Indiens, Zensus

Indiens digitaler Zensus: Ein 1,4-Milliarden-Datenrisiko

31.01.2026 - 09:32:12

Der geplante digitale Zensus von 1,4 Milliarden Indern weckt massive Sicherheitsbedenken. Experten fürchten Angriffe auf die riesige Datenmenge und fordern hohe Investitionen in Cyberschutz.

Die indische Regierung plant die größte digitale Volkszählung der Geschichte – und löst damit massive Sicherheitsalarme aus. Experten fürchten, die App-basierte Erfassung von 1,4 Milliarden Menschen werde zur gigantischen Angriffsfläche für Cyberkriminelle.

Eine ungeschützte Datenbank als Warnschuss

Dass die Sorgen berechtigt sind, zeigt ein spektakulärer Fund Ende Januar. Der Sicherheitsforscher Jeremiah Fowler entdeckte eine offen zugängliche Datenbank mit 149 Millionen gestohlenen Zugangsdaten. Die Datensätze enthielten Benutzernamen und Passwörter für Dienste wie Gmail, Facebook, Instagram und sogar Regierungsportale.

Die Analyse ergab: Die Daten stammten nicht von einem einzelnen Hack. Stattdessen sammelte sogenannte Infostealer-Malware die Informationen von infizierten Privatgeräten. Dieser Fund unterstreicht die Industrialisierung des Datenraubs. Kriminelle füttern automatisierte Angriffe mit riesigen „Combolists“ voller Identitäten.

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Passend zum Thema Cyber-Sicherheitsrisiken: Studien zeigen, dass 73 % der deutschen Unternehmen auf Cyberangriffe nicht vorbereitet sind. Bei einer digitalen Volkszählung mit Milliarden Datensätzen steigt die Angriffsfläche drastisch – von Infostealern bis zu gezielten Phishing-Kampagnen. Ein kostenloses E-Book fasst aktuelle Bedrohungsszenarien zusammen und liefert priorisierte Schutzmaßnahmen für IT-Teams und Entscheider. Kostenloses Cyber-Security-E-Book herunterladen

Warum der digitale Zensus so gefährlich ist

Indien will die Volkszählung primär über mobile Apps und Webportale abwickeln. Millionen Zähler sollen mit Handheld-Geräten sensible Daten erfassen – von biometrischen Informationen bis zu sozioökonomischen Details. Genau hier liegt das Problem:

  • Die schiere Datenmenge weckt Begehrlichkeiten bei staatlichen und kriminellen Akteuren.
  • Die komplexe Infrastruktur mit vielen Technologiepartnern vergrößert die Angriffsfläche.
  • Kriminelle könnten die Zählung als Vorwand für Phishing-Kampagnen nutzen.

Sicherheitsexperte Chetan Jain von Inspira Enterprises fordert drastische Maßnahmen. Seiner Einschätzung nach müssten 25 bis 30 Prozent des gesamten Projektbudgets in Cybersicherheit fließen, um ein Desaster zu verhindern.

Das perfekte Sturmwetter für Identitätsdiebstahl

Die aktuelle Bedrohung speist sich aus einer gefährlichen Konvergenz. Während Staaten kritische Infrastrukturen digitalisieren, hat sich die Cyberkriminalität zu einem hochprofessionellen Dienstleistungssektor entwickelt.

Alte Datenlecks heizen die Lage weiter an. Ende 2025 tauchte eine ungeschützte Datenbank mit 4,3 Milliarden professionellen Profilen auf. Die Kombination solcher historischen Daten (Namen, Arbeitgeber) mit frisch gestohlenen Passwörtern ermöglicht die Erstellung detaillierter Opferprofile.

Kommt nun der potenzielle Datenstrom aus dem indischen Zensus hinzu, entsteht das Bild eines „gläsernen Bürgers“ in beispielloser Detailtiefe. Identitätsdiebstahl würde dadurch nahezu trivial.

Was bedeutet das für 2026?

Das Jahr wird zum Lackmustest für die Sicherheit staatlicher Digitalprojekte. Die Durchführung des Zensus wird zeigen, ob Behörden eine Datenmenge dieser Größenordnung gegen profitgetriebene Hacker verteidigen können.

Experten erwarten eine Zunahme gezielter Angriffe auf staatliche Infrastrukturen und eine Welle betrügerischer Kampagnen, die den Hype um die Erfassung ausnutzen. Für Verbraucher weltweit wird die persönliche „Cyber-Hygiene“ – mit Passkeys und Zwei-Faktor-Authentifizierung – zur digitalen Überlebensstrategie.

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