Friction-Maxxing, Verfügbarkeit

Friction-Maxxing fordert das Ende der sofortigen Verfügbarkeit

02.02.2026 - 14:09:12

Die Bewegung Friction-Maxxing setzt auf bewusste Verlangsamung am Arbeitsplatz, um Burnout zu bekämpfen. In Deutschland bleibt die ständige Erreichbarkeit jedoch oft Pflicht.

Ein neuer Arbeitstrend namens „Friction-Maxxing“ stellt die Kultur der sofortigen Erreichbarkeit radikal in Frage. Statt auf hektische Echtzeit-Reaktionen setzt die Bewegung auf bewusste Verlangsamung und asynchrone Kommunikation.

Der Kollaps der Aufmerksamkeit

Die Zahlen zur modernen Arbeitswelt sind drastisch: Über 320 Millionen Menschen nutzen monatlich Microsoft Teams. Slack-Nutzer versenden durchschnittlich 92 Nachrichten per Tag, dazu kommen 121 tägliche E-Mails pro Büroangestellten.

Die Folgen dieser Dauerbeschallung sind gravierend:
* 78 Prozent der Beschäftigten fühlen sich von Benachrichtigungen überwältigt.
* 2025 berichteten in den USA 66 Prozent der Arbeitnehmer von Burnout-Symptomen.
* Experten schätzen die jährlichen Produktivitätsverluste durch die Informationsflut auf bis zu eine Billion Dollar.

So funktioniert der neue Widerstand

Die Gegenbewegung „Friction-Maxxing“ setzt bewusst auf Hürden. Die Kernidee: Verzögerungen sollen den Automatismus der Sofort-Reaktion durchbrechen. Im Job bedeutet das die Abkehr vom „Sofortismus“.

Kommunikation wird zeitlich entkoppelt. Dokumentierte Updates ersetzen Ad-hoc-Meetings; durchdachte Memos verdrängen hektische Chat-Lawinen. Unternehmen, die solche asynchronen Methoden einführen, konnten ihre Meeting-Dichte und E-Mail-Aufkommen um rund 30 Prozent senken.

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Deutsche Realität: Erreichbarkeit als Pflicht

Doch in vielen deutschen Büros hinkt die Realität dem Wunsch nach Entschleunigung hinterher. Laut Bitkom-Daten aus dem Sommer 2025 waren 67 Prozent der Berufstätigen auch im Urlaub dienstlich erreichbar.

Der Hauptgrund: 59 Prozent vermuteten eine entsprechende Erwartungshaltung ihrer Vorgesetzten. Die Diskrepanz zeigt, dass technologische Tools allein nicht reichen – es braucht einen kulturellen Wandel.

Das politische Ringen um Abschaltung

Dieser Konflikt wird zunehmend auch juristisch ausgetragen. Auf EU‑Ebene laufen Konsultationen zu einem möglichen „Recht auf Nichterreichbarkeit“. Länder wie Frankreich oder Belgien sind hier Vorreiter.

In Deutschland gibt es noch keine spezifische Regelung. Während Branchenverbände wie der Bitkom vor starren Vorgaben warnen und flexible Lösungen fordern, drängen Gewerkschaften auf klare gesetzliche Schutzmechanismen für Beschäftigte.

Wird KI zum neuen Gatekeeper?

Die Zukunft der asynchronen Arbeit könnte in noch mehr Technologie liegen. Trendanalysen deuten an, dass Künstliche Intelligenz künftig als „Gatekeeper“ fungieren soll. Intelligente Systeme könnten entscheiden, welche Nachricht sofortige Aufmerksamkeit braucht und welche als Tageszusammenfassung reicht.

Egal ob durch KI oder bewusste Verhaltensänderung: Die Ära des stolzen Multitaskings neigt sich dem Ende zu. Produktivität wird 2026 nicht mehr an der Reaktionsgeschwindigkeit gemessen.

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