IHS, Inflationsprognose

IHS senkt Inflationsprognose für Österreich deutlich

03.02.2026 - 02:23:12

Die Inflationsrate sinkt laut IHS-Prognose deutlich auf 2,2 Prozent. Regierungsmaßnahmen und Basiseffekte bremsen die Preise, während die Wirtschaft nur verhalten wächst.

Das Institut für Höhere Studien (IHS) erwartet für dieses Jahr nur noch eine Teuerung von 2,2 Prozent. Die neue Prognose liegt damit knapp über dem Ziel der Europäischen Zentralbank und markiert einen deutlichen Rückgang.

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl werten die Korrektur als Trendwende. Sie sehen darin eine Bestätigung des eingeschlagenen wirtschaftspolitischen Kurses. Die ursprüngliche Prognose für 2026 lag noch bei 2,5 Prozent.

Was hinter dem Rückgang steckt

Zwei Faktoren bremsen die Preise. Ein statistischer Basiseffekt drückt die Rate um etwa 0,8 Prozentpunkte. Denn hohe Energiepreise aus dem Vorjahr fallen nun aus der Jahresberechnung heraus.

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Aktive Entlastungsmaßnahmen der Regierung senken die Inflation um weitere 0,7 Prozentpunkte. Dazu zählen:
* Die Senkung der Elektrizitätsabgabe
* Angekündigte Preissenkungen der Versorger Verbund und EVN
* Neue Sozialtarife für Strom

Laut Wirtschaftsvertretern kann ein durchschnittlicher Haushalt so rund 900 Euro im Jahr sparen.

Wirtschaft wächst nur langsam

Die Entspannung bei den Preisen steht einer schwachen Konjunktur gegenüber. 2025 wuchs die Wirtschaft nur um 0,5 Prozent. Für dieses Jahr prognostizieren die Institute ein leichtes Plus zwischen 1,0 und 1,2 Prozent.

Ökonomen bewerten diese Erholung im historischen Vergleich als verhalten. Als Bremsen gelten ein Verlust an internationaler Wettbewerbsfähigkeit und globale Unsicherheiten.

Echte Entlastung oder statistischer Effekt?

Die Bundesregierung feiert die Zahlen als Erfolg ihrer Anti-Teuerungspolitik. Bundeskanzler Christian Stocker spricht von einer „sehr erfreulichen Trendumkehr“.

Analysten mahnen jedoch zur Differenzierung. Ein Großteil des Rückgangs geht auf den rein rechnerbasierten Basiseffekt zurück. Die eigentliche Herausforderung beginnt jetzt: Kann die Inflation auch ohne diesen Effekt niedrig gehalten werden?

Die weitere Entwicklung hängt nun von globalen Energiepreisen, geopolitischen Faktoren und den anstehenden Lohnverhandlungen ab. Die Regierung hat angekündigt, den Kampf gegen die Teuerung weiterhin prioritär zu behandeln.

@ boerse-global.de