IG Metall sichert Tarifabschluss für Holz- und Kunststoffbranche
31.01.2026 - 18:13:11Nach zähen Verhandlungen und bundesweiten Warnstreiks hat die IG Metall für die Holz- und Kunststoffindustrie entscheidende Tariferhöhungen durchgesetzt. Rund 166.000 Beschäftigte erhalten gestaffelte Lohnsteigerungen und Einmalzahlungen.
Die Einigung in den Kern-Tarifgebieten Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen/Bremen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen beendet einen monatelangen Arbeitskampf. Die Arbeitgeber hatten zunächst eine Nullrunde für 2026 gefordert, gaben ihren Widerstand jedoch nach Warnstreiks mit rund 7.500 Beteiligten auf.
Die Eckpunkte der neuen Tarifverträge
Die regionalen Abschlüsse folgen einem ähnlichen Muster: Sie kombinieren dauerhafte Lohnerhöhungen in zwei Stufen mit steuerbegünstigten Einmalzahlungen. Die lange Laufzeit bis Ende Januar 2028 soll den oft mittelständischen Betrieben Planungssicherheit geben.
Tarifabschlüsse wie die jüngsten IG Metall‑Einigungen zeigen, wie wichtig klare betriebliche Regelungen sind. Betriebsräte, Personalverantwortliche und HR‑Teams profitieren von fertigen Muster‑Betriebsvereinbarungen, die typische Themen – Arbeitszeit, Vergütung, Sonderzahlungen und Mitbestimmungsfragen – rechtssicher regeln. Das kostenlose PDF enthält Vorlagen, Checklisten und Formulierungsbeispiele, die sich schnell an mittelständische Betriebe anpassen lassen und Ihre Verhandlungsposition stärken. Praxisbewährte Muster und Schritt‑für‑Schritte‑Anleitungen sparen Zeit in der Umsetzung. Jetzt kostenlose Muster‑Betriebsvereinbarung herunterladen
Im Pilotbezirk Baden-Württemberg steigen die Entgelte ab Juni 2026 um 2,0 Prozent und ab Juli 2027 um weitere 2,2 Prozent. Im April 2026 fließt eine Einmalzahlung von 300 Euro. Für die etwa 18.000 Beschäftigten in Niedersachsen und Bremen gelten ähnliche Erhöhungen. Ein besonderes Zugeständnis: Nur IG Metall-Mitglieder erhalten hier die zusätzliche Einmalzahlung von 300 Euro – ein klares Signal zur Stärkung der gewerkschaftlichen Organisation.
Auch in den anderen Tarifgebieten orientieren sich die vereinbarten Strukturen an diesem Kompromissmodell. Auszubildende profitieren von Sonderzahlungen und erhöhten Vergütungen.
Warnstreiks brachten den Durchbruch
Der Weg zur Einigung war steinig. Nach ergebnislosen Verhandlungen im Spätjahr 2025 eskalierte der Konflikt im Januar 2026. Die IG Metall rief zu bundesweiten Warnstreiks auf, um ihrer Kernforderung Nachdruck zu verleihen: fünf Prozent mehr Lohn bei zwölf Monaten Laufzeit.
Die Strategie ging auf. Die sichtbaren Arbeitsniederlegungen vor den Werkstoren erhöhten den Druck auf die Arbeitgeberverbände massiv. „Ohne den Einsatz der streikenden Belegschaften wären diese Durchbrüche nicht möglich gewesen“, betonten Gewerkschaftsvertreter. Die bereits ausgelaufene Friedenspflicht in den meisten Regionen hatte die Eskalation begünstigt.
Ein Kompromiss mit Signalwirkung
Die IG Metall wertet die Abschlüsse als austariertes Ergebnis. Die prozentualen Erhöhungen stärken die Kaufkraft der Beschäftigten und sollen so auch die Binnenkonjunktur stützen. Gleichzeitig bieten die langen Vertragslaufzeiten den Unternehmen in einer weiterhin angespannten Wirtschaftslage verlässliche Kalkulationsgrundlagen.
Die Einigung zeigt: Die Sozialpartnerschaft funktioniert auch unter Druck. Sie trägt sowohl dem Wunsch der Arbeitnehmer nach nachhaltigen Lohnsteigerungen als auch dem Flexibilitätsbedürfnis der Arbeitgeber Rechnung.
Was kommt jetzt?
Die Tarifkommissionen der IG Metall müssen den Ergebnissen final zustimmen, was als Formsache gilt. Der Fokus liegt nun auf der betrieblichen Umsetzung der vereinbarten Zahlungen.
In einigen kleineren Tarifgebieten laufen die Verhandlungen noch. Die erfolgreichen Abschlüsse in den großen Bezirken dürften hier jedoch eine starke Vorbildwirkung entfalten und weitere Streiks unwahrscheinlicher machen. Für die deutsche Holz- und Kunststoffindustrie kehrt damit vorerst Ruhe ein.
PS: Wenn es jetzt in den Betrieben um die Umsetzung der Tarifabschlüsse geht, ist juristische und verhandlungstechnische Sicherheit entscheidend. Dieses kostenlose Ratgeberpaket liefert konkrete Muster, Checklisten und Verhandlungstipps, damit Betriebsräte und Personalverantwortliche Einmalzahlungen, Laufzeiten und betriebliche Regelungen sauber und rechtskonform umsetzen. Mit Praxisbeispielen für kleine und mittlere Unternehmen erleichtert es die schnelle Anwendung vor Ort. Muster und Checklisten kostenfrei anfordern


