IHK, Reutlingen

IHK Reutlingen startet Netzwerk für smarte IT-Compliance

15.01.2026 - 05:32:12

Die IHK Reutlingen hat ein Netzwerk für IT-Verantwortliche ins Leben gerufen, um gemeinsam Lösungen für komplexe Vorgaben wie NIS-2 und DSGVO zu entwickeln. Der Fokus liegt auf praxisnahem Austausch.

Die Industrie- und Handelskammer Reutlingen startet ein Führungskräftenetzwerk, um Unternehmen beim Umgang mit der wachsenden Flut digitaler Vorschriften zu unterstützen. Der Auftakt erfolgte heute bei RAMPF Holding in Grafenberg.

Reutlingen – Im Kampf gegen die immer komplexer werdende digitale Regulierung setzt die IHK Reutlingen auf kollektive Intelligenz. Mit dem heutigen Kick-off des „IT Leadership Network“ startet eine Plattform, auf der IT-Verantwortliche und Geschäftsführer gemeinsam Lösungen für IT-Compliance entwickeln. Das Motto der Auftaktveranstaltung bei RAMPF Holding in Grafenberg: „Smarter Handling of IT Regulations“.

Die wachsende Last der IT-Compliance

Deutsche Unternehmen, besonders der Mittelstand, ächzen unter einem dichten Regelwerk. Von der etablierten DSGVO bis zur jüngst umgesetzten EU-NIS-2-Richtlinie häufen sich die Anforderungen. NIS-2, seit Ende 2025 in Kraft, verschärft die Cybersicherheits-Standards für kritische Sektoren erheblich. Sie verlangt umfassendes Risikomanagement, dokumentierte Sicherheitsprotokolle und strenge Meldepflichten an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Die Krux liegt oft im Praxistransfer. Wie werden juristische Texte in alltagstaugliche Prozesse gegossen, ohne Innovation zu ersticken oder Kosten explodieren zu lassen? Genau hier setzt das IHK-Netzwerk an. Es soll eine praxisnahe Austauschplattform für genau diese Herausforderungen bieten.

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Vom Theoriewissen zur gelebten Praxis

„Wie machen es die anderen?“ – diese Frage steht im Zentrum des Netzwerkgedankens. Der heutige Auftakt verzichtet bewusst auf Frontalvorträge. Stattdessen stehen der Erfahrungsaustausch und Best-Practice-Beispiele im Vordergrund. Teilnehmer sollen von den Lösungswegen und Fehlern anderer Unternehmen lernen.

Die Wahl des Veranstaltungsortes unterstreicht den Praxisbezug. Die RAMPF Holding, ein führender Hersteller in den Bereichen Reaktivharze, Maschinensysteme und Leichtbau, bietet den perfekten industriellen Kontext. In einem solchen Umfeld wird deutlich, wie Digitalisierung und Regulierung im modernen Produktionsbetrieb zusammenkommen.

IHK als Motor für digitale Resilienz

Das Netzwerk ist Teil einer bundesweiten IHK-Offensive zur Stärkung der digitalen Widerstandsfähigkeit. Die Kammern bieten ein breites Spektrum an Unterstützung: von Workshops über Informationsmaterial bis hin zur Fachberatung für IT-Sicherheit.

Zusätzlich bauen spezielle Weiterbildungsprogramme wie der „Cyber Security Advisor (IHK)“ dringend benötigtes Know-how auf. Diese Kurse vermitteln umfassendes Wissen zu Cyber-Bedrohungen und befähigen Mitarbeiter, eigene Sicherheitskonzepte zu entwickeln. Sie ergänzen die Netzwerkarbeit und schaffen so ein umfassendes Ökosystem der Unterstützung.

Analyse: Geteilte Last ist halbe Last

Die Initiative spiegelt eine wichtige Erkenntnis wider: In der vernetzten Wirtschaft kann Compliance kein Sololauf sein. Für den deutschen Mittelstand wäre es wirtschaftlich kaum tragbar, wenn jedes Unternehmen Gesetze wie NIS-2 oder den kommenden EU AI Act im Alleingang entschlüsseln müsste.

Kollaborative Modelle wie das IHK-Netzwerk bieten einen effizienteren Weg. Durch das Bündeln von Wissen werden Doppelarbeit vermieden, Fallstricke umgangen und bewährte Lösungen schneller adaptiert. Diese kollektive Herangehensweise stärkt nicht nur die Compliance, sondern fördert eine robustere Sicherheitskultur in der gesamten Region – ein echter Wettbewerbsvorteil.

Ausblick: Nächster Stopp Künstliche Intelligenz

Der Dialog ist eröffnet und wird fortgesetzt. Das nächste Treffen des IT Leadership Network ist bereits für den 12. März angesetzt. Dann geht es um die praktischen Herausforderungen bei der Suche und Integration von KI-Lösungspartnern.

Die Agenda zeigt: Die IHK denkt einen Schritt voraus. Während Technologien wie Künstliche Intelligenz neue Chancen eröffnen, bringen sie auch neue regulatorische Pflichten mit sich. Initiativen wie diese werden entscheidend dafür sein, dass deutsche Unternehmen nicht nur mit der Gesetzesflut klarkommen, sondern im digitalen Zeitalter weiterhin erfolgreich wirtschaften können.

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