Frühstart-Rente, Steuer-Revolution

Frühstart-Rente löst Steuer-Revolution für Familien aus

28.01.2026 - 10:43:12

Neue Steuerfreibeträge und die Frühstart-Rente ermöglichen Eltern, Kapitalerträge für ihre Kinder steuerfrei zu erwirtschaften. Fintechs bieten spezielle Junior-Depots mit automatisierten Steueroptimierungen an.

Eine stille Revolution im Familienfinanzwesen hat begonnen. Mit der Einführung der neuen Frühstart-Rente und erhöhten Steuerfreibeträgen für 2026 eröffnen sich für Eltern bisher ungeahnte Möglichkeiten, Vermögen steuerfrei für ihre Kinder aufzubauen. Fintech-Unternehmen preschen mit speziellen Junior-Depots vor.

Der Steuerschlupfloch von 13.384 Euro

Der eigentliche Game-Changer für finanzbewusste Familien sind die neuen steuerlichen Freibeträge. Jedes Kind kann 2026 insgesamt 13.384 Euro an Kapitalerträgen steuerfrei einnehmen. Diese Summe setzt sich zusammen aus dem Grundfreibetrag (12.348 Euro), dem Sparerpauschbetrag (1.000 Euro) und dem Sonderausgaben-Pauschbetrag (36 Euro).

Was bedeutet das konkret? Ein Ehepaar hat gemeinsam lediglich einen Sparerpauschbetrag von 2.000 Euro. Ein Kind verfügt hingegen über mehr als das Sechsfache an steuerfreiem Raum. Für Eltern im Spitzensteuersatz, die auf 10.000 Euro Dividenden normalerweise über 2.600 Euro Abgeltungsteuer zahlen würden, wird die Rechnung bei einer Übertragung auf das Kind auf null reduziert.

Steuerberater warnen jedoch: Die Übertragung muss echt sein. Das Geld gehört dann unwiderruflich dem Kind und darf nicht für eigene Zwecke der Eltern entnommen werden. Es kann aber für Führerschein, Ausbildung oder Studienkosten verwendet werden.

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Fintechs kämpfen mit „Taschengeld“-Features um junge Kunden

Die privaten Anbieter haben die staatliche Initiative längst als Marktchance erkannt und bieten bereits passende Produkte an, noch bevor die ersten staatlichen Einzahlungen fließen. Im Fokus stehen dabei spezielle Junior-Depots, die nicht nur für die künftige staatliche Förderung kompatibel sind, sondern auch die aktuellen Steuervorteile maximal ausnutzen.

Scalable Capital setzt mit einem automatisierten „Steuer-Harvesting“ Maßstäbe. Die Plattform realisiert am Jahresende automatisch Gewinne bis zur Höhe des kindlichen Steuerfreibetrags, um die Einstandskosten zu resetten – eine Strategie, die Eltern bisher manuell berechnen mussten. Zudem erstattet das „Scalable Taschengeld“ die Kosten für über 200 ETFs und reinvestiert sie quartalsweise.

Trade Republic kontert mit einem eigenen „Kindergeld“-Feature. Hier werden die Fondskosten bestimmter Vanguard-ETFs monatlich zurückerstattet. Zudem lockt das Unternehmen mit 2,25 Prozent Zinsen auf Guthaben und positioniert sich so als renditestarke Alternative zum klassischen Sparbuch.

Der Newcomer Traders Place setzt dagegen auf finanzielle Bildung. Kinder können unter Aufsicht der Eltern eigene Watchlists pflegen und in über 2.000 ETFs ohne Ordergebühren handeln. Das Ziel: Die nächste Anlegergeneration frühzeitig an die Börse heranführen.

So sichern Sie sich den vollen Steuervorteil

Der einfache Freistellungsauftrag über 1.000 Euro reicht nicht aus, um den vollen Grundfreibetrag zu nutzen. Entscheidend ist eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung (NV-Bescheinigung) beim zuständigen Finanzamt.

Mit diesem Dokument weisen Eltern nach, dass das Einkommen des Kindes unterhalb der steuerlichen Bemessungsgrenze liegt. Reichen sie die Bescheinigung bei der Bank ein, behält diese keine Kapitalertragsteuer mehr ein. Ohne das Dokument zieht die Bank ab dem 1.001 Euro automatisch 25 Prozent Steuern ab. Die Eltern müssten dann eine Steuererklärung für das Kind abgeben, um das Geld zurückzuholen – ein bürokratischer Aufwand.

Paradigmenwechsel in der deutschen Sparmentalität

Der aggressive Vorstoß der Fintechs in den Junior-Markt signalisiert einen tiefgreifenden Wandel. Die Frühstart-Rente verleiht dem Aktiensparen für Minderjährige staatliche Legitimität. Das Stigma „riskanter“ Aktieninvestments für Kinder bröckelt.

Branchenbeobachter erwarten, dass traditionelle Banken noch in diesem Jahr nachziehen werden. Sie werden die Gebühren für ihre eigenen Verwahrdepots senken, um einen Kundenabfluss zu verhindern. Die digitalen Vorreiter haben jedoch bereits die Deutungshoheit erlangt. Sie bieten Eltern Werkzeuge, nicht nur für die Zukunft ihrer Kinder zu sparen, sondern auch die aktuelle Steuerlast der gesamten Familie zu optimieren.

Die Botschaft für Familien im Jahr 2026 ist klar: Das effizienteste Steuerparadies könnte das Sparschwein im Kinderzimmer sein.

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