Illinois, Großoffensive

Illinois startet Großoffensive gegen unkontrollierte KI

10.02.2026 - 02:12:12

Der US-Bundesstaat Illinois treibt ein umfangreiches Gesetzespaket zur Regulierung von KI voran, das Transparenz, Sicherheit und Datenschutz in den Mittelpunkt stellt und als Vorbild für andere Regionen dienen könnte.

Illinois prescht mit einem Dutzend neuer Gesetzesvorlagen als Vorreiter in der KI-Regulierung vor. Der Bundesstaat will Transparenz, Sicherheit und Datenschutz bei künstlicher Intelligenz durchsetzen – und setzt damit Maßstäbe, die auch für deutsche Unternehmen relevant werden könnten.

Vom Arbeitsrecht zum Rundumschlag

Was mit spezifischen Regeln für den Arbeitsmarkt begann, entwickelt sich zur umfassenden Governance-Offensive. Seit Januar 2026 gilt in Illinois bereits ein Gesetz, das Diskriminierung durch KI bei Einstellungen verbietet. Jetzt folgt der nächste Schritt: Ein Paket aus über einem Dutzend Entwürfen, das im Februar 2026 eingebracht wurde, zielt auf alle Bereiche der KI-Entwicklung und -Nutzung ab.

Die Botschaft ist klar: Die bisherigen Beschränkungen für Arbeitgeber waren nur der Anfang. „Diese Vorlagen signalisieren einen grundlegenden Wandel“, analysiert eine Rechtsexpertin aus Chicago. „Illinois baut ein regulatorisches Ökosystem auf, das jeden Unternehmenstreffpunkt mit KI betrifft.“

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Transparenzpflicht und Sicherheitsvorkehrungen

Das legislative Paket attackiert die KI auf mehreren Fronten gleichzeitig. Im Zentrum stehen Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Zwei Gesetzesvorlagen – der AI Provenance Data Act (SB 3263) und der Provenance Data Requirements Act (HB 4711) – würden Hersteller verpflichten, synthetische Inhalte mit Herkunftsdaten zu versehen. Ein weiterer Entwurf (HB 4988) will das Verbraucherschutzgesetz ändern, um klare Hinweise auf KI-Interaktionen zu erzwingen.

Die Sicherheit großer KI-Modelle adressieren der AI Safety Measures Act (SB 3312) und der AI Safety Act (SB 3444). Parallel dazu soll der AI Data Privacy Act (SB 3180) persönliche Daten in KI-Systemen besser schützen. Spezialgesetze für Kinderschutz (HB 4705, SB 3261) und Chatbot-Regulierung (SB 3262, SB 3384) runden das Paket ab. Besonders bemerkenswert: Der Meaningful Human Control of AI Act (HB 4980) fordert menschliche Aufsicht bei automatisierten Entscheidungen.

Flickenteppich statt Bundeslösung

Illinois handelt, wo die US-Bundesregierung zögert. Trotz einer Präsidentenverordnung vom Dezember 2025, die einen nationalen KI-Rahmen schaffen sollte, übernehmen die Bundesstaaten die Initiative. „Wir sehen 2026 einen regulatorischen Flickenteppich entstehen“, warnt ein Branchenanalyst. „Jeder Staat entwickelt eigene Anforderungen an Transparenz, Bias-Prüfungen und Risikobewertungen.“

Für Unternehmen bedeutet dies wachsende Komplexität. Neben der bereits geltenden Anti-Diskriminierungspflicht könnten bald umfangreiche Transparenz- und Datenschutzvorgaben hinzukommen. „Unternehmen müssen nicht nur ihre Recruiting-Tools überprüfen“, so die Expertin. „Sondern sicherstellen, dass alle KI-Systeme den neuen Standards genügen.“

Was kommt auf Unternehmen zu?

Die Gesetzesvorlagen stehen erst am Anfang des parlamentarischen Prozesses. Doch ihre Einbringung sendet ein deutliches Signal: Illinois will eine der umfassendsten KI-Regulierungen der USA schaffen. Arbeitgeber, die gerade erst die Anforderungen von HB 3773 umsetzen, müssen sich auf erweiterte Pflichten einstellen.

Branchenverbände und Unternehmen werden den Gesetzgebungsprozess intensiv begleiten. Die Debatte in Springfield könnte zum Modell für andere Bundesstaaten werden – und sogar international ausstrahlen. Für europäische Unternehmen, die in den USA aktiv sind, wird die Entwicklung in Illinois zum Beobachtungsposten. Denn was heute in Springfield diskutiert wird, könnte morgen auch anderswo zum Standard werden.

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