Gartner warnt vor Haftungsrisiken durch autonome KI
05.02.2026 - 23:15:12Autonome KI-Systeme stellen Unternehmen vor neue rechtliche Herausforderungen. Laut einer aktuellen Gartner-Studie müssen Firmen eine umfassende Aufsichtspflicht für sogenannte Agentic AI etablieren, um Haftungsrisiken zu minimieren.
Die Forschungseinrichtung Gartner identifiziert den Aufstieg autonomer KI und die daraus resultierende Aufsichtspflicht als einen der bestimmenden Cybersicherheitstrends für 2026. In einem diese Woche veröffentlichten Report warnt das einflussreiche Analysehaus: Wenn KI-Systeme zunehmend eigenständig handeln, werden Organisationen für deren Aktionen in neuem Maße verantwortlich gemacht. Dies erfordere einen grundlegenden Wandel in Governance, Risikomanagement und Compliance.
Von Werkzeug zu autonomem Akteur
Hinter dem Trend steht die wachsende Nutzung von Agentic AI – fortschrittlichen Systemen, die eigenständig Ziele verfolgen, sich neuen Informationen anpassen und mehrstufige Aufgaben mit minimaler menschlicher Intervention ausführen können. Die oft unkontrollierte Einführung dieser KI-Agenten durch Mitarbeiter und Entwickler schaffe erhebliche neue Angriffsflächen und Compliance-Risiken, so Gartner.
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Diese Systeme stellen einen Quantensprung gegenüber traditioneller KI dar. Ein Beschaffungsagent kann autonom eine Lieferkette managen, ein Marketing-Agent eine personalisierte Werbekampagne steuern. Doch was passiert, wenn ein solcher Agent einen fehlerhaften Handel ausführt, Datenschutzregeln verletzt oder Betriebsabläufe stört? Die rechtliche und finanzielle Verantwortung liegt dann vollständig beim einsetzenden Unternehmen.
Unkontrollierte Verbreitung durch No-Code-Tools
Die Risiken werden durch die Verbreitung von No-Code- und „Vibe-Coding“-Plattformen verschärft. Diese ermöglichen es Mitarbeitern, KI-Agenten ohne direkte IT-Überwachung zu erstellen und einzusetzen. Die Folge sind oft unsichere Codes und potenzielle Compliance-Verstöße.
Gartner-Analysten fordern daher deutlich strengere Governance und Aufsicht. Die regulatorische Landschaft entwickle sich dahin, dass Aufsichtsbehörden weniger auf die Absicht als vielmehr darauf achten werden, ob ein Unternehmen bei der Nutzung seiner KI-Systeme eine angemessene Sorgfaltspflicht walten ließ. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in Initiativen wie Singapurs „Model AI Governance Framework for Agentic AI“ wider, dem weltweit ersten Governance-Modell für solche Systeme.
Neue Anforderungen an Governance und Technik
Für Cybersecurity-Verantwortliche bedeutet dies konkrete Aufgaben: Sie müssen sowohl genehmigte als auch nicht genehmigte KI-Agenten im Unternehmen identifizieren, robuste Kontrollen durchsetzen und spezifische Incident-Response-Pläne für KI-bedingte Ausfälle entwickeln.
Best Practices umfassen nun detaillierte Inventare aller KI-Systeme, deren Klassifizierung nach Risikostufen und klare Verantwortungslinien. Jede Aktion eines KI-Agenten muss nachvollziehbar und überprüfbar sein, um die Sorgfaltspflicht nachweisen zu können. Technisch erfordert dies Investitionen in zentrale KI-Sicherheitsplattformen, die Nutzungsrichtlinien durchsetzen, riskantes Verhalten wie Datenlecks überwachen und konsistente Sicherheitsvorkehrungen gewährleisten.
Menschliche Kontrolle bleibt entscheidend
Ein Schlüsselelement verantwortungsvollen Einsatzes bleibt die wirksame „Human-in-the-Loop“-Aufsicht. Dazu gehören robuste Protokollierungsmechanismen, die die Identität des Agenten, seine Gedankenkette, die genutzten Tools und die aufgerufenen Daten erfassen. Organisationen müssen zudem Richtlinien definieren, die KI-Agenten nur den minimal notwendigen Zugang zu Tools und Daten gewähren.
Die Konsequenzen von Untätigkeit sind klar: Unternehmen, die keine rigorose Governance für ihre autonomen Systeme etablieren, setzen sich erheblichen finanziellen Strafen, Reputationsschäden und rechtlichen Herausforderungen aus. Da KI-Agenten immer tiefer in Geschäftsprozesse integriert werden – Gartner prognostiziert, dass bis 6 rund 40 Prozent der Unternehmensanwendungen sie einbinden werden – wird der Handlungsdruck weiter steigen. Der Balanceakt zwischen Innovation und Verantwortung in dieser neuen Ära autonomer KI beginnt jetzt.
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