Handwerk drängt auf schnelle Arbeitszeit-Reform
07.02.2026 - 07:44:12Der Zentralverband des Deutschen Handwerks erhöht den Druck auf die Ampel-Koalition. Die im Koalitionsvertrag versprochene Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes muss endlich kommen, fordert Präsident Jörg Dittrich. Im Zentrum steht der Wechsel vom starren Acht-Stunden-Tag zu einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit.
Wirtschaft fordert Ende des „Acht-Stunden-Korsetts“
Die Forderung ist nicht neu, gewinnt aber vor dem Hintergrund des akuten Fachkräftemangels neue Dringlichkeit. „Die Umstellung ist ein notwendiger Fortschritt“, argumentiert Dittrich. Sie würde Betrieben und Beschäftigten mehr Spielraum geben – sei es für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder für die Bewältigung von Auftragsspitzen.
Es geht ausdrücklich nicht um eine Ausweitung der Gesamtarbeitszeit, betont der ZDH. Vielmehr soll die Verteilung der vereinbarten Stunden über die Woche flexibler werden. Ein Ziel, das im Einklang mit der EU-Arbeitszeitrichtlinie steht, die eine Wochenobergrenze von 48 Stunden vorsieht.
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Breite Allianz für mehr Flexibilität
Das Handwerk steht mit seinem Drängen nicht allein. Eine breite Front aus der Wirtschaft unterstützt die Pläne. Das Baugewerbe begrüßt die Flexibilisierung, da starre Tagesgrenzen der Realität auf modernen Baustellen nicht mehr gerecht würden. Besonders bei entfernten Einsatzorten wünschen sich viele Beschäftigte, Arbeit zu bündeln, um längere Wochenenden bei ihren Familien zu haben.
Auch der Deutsche Anwaltverein (DAV) sprach sich für eine Lockerung aus. Für angestellte Anwälte seien die starren Regeln oft unpassend, da Fristen und Mandantennotfälle schnelles Handeln auch außerhalb der Kernzeit erforderten.
Attraktivität im Kampf um Fachkräfte steigern
Die Befürworter sehen in der Reform ein Schlüsselinstrument im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter. Könnte ein Monteur seine Wochenstunden auf vier Tage konzentrieren, um früher heimzukehren, würde das die Attraktivität des Jobs deutlich steigern, so das Argument.
Das Handwerk positioniert sich damit auch in der Debatte um „Lifestyle-Teilzeit“. Statt eines Rechtsanspruchs auf Teilzeit, der Personalengpässe verschärfen könnte, sei die Flexibilisierung der bessere Weg. So ließen sich die Bedürfnisse der Beschäftigten mit den betrieblichen Erfordernissen in Einklang bringen.
Balanceakt zwischen Flexibilität und Schutz
Während die Wirtschaft lobbyiert, melden die Gewerkschaften traditionelle Bedenken an. Ihre zentrale Frage: Bleibt der Schutz der Arbeitnehmer vor Überlastung gewahrt? Kritiker fürchten überlange Arbeitstage und eine ungesunde Verdichtung der Arbeit.
Die Bundesregierung steht nun vor einem Balanceakt. Der angekündigte Gesetzesentwurf muss die nötige Flexibilität für die Wirtschaft schaffen, ohne die Schutzstandards auszuhöhlen. Die Umsetzung der Koalitionszusage wird in den kommenden Monaten erwartet – und dürfte hitzige Debatten zwischen Sozialpartnern und Politik auslösen.
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