Historisches, Museum

Historisches Museum Frankfurt stellt Wohnungsfrage

29.01.2026 - 03:46:12

Frankfurt kämpft mit Rekordmieten und rückläufigen Baugenehmigungen. Die Stadt setzt auf neue Quartiere, Nachverdichtung und Förderprogramme für bezahlbaren Wohnraum.

Eine neue Ausstellung im Historischen Museum Frankfurt wirft ein Schlaglicht auf die drängende Wohnungsfrage der Stadt. Die Schau „Alle Tage Wohnungsfrage. Vom Privatisieren, Sanieren und Protestieren“ beleuchtet die historischen Wurzeln und aktuellen Ausprägungen der Krise. Sie trifft damit den Nerv einer Stadt, die unter hohem Druck nach Lösungen sucht.

Die Ausstellung untersucht die sozialen Folgen von Privatisierung und Sanierung in verschiedenen Frankfurter Siedlungen. Sie stellt die grundsätzliche Frage nach den Eigentumsverhältnissen. Diese künstlerische Aufarbeitung trifft auf eine politische Realität, in der die Stadtregierung mit neuen Bauprojekten und Förderprogrammen gegen die Wohnungsnot kämpft.

Mietpreise schießen in die Höhe

Die Dringlichkeit des Themas belegen aktuelle Zahlen. Der Frankfurter Mietspiegel 2024 zeigt den höchsten jemals gemessenen Zuwachs: Innerhalb von zwei Jahren stieg das Stichprobenmittel um 11,76 Prozent auf 11,50 Euro pro Quadratmeter. Noch dramatischer ist die Lage bei Neuvermietungen. Hier kletterten die Mieten auf durchschnittlich 13,05 Euro.

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Diese Entwicklung trifft eine Stadt, in der über 80 Prozent der Einwohner zur Miete wohnen. Für viele Haushalte wird bezahlbarer Wohnraum immer schwerer zu finden.

Neubau-Boom mit Schattenseiten

Im Bausektor zeichnet sich ein zwiespältiges Bild:
* Fertigstellungen steigen: 2024 wurden 4.203 neue Wohnungen fertiggestellt – ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
* Genehmigungen brechen ein: Gleichzeitig sank die Zahl der Baugenehmigungen um rund 30 Prozent auf nur noch 2.266 Einheiten.

Der Einbruch bei den Genehmigungen ist ein Alarmzeichen. Gestiegene Zinsen und hohe Baukosten lassen private Investoren zögern. Die Stadt muss diese Lücke schließen, um die Nachfrage zu decken.

So will Frankfurt gegensteuern

Dezernent Marcus Gwechenberger verfolgt eine mehrgleisige Strategie gegen die Wohnungsnot. Ein zentraler Hoffnungsträger sind neue Stadtquartiere.

Das Projekt „Frankfurt Nordwest“ soll bis zu 6.800 neue Wohnungen bringen. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG treibt weitere Großprojekte voran:
* Das Hilgenfeld-Quartier
* Das Kaiserviertel in Offenbach (in interkommunaler Zusammenarbeit)
* Diverse Nachverdichtungen im Bestand

Die ABG setzt dabei verstärkt auf energieeffiziente Bauweisen und bezahlbaren Wohnraum.

Verdichten und fördern

Ein weiterer Baustein ist die Verdichtung. Der Hochhausentwicklungsplan 2024 ermöglicht 14 zusätzliche Hochhausprojekte. Erstmals setzt die Stadt auch gezielt auf die Aufstockung bestehender Gebäude, um graue Energie zu sparen.

Zusätzlich hat die Stadtverordnetenversammlung neue Förderbausteine beschlossen. Diese sollen gemeinwohlorientiertes und genossenschaftliches Wohnen durch zinsvergünstigte Darlehen stärken. Die Idee: Nicht-kommerzielle Akteure sollen mehr preisstabilen Wohnraum schaffen.

Balanceakt zwischen Anspruch und Realität

Trotz aller Bemühungen bleibt die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum eine immense Herausforderung. Die wirtschaftliche Lage bremst private Investoren. Das erhöht den Druck auf öffentliche Bauträger.

Die Politik muss einen schwierigen Spagat schaffen: Sie will den Neubau vorantreiben, den Bestand klimafreundlich modernisieren und gleichzeitig die soziale Vielfalt in den Quartieren sichern. Initiativen wie vereinfachte Genehmigungen für Dachausbauten sollen helfen, schneller Potenziale im Bestand zu heben.

Die „Wohnungsfrage“ bleibt, wie der Ausstellungstitel nahelegt, eine alltägliche Aufgabe. Die Weichen für die Zukunft werden jetzt gestellt. Kurzfristig wird der Erfolg davon abhängen, ob die neuen Förderprogramme wirksam greifen und private Bauherren reaktiviert werden können. Bis der nächste Mietspiegel 2026 ein neues Bild zeichnet, bleibt der Wohnungsmarkt Frankfurts zentrales Spannungsfeld.

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