Gastro-Steuer: Dauerhaft nur 7 Prozent Mehrwertsteuer auf Speisen
01.01.2026 - 13:42:12Die Mehrwertsteuer auf Restaurant-Speisen sinkt dauerhaft auf 7 Prozent. Das schafft Planungssicherheit für eine angeschlagene Branche.
Ab heute, dem 1. Januar 2026, gilt in deutschen Restaurants, Cafés und Bistros eine dauerhaft reduzierte Mehrwertsteuer von nur noch 7 Prozent auf Speisen. Die Rückkehr zum ermäßigten Satz beendet eine zweijährige Phase mit 19 Prozent und soll der von Kostenexplosionen geplagten Gastronomie Luft zum Atmen verschaffen. Der Bundesrat hatte die Gesetzesänderung bereits Mitte Dezember 2025 beschlossen.
Die Neuregelung vereinheitlicht die Besteuerung von Lebensmitteln. Der bisherige Unterschied zwischen Speisen zum Verzehr vor Ort (19 %) und zum Mitnehmen (7 %) ist damit Geschichte. Die dauerhafte Festlegung gibt der Branche die lang vermisste Planungssicherheit zurück.
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Hintergrund ist der massive Druck, unter dem Gastronomen seit Jahren stehen. Neben der hohen Steuerlast kämpften sie mit explodierenden Energie- und Personalkosten. Die Rückkehr zum Standardsatz 2024 hatte viele Betriebe an den Rand der Rentabilität getrieben. Intensive Lobbyarbeit der Verbände DEHOGA und des Bundesverbands der Systemgastronomie (BdS) führte schließlich zum politischen Kurswechsel.
Die Details: Speisen ja, Getränke nein
Die Umsetzung bringt jedoch eine zentrale Herausforderung mit sich: die korrekte Trennung der Steuersätze an der Kasse. Industrie- und Handelskammern sowie DEHOGA haben dazu umfangreiche Leitfäden veröffentlicht.
- Speisen: Für alle Gerichte, egal ob im Lokal verzehrt oder mitgenommen, gilt nun der ermäßigte Satz von 7 Prozent.
- Getränke: Alkoholische und nicht-alkoholische Getränke bleiben mit dem vollen Satz von 19 Prozent besteuert. Ausnahmen gelten nur für einige milchlastige Kaffeezubereitungen.
- Technische Umsetzung: Kassensysteme mussten bis heute früh aktualisiert werden. Ein Fehler kann teuer werden: Wird fälschlich 19 Prozent berechnet, muss der Betrag ans Finanzamt abgeführt werden, obwohl der Gast nur 7 Prozent bezahlt hat. Der Betrieb trägt den Verlust.
Erleichterung in der Branche nach dem “19-Prozent-Schock”
Die Reaktion in der Gastronomie ist deutlich spürbar: Sie atmet auf. Die Jahre 2024 und 2025 unter dem vollen Steuersatz werden von vielen als existenzbedrohende Phase beschrieben. Preiserhöhungen und rückläufige Gästezahlen waren die Folge.
„Die dauerhafte Reduzierung ist ein starkes Signal der Verlässlichkeit“, kommentiert Markus Suchert, Hauptgeschäftsführer des BdS. DEHOGA-Präsident Guido Zöllick betont zudem den Aspekt der Wettbewerbsgleichheit. In 20 anderen EU-Ländern gelten bereits reduzierte Steuersätze für die Gastronomie. Die Angleichung soll verhindern, dass Gäste in Grenzregionen ins benachbarte Ausland abwandern.
Werden die Speisen jetzt billiger?
Die große Frage für Verbraucher lautet: Kommt die Steuersenkung auch bei den Gästen an? Wirtschaftsexperten erwarten keine flächendeckenden Preissenkungen. Stattdessen dient die Maßnahme vor allem dazu, die enormen Kostenschübe der vergangenen zwei Jahre aufzufangen.
Die Gründe sind vielfältig: gestiegene Mindestlöhne, nach wie vor hohe Energie- und Rohstoffpreise sowie angeschlagene Margen. Die Steuerreform wird daher eher eine Preisstabilisierung bewirken und weitere Erhöhungen verhindern. Für die deutsche Volkswirtschaft steht der Erhalt von Arbeitsplätzen im Fokus. Die Gastronomie ist einer der größten Arbeitgeber des Landes.
Mit dem heutigen Tag beginnt die Phase der Umsetzung und Kontrolle. Die Finanzämter werden die korrekte Anwendung der getrennten Steuersätze in den kommenden Monaten genau beobachten. Für die Branche hingegen könnte 2026 endlich ein Jahr der Konsolidierung werden.
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