll im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen werden.
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Doch auch hier gibt es einen Haken: JPMorgan-Analyst Sandeep Deshpande merkte kritisch an, dass Infineon zwar am Ziel „moderates Wachstum“ für das Gesamtjahr festhält – allerdings ohne konkrete Zahlen zu nennen. Zudem basiert die Prognose auf einem Euro-Dollar-Kurs von 1,15, während der aktuelle Wechselkurs deutlich darunter liegt. Bei anhaltendem Dollar-Niveau drohen negative Währungseffekte auf Umsatz und Gewinn.
Die Investoren reagieren mit Gewinnmitnahmen. Die seit Jahresbeginn aufgelaufenen Kursgewinne schrumpften auf nur noch 5,5 Prozent. Von den 45,60 Euro Ende Januar – dem höchsten Stand seit 25 Jahren – ist die Aktie ein gutes Stück entfernt.
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