Humanoid-Roboter, Serienproduktion

Humanoid-Roboter erreichen Serienproduktion

27.01.2026 - 08:03:12

Der Markt für menschenähnliche Roboter wächst rasant. Firmen wie Unitree, Tesla und Boston Dynamics treiben die kommerzielle Einführung in Fabriken voran.

Die Ära der menschenähnlichen Roboter bricht an. Nach Jahren der Forschung startet die Industrie weltweit in die kommerzielle Massenproduktion. Getrieben von einem Wettlauf zwischen den USA und China sowie bahnbrechenden KI-Fortschritten, drängen die ersten Modelle in Fabrikhallen – und bald vielleicht in den Alltag.

Markt explodiert: 34 Milliarden Euro bis 2032 erwartet

Die Zahlen belegen den Boom. Eine aktuelle Marktanalyse vom 23. Januar 2026 prognostiziert, dass der globale Markt für humanoide Roboter und verkörperte KI bis 2032 auf über 34 Milliarden Euro anwachsen wird. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 29,5 Prozent. Der Bedarf nach menschenähnlicher Automatisierung in Fertigung, Gesundheitswesen und Logistik treibt diese Entwicklung voran.

Produktionswettlauf: China meldet Führungsanspruch

Der Wettbewerb um die Massenfertigung ist voll entbrannt. Das chinesische Unternehmen Unitree Robotics gab am 22. Januar bekannt, im Jahr 2025 mehr als 5.500 „reine“ Humanoid-Roboter ausgeliefert zu haben. Diese Zahl könnte Unitree zum weltweiten Marktführer machen. Der Durchbruch gelang nach einem spektakulären Auftritt beim chinesischen Neujahrsgala 2025. Für 2026 ist eine Neuauflage geplant.

Die gesamte Branche in China reift rapide. Ein Vizeminister für Industrie bestätigte, dass die Roboter die Entwicklungsphase verlassen und in Fabriken sowie Haushalten ankommen. Über 140 Firmen sind dort bereits im Geschäft. Zulieferer wie EYOU starteten automatisierte Fertigungslinien für Roboter-Gelenke – eine Grundvoraussetzung für die Produktion zehntausender Einheiten.

Anzeige

Passend zum Thema Künstliche Intelligenz: Seit August 2024 gelten neue EU-Regeln für KI‑Systeme – viele Hersteller und Entwickler riskieren Bußgelder, weil Kennzeichnungs- und Dokumentationspflichten noch nicht umgesetzt sind. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden zur EU‑KI‑Verordnung erklärt Risikoklassen, Kennzeichnungspflichten und welche Nachweise Sie in der Produktentwicklung und Zertifizierung benötigen. Praxisnah für Entwickler, Hersteller und Industriebetriebe. Jetzt kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden herunterladen

USA kontern: Tesla und Faraday Future drängen auf den Markt

Doch die US-Konkurrenz schläft nicht. Der Elektroauto-Hersteller Faraday Future verkündete am 25. Januar, sein erstes Roboter-Modell habe die US-Zertifizierung erhalten und sei verkaufsbereit. Das Unternehmen will die ersten profitablen Humanoid-Roboter in den USA ausliefern.

Im Rücken hat Faraday Future einen prominenten Mitstreiter: Tesla-CEO Elon Musk kündigte auf dem Weltwirtschaftsforum an, den Optimus-Roboter bis Ende 2027 an die Öffentlichkeit zu verkaufen. Schon heute verrichten Prototypen einfache Aufgaben in Teslas Fabriken. Die Botschaft ist klar: Der Wettlauf um die erste dominierende Plattform hat begonnen.

Vom Labor in die Fabrik: Atlas und Walker S2 führen vor

Die Messe CES in Las Vegas wurde zur Bühne für den nächsten Schritt. Boston Dynamics, eine Hyundai-Tochter, präsentierte die serienreife Version seines Atlas-Roboters. Der vollelektrische Atlas mit KI-Steuerung soll noch 2026 in Hyundai-Werken eingesetzt werden. Der Wechsel von spektakulären Demo-Videos zum industriellen Einsatz markiert einen Wendepunkt.

Die Anwendungen werden konkret. In einer Siemens-Fabrik in Deutschland demonstrierte ein mobiler Manipulator mit Rädern die Integration in bestehende Produktionsumgebungen. In China arbeitet der Roboter Walker S2 bereits in einer 5G-Smart-Factory, navigiert autonom und montiert Bauteile. Solche Praxistests sind entscheidend, um die Zuverlässigkeit unter Beweis zu stellen.

KI als Gamechanger: Roboter lernen selbstständig

Der eigentliche Treiber hinter der rasanten Entwicklung ist die Künstliche Intelligenz. Die International Federation of Robotics sieht Autonomie und KI als wichtigsten Trend für 2026. Generative KI ermöglicht es Robotern, Aufgaben eigenständig zu lernen und in natürlicher Sprache mit Menschen zu interagieren.

Diese Konvergenz von intelligenter Software und hochentwickelter Hardware schafft Maschinen, die mehr können als monotone Wiederholungen. Sie nehmen dynamische Umgebungen wahr, treffen Entscheidungen und handeln. Die Technologie wird zudem demokratischer: In Vietnam zeigten zwei Schüler kürzlich einen selbstgebauten Humanoiden mit Gesichtserkennung.

Was bedeutet das für Deutschland?

Für den Industriestandort Deutschland birgt diese Entwicklung riesiges Potenzial und großen Anpassungsdruck. Sie könnte helfen, den akuten Fachkräftemangel in der Fertigung zu lindern. Gleichzeitig muss die hiesige Industrie – von Automobilzulieferern bis zum Maschinenbau – den Anschluss an die robotische Revolution halten. Die Integration humanoider Roboter in bestehende, oft komplexe Produktionslinien wird zur Schlüsselkompetenz. Bleibt Europa nur Abnehmer oder wird es zum Mitgestalter?

Anzeige

PS: Hüten Sie sich vor Überraschungen bei humanoiden Robotern – die EU‑KI‑Verordnung betrifft genau solche Systeme und kann Markteinführungen verzögern. Unser Gratis‑Guide zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Ihr Roboter‑System richtig klassifizieren, welche Kennzeichnung und Dokumentation erforderlich sind und wie Sie Übergangsfristen einhalten. Ideal für Produktionsleiter, Compliance‑Verantwortliche und Entwicklungs‑Teams, die Massenfertigung und Zertifizierung planen. KI‑Verordnung‑Guide gratis sichern

@ boerse-global.de