Indexmieten, Bundesjustizministerium

Indexmieten: Bundesjustizministerium plant Deckelung auf 3,5 Prozent

01.02.2026 - 02:53:12

Ein neuer Gesetzesentwurf sieht eine Obergrenze für Indexmieten und strengere Regeln für möbliertes Wohnen vor. Die Pläne werden von Mietern begrüßt, während die Immobilienwirtschaft Investitionsrisiken sieht.

Ein neuer Gesetzesentwurf will Indexmieten kappen und möbliertes Wohnen strenger regulieren. Das Bundesjustizministerium plant eine Obergrenze von 3,5 Prozent für jährliche Mieterhöhungen bei Indexverträgen. Zudem sollen Möblierungszuschläge transparenter werden. Der Entwurf soll spätestens Anfang 2027 in Kraft treten.

Kappungsgrenze soll Mieter entlasten

Der Kern des Vorhabens ist eine harte Deckelung für Indexmieten. Künftig dürften diese Verträge nur noch um maximal 3,5 Prozent pro Jahr steigen – unabhängig von der tatsächlichen Inflationsrate. In den vergangenen Jahren waren Erhöhungen von sechs bis sieben Prozent keine Seltenheit.

Die geplante Obergrenze soll für alle bestehenden und neuen Verträge gelten. Indexmietverträge machen bundesweit zwar einen relativ kleinen Anteil aus, sind in Neubauten und Großstädten aber deutlich verbreiteter.

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Schluss mit intransparenten Möblierungszuschlägen

Ein zweiter Schwerpunkt sind Regeln für möbliertes Wohnen. Bisher nutzten Vermieter dies oft, um die Mietpreisbremse zu umgehen. Künftig müssen Kaltmiete und Möblierungszuschlag im Vertrag getrennt ausgewiesen werden.

So können Mieter leichter prüfen, ob die zugrundeliegende Kaltmiete die ortsübliche Vergleichsmiete übersteigt. Der Entwurf schlägt zudem eine pauschale Obergrenze für den Zuschlag vor. Das soll verhindern, dass bereits wenige Möbelstücke als Vorwand für hohe Aufschläge dienen.

Geteilte Reaktionen: Schutz vs. Investitionshemmnis

Die Reaktionen auf die Pläne fallen erwartungsgemäß gemischt aus. Mieterschutzorganisationen wie der Deutsche Mieterbund begrüßen die Initiative als notwendigen Schritt, um Schlupflöcher zu schließen.

Aus der Immobilienwirtschaft kommen hingegen warnende Stimmen. Kritiker befürchten, dass eine zu starke Regulierung Investitionen in Neubau und Instandhaltung bremsen könnte. Eine Umfrage deutet darauf hin, dass 38 Prozent der Befragten bei einer Einschränkung von Indexmieten weniger Wohnungsbau erwarten.

Nächster Schritt: Der Weg durch die Koalition

Der Entwurf befindet sich aktuell in der regierungsinternen Abstimmung. Nach einer Kabinettsbefassung muss er das parlamentarische Verfahren durchlaufen. In den kommenden Monaten sind intensive Diskussionen mit Koalitionspartnern und Interessenverbänden zu erwarten.

Die finale Ausgestaltung der Kappungsgrenze und der Möblierungsregeln könnte sich dabei noch ändern. Für Millionen Mieter und Vermieter geht es um weitreichende Entscheidungen für den deutschen Wohnungsmarkt.

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