Indiens, Cybersicherheits-Pläne

Indiens Cybersicherheits-Pläne lösen weltweiten Protest aus

16.01.2026 - 03:12:12

Indiens Regierung plant drastische Sicherheitsvorschriften für Smartphones – und stößt damit auf massiven Widerstand von Tech-Giganten und Datenschützern. Die umstrittenen Maßnahmen könnten den weltweit zweitgrößten Smartphone-Markt nachhaltig verändern.

Hintergrund sind 83 neue Sicherheitsstandards, die das indische Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) im Rahmen der Indian Telecom Security Assurance Requirements (ITSAR) ausgearbeitet hat. Die Regierung begründet den Vorstoß mit der Bekämpfung von Online-Betrug und Datenlecks in einem Markt mit fast 750 Millionen Smartphone-Nutzern.

Doch die Pläne gehen weit über europäische oder amerikanische Standards hinaus. Am umstrittensten ist die Forderung, dass Hersteller wie Apple, Samsung und Xiaomi ihren proprietären Quellcode für Prüfungen in staatlichen Laboren offenlegen sollen. Zudem müssten vorinstallierte Apps (“Bloatware”) entfernbar sein und Betriebssystem-Updates vorab einer Behörde gemeldet werden.

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Tech-Industrie warnt vor gefährlichem Präzedenzfall

Die Reaktion der Industrie fällt eindeutig aus: “Diese Forderungen sind weltweit beispiellos und gefährden Geschäftsgeheimnisse”, heißt es aus Branchenkreisen. Hersteller argumentieren, dass die Offenlegung von Quellcode nicht praktikabel sei und die vorgeschriebene zwölfmonatige Speicherung von System-Logs Akkus und Speicher überlasten würde.

Besonders kritisch sehen Experten die geplante Vorabprüfung von Sicherheits-Updates. “Das könnte die Auslieferung kritischer Patches um Wochen verzögern – genau dann, wenn Nutzer am verwundbarsten sind”, warnt ein Sicherheitsexperte. Die Industrie befürchtet zudem, dass Indien mit diesen Regeln einen gefährlichen Präzedenzfall für andere Schwellenländer schaffen könnte.

Datenschützer sehen Überwachungsstaat drohen

Noch schärfer kritisieren Bürgerrechtsorganisationen die Pläne. Die Internet Freedom Foundation (IFF) warnt vor einem “Einstieg in die flächendeckende staatliche Überwachung”. Wenn der Staat Zugang zu Quellcode erhalte, könne er dauerhafte Kontrollmechanismen in Millionen Geräte einbauen.

Die Bedenken sind nicht aus der Luft gegriffen: Erst Ende 2025 musste die indische Regierung einen ähnlichen Vorstoß zurücknehmen – die verpflichtende Installation einer staatlichen Sicherheits-App. Jetzt fürchten Kritiker, dass Sicherheitslücken nicht behoben, sondern für Überwachungszwecke genutzt werden könnten.

Ausgang des Machtkampfs ungewiss

Das IT-Ministerium versucht zu beschwichtigen: Man wolle Hersteller nicht zum Quellcode zwingen und nehme berechtigte Bedenken ernst. Doch ein für diese Woche geplantes Treffen mit Tech-Unternehmen wurde überraschend abgesagt – ein Zeichen für die angespannte Lage.

Die Entscheidung wird weit über Indien hinausreichen. Sollte Delhi auch nur in abgeschwächter Form durchgreifen, könnte dies weltweit Nachahmer finden. Für 750 Millionen Nutzer, die Tech-Industrie und den Datenschutz steht viel auf dem Spiel: Es geht um das grundlegende Verständnis von Gerätesicherheit und digitaler Privatsphäre im 21. Jahrhundert.

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