Führungskräftemangel: Warum niemand mehr Chef sein will
19.01.2026 - 22:35:12Deutsche Unternehmen suchen verzweifelt nach Führungskräften – doch immer weniger Mitarbeiter wollen die Verantwortung übernehmen. Eine alarmierende Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt eine tiefe Ablehnung gegenüber Führungsrollen.
28.180 unbesetzte Positionen
Im Jahr 2025 blieben durchschnittlich 28.180 Führungspositionen in Deutschland unbesetzt. Das zeigt die Untersuchung des IW-Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Kofa). Die Gründe sind tief in der Arbeitskultur verwurzelt. Nur 14 Prozent der befragten 3.100 Mitarbeiter ohne Führungsaufgaben würden eine solche Rolle annehmen. 43 Prozent lehnen sie kategorisch ab.
Warum dieser Widerwille? Die Studie identifiziert klare Hauptgründe: 77 Prozent fürchten die hohe Arbeitslast, 75 Prozent scheuen die große Verantwortung. Für 73 Prozent ist die gefürdete Work-Life-Balance entscheidend. Fast die Hälfte (48 Prozent) hält die finanzielle Kompensation für unangemessen.
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Status verliert an Strahlkraft
„Führung wird nicht mehr primär mit Status und Privilegien verbunden“, erklärt Studienautorin Regina Flake. Statt automatischer Belohnung werde ein Angebot heute kritisch gegen persönliche Nachteile abgewogen. Besonders jüngere Generationen priorisieren Flexibilität und Sinnhaftigkeit.
Der traditionelle Karriereweg verliert an Attraktivität. Mitarbeiter der Generation Z fragen zunehmend: „Warum der Stress?“ Sie bevorzugen individuelle Entwicklungswege und Coaching statt Kontrolle. Der „Unbossing“-Trend verschärft das Problem für Unternehmen.
Unternehmen müssen Führung neu denken
Mehr Geld allein löst das Problem nicht. Unternehmen müssen Führungsrollen grundlegend neu gestalten. Flexible Modelle wie Teilzeit-Führung und bessere Unterstützungssysteme werden entscheidend sein. Die Kultur muss sich von Kontrolle zu Empowerment wandeln.
„Positive Arbeitsumgebungen mit Entwicklungsmöglichkeiten steigern Karriereambitionen“, so die Experten. Unternehmen, die sich nicht anpassen, riskieren nicht nur unbesetzte Positionen, sondern auch den Verlust talentierter Mitarbeiter.
Wirtschaftliche Bedrohung für den Standort
Der Führungskräftemangel ist mehr als ein Personalproblem – er gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Leere Managementpositionen verzögern strategische Entscheidungen und schwächen die Innovationskraft. Besonders betroffen sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU), das Rückgrat der deutschen Wirtschaft.
Demografischer Wandel verschärft die Situation: Erfahrene Babyboomer gehen in Rente, doch die Nachfolge-Pipeline ist dünn. Die Wahrnehmung von Führung als Quelle von Stress und Bürokratie muss durch strukturelle Veränderungen korrigiert werden.
Kulturwandel als Überlebensfrage
Die Zukunft erfordert einen tiefgreifenden Kulturwandel. Erfolgreiche Unternehmen werden Vertrauenskulturen mit psychologischer Sicherheit etablieren. Geteilte Führungsmodelle, Mentoring-Programme und klare Rollendefinitionen werden Standard sein müssen.
Die IW-Studie ist ein Weckruf: Deutschlands Wirtschaft muss Führung als attraktiven Karriereweg zurückgewinnen. Die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts hängt maßgeblich davon ab, ob dieser Wandel gelingt.
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