Google und Broadcom fordern Nvidia mit Milliarden-Investition heraus
07.02.2026 - 15:00:12Google stellt Nvidias Vorherrschaft bei KI-Chips mit massiven Infrastruktur-Investitionen in Frage. Das Unternehmen verdoppelt seine Ausgaben für Rechenzentren und setzt dabei auf hauseigene Prozessoren, die vom Partner Broadcom gefertigt werden.
Ein Erdbeben zieht durch die Welt der KI-Hardware. Angeführt von Google und seinem Schlüsselpartner Broadcom formiert sich eine ernsthafte Herausforderung für die lange unangefochtene Dominanz von Nvidia. Der Auslöser: Google kündigt für 2026 gewaltige Investitionen von bis zu 185 Milliarden Euro an, primär für den Ausbau seiner KI-Infrastruktur. Das Geld fließt massiv in selbst entwickelte Tensor Processing Units (TPUs), eine strategische Antwort auf Nvidias Grafikkarten. Diese Entwicklung verändert nicht nur Rechenzentren, sondern erschüttert die gesamte Halbleiterbranche.
Die Börse reagierte umgehend. Die Aktie von Broadcom, der für Design und Fertigung der Google-Chips verantwortlich ist, schoss nach oben. Das zeigt: Der Markt erkennt in der Allianz einen wachsenden Rivalen für Nvidia. Analysten sehen in Google bereits über 80 Prozent von Broadcoms KI-Umsatz begründet. Bis 2027 könnten daraus 80 Milliarden Euro Umsatz werden, schätzt die Investmentbank Jefferies.
Die EU‑KI‑Verordnung ist seit dem 1. August 2024 in Kraft – und viele Unternehmen unterschätzen, wie umfangreich Kennzeichnungspflichten, Risikoklassifizierung und Dokumentationsanforderungen sind. Gerade Anbieter und Nutzer von KI‑Infrastruktur (etwa TPU‑Systeme oder AI‑Hypercomputer) müssen jetzt Prozesse, Nachweise und Fristen implementieren, um Bußgelder zu vermeiden. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden erklärt praxisnah, welche Pflichten gelten, wie Sie Ihr System korrekt einstufen und welche Dokumentation erforderlich ist – inklusive konkreter Checklisten. Jetzt kostenlosen Leitfaden zur KI-Verordnung herunterladen
Googles hausgemachte KI-Chips: Die TPU-Strategie
Googles TPUs sind keine spontane Reaktion auf den KI-Boom. Sie sind das Ergebnis einer über zehnjährigen Entwicklungsarbeit. Diese maßgeschneiderten Chips, eine Form anwendungsspezifischer Schaltkreise (ASICs), treiben seit Jahren Googles eigene KI voran – inklusive der leistungsstarken Gemini-Modelle.
Die Technologie schreitet rasch voran. Ende 2024 brachte Google Cloud die sechste TPU-Generation „Trillium“ auf den Markt. Sie soll fast fünfmal so rechenstark und über 67 Prozent energieeffizienter sein als ihr Vorgänger. Der nächste Schritt ist bereits in Arbeit: Die siebte Generation, Codename „Ironwood“, wird Kern von Googles „AI Hypercomputer“ sein. Mit dieser integrierten Hardware-Software-Architektur will Google 2026 in der Generativen KI nicht nur aufholen, sondern die Führung übernehmen.
Broadcom: Der unbekannte Riese im Hintergrund
Im Zentrum von Googles Hardware-Offensive steht die enge Partnerschaft mit Broadcom. Der Halbleiter-Riese entwirft und produziert die komplexen TPUs. Diese Zusammenarbeit macht Broadcom zum großen Gewinner des Trends zu maßgeschneiderten KI-Beschleunigern.
Broadcoms Strategie ist klar: Spezialchips für eine Handvoll Großkunden wie Google entwickeln. Für klar definierte Aufgaben wie KI-Training sind diese ASICs oft leistungsfähiger und kostengünstiger als universelle Grafikkarten. Für Tech-Giganten mit milliardenschweren KI-Budgets ein entscheidender Vorteil. Broadcom erwartet, dass sein KI-Chip-Umsatz im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahr um das Doppelte steigt.
Nvidias Dominanz unter Druck
Nvidia bleibt mit Abstand Marktführer. Doch der Vorstoß von Google und anderen Cloud-Giganten stellt die größte Herausforderung dar. Die Motivation ist klar: Die Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten verringern und Hardware einsetzen, die speziell für bestimmte KI-Aufgaben gebaut und wirtschaftlicher ist.
Googles gewaltige Investitionen sind ein deutliches Signal für diese Diversifizierungs-Strategie. Das Unternehmen baut ein paralleles Ökosystem auf, das einen Großteil seiner KI-Workloads ohne Nvidia bewältigen kann.
Doch es ist kein Nullsummenspiel. Google bleibt ein wichtiger Nvidia-Kunde und bietet dessen Grafikkarten weiterhin in der Cloud an. Die Zukunft der KI scheint hybrid: Maßgeschneiderte TPUs arbeiten neben Hochleistungs-GPUs, jede Technologie für die Aufgaben, die sie am besten löst. Das zeigt auch die Reaktion der Börse: Nach Googles Ankündigung stieg auch der Nvidia-Kurs – wenn auch moderater.
Analyse: Das Rennen wird komplexer
Das KI-Hardware-Rennen tritt in eine neue, komplexere Phase. Die Ära der fast vollständigen Abhängigkeit von Standard-Grafikkarten geht zu Ende. An ihre Stelle tritt ein diverseres Feld aus GPUs und maßgeschneiderten Chips.
Google treibt diesen Trend weiter, indem es seine interne Infrastruktur vermarktet. Der Konzern verkauft TPU-Systeme nun auch an externe Unternehmen wie das KI-Labor Anthropic. Damit konkurriert Google direkt mit Nvidia um Geschäftskunden. Marktbeobachter der Citibank sahen diesen Druck bereits im September 2025 kommen und verwiesen in einer Analyse auf Broadcom und Googles TPUs.
Ausblick: Mehr Investitionen, mehr Innovation
Die Richtung ist vorgegeben: Die milliardenschweren Investitionen in KI-Hardware gehen weiter. Die Branche blickt nun gespannt auf die Google Cloud Next Konferenz vom 22. bis 24. April 2026. Dort werden Details zum „Ironwood“-TPU und dem AI Hypercomputer erwartet.
Ebenso aufmerksam verfolgt werden die nächsten Quartalszahlen von Broadcom im März. Sie sollen das explosive Wachstum im KI-Chipgeschäft bestätigen. Der langfristige Ausblick verspricht einen lebendigen, wettbewerbsintensiven Markt. Nvidia wird ein starker Leader bleiben. Doch das strategische Bündnis zwischen Google und Broadcom hat einen mächtigen Herausforderer geschaffen, der rasant aufholt. Für die Motoren der Künstlichen Intelligenz bedeutet das eine dynamische und innovative Zukunft.
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