Granola, Bot-freie

Granola AI: Bot-freie KI macht Meetings produktiver

10.02.2026 - 18:39:12

Das Londoner Start-up Granola AI transkribiert Besprechungen ohne virtuelle Bots und wandelt Gespräche automatisch in Arbeitsdokumente um. Der Fokus liegt auf Datenschutz und nahtloser Integration in bestehende Tools.

Granola AI setzt im Wettbewerb um KI-Produktivitätstools auf Datenschutz und nutzerfreundliche Workflows. Das Londoner Start-up transkribiert Besprechungen ohne virtuelle Bots und verwandelt Gespräche automatisch in Dokumente.

In einem von virtuellen Assistenten geprägten Markt geht das KI-Start-up Granola AI einen anderen Weg. Statt Bots in Video-Calls zu schicken, zeichnet die Software Gespräche diskret im Hintergrund des Nutzergeräts auf. Der Clou: Eine „Rezepte“-Funktion verwandelt die Transkripte direkt in Projektdokumente oder Aufgabenlisten. Dieser Fokus auf Privatsphäre und praktischen Nutzen spricht Berufstätige an, die von Meetings überflutet werden.

Die „Rezepte“-Funktion: Vom Gespräch zum Arbeitsauftrag

Den größten Produktivitäts-Schub verspricht die Funktion „Recipes“ (Rezepte), die das Unternehmen Ende September 2025 einführte. Nutzer können damit vorgefertigte, von Experten geschriebene Prompts auf ihre Notizen anwenden. Ein einfacher „/“-Befehl im Chat-Interface genügt, um aus einer Brainstorming-Sitzung automatisch ein Lastenheft zu generieren oder aus einem Mitarbeitergespräch ein persönliches Coaching-Protokoll.

Anzeige

Passend zum Thema Zeit- und Aufgabenmanagement: Meetings sind oft die unsichtbare Zeitfalle im Arbeitsalltag – viele Teams kommen nicht dazu, aus Gesprächsergebnissen klare Aufgaben zu machen. Das kostenlose E‑Book „7 Methoden für ein effektives Zeit- und Aufgabenmanagement“ zeigt praxisnahe Techniken wie ALPEN, Eisenhower und Pomodoro, mit denen Sie Prioritäten setzen und aus jedem Meeting echte To‑Dos ableiten. Ideal für Berufstätige, die weniger Zeit verlieren und mehr schaffen wollen. Gratis E‑Book: Zeitmanagement‑Techniken jetzt sichern

Für die Entwicklung arbeitete Granola mit Größen wie Lenny Rachitsky („Lenny‘s Newsletter“) und dem Silicon-Valley-Coach Matt Mochary zusammen. Teams können die Rezepte auch an eigene Prozesse anpassen und teilen. So umgeht die KI ein Hauptproblem generischer Chatbots: Sie verarbeitet die spezifischen Nuancen firmeninterner Diskussionen und liefert sofort nutzbare Ergebnisse.

Datenschutz als Design-Prinzip: Keine Bots im Call

Der architektonische Kernunterschied zu Wettbewerbern ist die bot-freie Aufnahme. Die App transkribiert direkt den Audio-Output von Mac, Windows oder iOS, statt einen KI-Bot in Zoom, Google Meet oder Slack Huddles einzuschleusen.

Das hat Vorteile für Privatsphäre und Benutzerfreundlichkeit. Der unangenehme Schritt, einen nicht-menschlichen Teilnehmer im Call zu erklären, entfällt. Für Unternehmen, die Bedenken bei der Zugriff Dritter auf vertrauliche Gespräche haben, reduziert dies Compliance-Hürden. Die KI kombiniert den Systemton mit dem Mikrofon-Input für ein vollständiges Transkript – die Basis für Zusammenfassungen, Entscheidungsprotokolle und Aktionslisten.

Integration in über 8.000 Apps: KI als Arbeits-Hub

Granola versteht sich nicht als isolierte Notiz-App, sondern als vernetzender Hub. Über Zapier bindet sich die Plattform in über 8.000 Anwendungen ein. Direkte Integrationen mit Tools wie Notion, Slack, HubSpot und Affinity erlauben es, Besprechungsergebnisse nahtlos in CRM-Systeme, Projektboards oder Team-Kanäle überzuführen.

Diese Strategie zielt darauf ab, sich in bestehende Arbeitsabläufe einzubetten. So bleibt wertvolles Meeting-Wissen nicht in der App gefangen, sondern fließt dorthin, wo gearbeitet wird – ähnlich wie etablierte deutsche Lösungen von SAP oder der Telekom Ökosysteme schaffen.

Wachstum mit Ambitionen zum „Zweiten Gehirn“ für Teams

Gegründet 2023 von Chris Pedregal und Sam Stephenson, hat sich das Londoner Unternehmen bereits finanziell gut aufgestellt. Eine Series-B-Runde über 43 Millionen Euro führte im Mai 2025 die Venture-Firma NFDG an. Das Geld soll in Produktentwicklung und die Vision eines integrierten KI-Arbeitsraums fließen.

Langfristig will Granola ein „zweites Gehirn“ für Teams werden – eine durchsuchbare Wissensdatenbank aus allen täglichen Gesprächen. Geplant ist, dass „Rezepte“ künftig auch externe Dienste ansteuern, etwa direkt aus der Notiz ein Ticket in Linear erstellen. Ein Forbes-Bericht vom Januar 2026 erwähnte Gespräche über eine weitere Finanzierungsrunde von mindestens 100 Millionen Euro, die das Unternehmen über eine Milliarde Euro bewerten könnte. Das Unternehmen selbst äußerte sich dazu nicht. In einer Zeit, in der Unternehmen nach KI-Tools mit echten Produktivitätsgewinnen und hohem Datenschutz suchen, könnte Granola mit seinem Ansatz weiter an Fahrt gewinnen.

Anzeige

PS: Für Unternehmen und Entwickler von KI-Lösungen gelten inzwischen neue Pflichten. Die EU‑KI‑Verordnung verlangt Kennzeichnung, Risikoklassifizierung und umfassende Dokumentation – Punkte, die besonders Anbieter von Meeting‑Transkriptionen und Workflow‑Automatisierungen beachten müssen. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt praxisnah, welche Anforderungen jetzt relevant sind und wie Sie Compliance pragmatisch umsetzen. KI‑Verordnung: Jetzt kostenlosen Leitfaden herunterladen

@ boerse-global.de

Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.