Geldautomaten-Betrug: Neue Welle beunruhigt Deutschland
17.02.2026 - 20:50:12Eine neue Welle von Betrugsfällen an Geldautomaten beunruhigt derzeit Bürger und Behörden. Die Polizei warnt in mehreren Regionen vor organisierten Tätern, die mit technischen Manipulationen und Ablenkungsmanövern arbeiten.
Skimming und Cash-Trapping im Fokus
Kriminelle setzen vor allem auf zwei klassische Methoden. Beim Skimming lesen unauffällige Aufsätze am Kartenschlitz die Daten des Magnetstreifens aus. Minikameras zeichnen die PIN-Eingabe auf. Mit den erbeuteten Daten erstellen Betrüger Kartendubletten.
Beim Cash-Trapping manipulieren die Täter den Geldausgabeschacht. Eine Blende oder Klebefolie sorgt dafür, dass die Scheine im Automaten hängen bleiben. Der Kunde geht von einer Störung aus, während die Kriminellen später das Bargeld abholen.
Täter werden technisch immer raffinierter
Die Einführung des EMV-Chips hat das klassische Skimming erschwert. Doch Kriminelle entwickeln ihre Methoden ständig weiter. Eine neuere Variante ist das „Deep-Insert-Skimming“. Dabei werden extrem flache Lesegeräte direkt in den Kartenschlitz eingeführt, die von außen kaum zu erkennen sind.
Die Banken reagieren mit Sicherheitsupdates. Viele Automaten haben mittlerweile Anti-Skimming-Module, die Manipulationen erkennen und den Automaten abschalten. Doch der technologische Wettlauf geht weiter.
So schützen Sie sich am Geldautomaten
Die Polizei gibt klare Verhaltenstipps für Verbraucher:
- Automaten prüfen: Inspizieren Sie den Geldautomaten vor der Benutzung. Achten Sie auf lose Teile, Klebereste oder verdächtige Verblendungen. Ein leichter Rütteltest an Kartenschlitz und Ausgabeklappe kann helfen.
- PIN schützen: Verdecken Sie die Tastatur bei der Eingabe immer mit der freien Hand oder einem Gegenstand.
- Bei Störungen handeln: Wird die Karte grundlos einbehalten oder gibt der Automat kein Geld aus, obwohl die Transaktion gebucht wurde? Verlassen Sie den Ort nicht, ohne Bank und Polizei zu informieren.
- Karte sperren: Im Verdachtsfall sperren Sie Ihre Karte sofort über den zentralen Sperr-Notruf 116 116.
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Warum bleibt die Gefahr so groß?
Die Zahl der Skimming-Fälle ist in Deutschland zwar zurückgegangen. Doch die aktuelle Welle zeigt: Die Gefahr ist nicht gebannt. Kriminelle Organisationen agieren flexibel und nutzen jede Schwachstelle.
Während das Kopieren von Kartendaten in Europa schwieriger wurde, bleibt Cash-Trapping eine lukrative und technisch einfachere Methode. Zudem erweist sich der „Faktor Mensch“ oft als größte Schwachstelle. Die Kombination aus technischem Angriff und gezielter Ablenkung ist für Täter besonders erfolgreich.
Wohin entwickelt sich die Automaten-Kriminalität?
Der Wettlauf zwischen Kriminellen und Sicherheitsexperten wird sich weiter zuspitzen. Zukünftige Maßnahmen könnten vermehrt auf biometrische Verfahren wie Fingerabdruck-Scanner setzen. Kontaktlose Abhebungen per Smartphone minimieren das Risiko des Kartendiebstahls.
Doch Experten warnen: Kriminelle verlagern ihre Angriffe. Sogenannte „Jackpotting“-Angriffe, bei denen Schadsoftware den Automaten zur unkontrollierten Geldausgabe zwingt, sind in den USA bereits eine echte Bedrohung. Könnte diese Methode bald auch in Europa ankommen? Für Verbraucher bleibt Wachsamkeit das wichtigste Mittel.
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