Graz, Begrünungs-Pflicht

Graz verschärft ab sofort Begrünungs-Pflicht für Großprojekte

01.01.2026 - 06:21:12

Ab heute müssen neue Großbauten in Graz substanzielle Grünflächen an Fassade und Dach nachweisen. Die verschärften Vorgaben gelten für alle neu eingereichten Projekte und sind Teil der Strategie, die Stadt bis 2040 klimaneutral zu machen.

Zentral ist die verpflichtende Begrünung von Flachdächern ab 60 Quadratmetern. Eine Substratschicht von mindestens 15 Zentimetern soll Regenwasser effektiv speichern. Die sichtbarste Änderung betrifft die Vertikale: Bei großen Projekten müssen künftig mindestens 30 Prozent der fensterlosen Fassaden begrünt werden.

Die Stadtplanung betont, dass diese Maßnahmen als “natürliche Klimaanlage” fungieren. Sie sollen die Umgebungstemperatur senken und Feinstaub binden.

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Der “Grünflächenfaktor” als neue Währung

Um die Ziele messbar zu machen, setzt Graz auf den Grünflächenfaktor. Dieses Instrument bewertet die ökologische Qualität aller Flächen eines Bauplatzes.
* Negativ: Versiegelte Flächen schlagen zu Buche.
* Positiv: Dach- und Fassadenbegrünungen verbessern die Bilanz.

Ein intensiv begrüntes Dach wird mit einem hohen Faktor angerechnet. Dieses System zwingt Architekten dazu, Begrünung als integralen Bestandteil der Gebäudehülle zu planen – und nicht als nachträgliche Dekoration.

Gemischte Reaktionen aus der Branche

Die scharfen Vorgaben sorgen für geteiltes Echo. Spezialisten für nachhaltiges Bauen begrüßen die klaren Rahmenbedingungen. Vertreter der konventionellen Bauwirtschaft warnen dagegen vor steigenden Errichtungskosten.

Kritik kommt auch von der politischen Opposition. Die ÖVP befürchtet eine Überbürokratisierung und eine Bremse für den dringend benötigten Wohnbau. Ob sich diese Sorgen bewahrheiten, wird die Zahl der Baueinreichungen in den kommenden Monaten zeigen.

Die Stadt setzt jedoch auch Anreize: Für Fassadenbegrünungen stehen Fördermittel bereit, die einen Teil der Investitionskosten abfedern sollen.

Graz als europäische “Schwammstadt”

Mit den Regeln schließt Graz zu Vorreiterstädten wie Basel oder Berlin auf. Die Steiermark-Hauptstadt geht mit dem Grünflächenfaktor und der forcierten Fassadenbegrünung aber einen Schritt weiter.

Die Stadt positioniert sich klar als “Schwammstadt”. Angesichts zunehmender Starkregenereignisse ist die Retentionswirkung begrünter Dächer ein Sicherheitsfaktor. Das Wasser soll dort gespeichert werden, wo es fällt – und nicht die Kanalisation überlasten.

Was bedeutet das für das Stadtbild 2026?

Experten rechnen mit einem sichtbaren Wandel. Kombinierte Lösungen wie Solargründächer oder begrünte Innenhöfe dürften bei Großprojekten zum Standard werden.

Spannend bleibt die Frage der Kontrolle. Die Verordnungen verlangen, dass die Begrünung “dauerhaft erhalten” wird. Vertrocknete Pflanzen sind somit kein Kavaliersdelikt, sondern ein Verstoß gegen die Bauauflagen. Das Jahr 2026 wird zum ersten Praxistest für die ambitionierten Grazer Klimaziele im Bausektor.

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