Französische Zollreform: Übergangsfrist für neue Unternehmens-Identifikation
23.01.2026 - 06:00:12Französische Unternehmen erhalten mehr Zeit, um auf die zentrale Zoll-Identifikationsnummer umzustellen. Die eigentlich für Jahresbeginn geplante Pflicht zur EORI-SIREN-Nummer wird mit einer Übergangsfrist versehen. Diese pragmatische Entscheidung der Zollbehörden soll Betrieben bei der Anpassung helfen.
Kern der Reform ist der Wechsel von einer betriebs- zu einer unternehmensbezogenen Identifikation. Bisher nutzten französische Firmen eine 14-stellige EORI-Nummer auf SIRET-Basis, die jeden einzelnen Standort kennzeichnete. Eine Firma mit mehreren Niederlassungen hatte somit mehrere Zollnummern.
Ab sofort gilt das EU-Prinzip „eine Rechtseinheit, eine EORI-Nummer“. Die neue, neunstellige EORI-SIREN-Nummer identifiziert die juristische Person als Ganzes. Diese Vereinheitlichung soll Verwaltungsabläufe vereinfachen und die Datenqualität im europäischen Binnenmarkt verbessern. Die Umstellung läuft seit 2023; neu ausgestellte Nummern folgen bereits dem SIREN-Format.
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Atempause mit Grenzen: Wo die alte Nummer noch gilt
Die eingeführte Übergangsfrist bietet Betrieben ein wichtiges Zeitfenster. Die meisten nationalen Zollsysteme, darunter die zentrale Plattform DELTA I/E, akzeptieren vorerst weiterhin die alten SIRET-basierten Nummern. Diese Kulanz hat jedoch klare Ausnahmen.
Das für E-Commerce und Niedrigwertimporte zuständige System Delta H7 arbeitet bereits ausschließlich mit den neuen EORI-SIREN-Nummern. Die französische Zolldirektion (DGDDI) warnt zudem davor, die Umstellung auf die lange Bank zu schieben. Die alten Nummern werden schrittweise über das Jahr 2026 deaktiviert – ein genauer Zeitplan folgt.
Die Konsequenzen einer verspäteten Umstellung sind gravierend: Sobald eine alte EORI-SIRET-Nummer gesperrt ist, werden damit eingereichte Zollerklärungen abgewiesen. Das kann zu blockierten Sendungen, erheblichen Lieferverzögerungen und unkalkulierbaren Kosten führen. Besonders riskant: Nummern von geschlossenen Betriebsstätten werden aktiv entzogen.
Harmonisierung in Europa: Frankreich passt sich an
Die Reform ist Teil der europäischen Digitalisierungsagenda. Frankreichs bisheriges System mit SIRET-basierten Nummern war ein Sonderweg, der zu Inkonsistenzen in EU-Zolldaten führen konnte. Die Angleichung an die Praxis anderer Mitgliedstaaten wird von Logistik-Experten begrüßt.
Die Übergangsfrist wird als realistische Reaktion auf den praktischen Aufwand gewertet. Die neue Nummer muss in alle Unternehmensprozesse integriert werden – von der Rechnungsstellung über die Logistik bis hin zu Zollagentur-Partnerschaften. Die dringende Empfehlung lautet, die Zeit proaktiv zu nutzen.
Unternehmen sollten umgehend ihren Status prüfen. Besitzen sie noch eine 14-stellige EORI-SIRET-Nummer, müssen sie die neue 9-stellige EORI-SIREN-Nummer über das offizielle Zollportal beantragen. Nur so bleiben ihre grenzüberschreitenden Lieferketten unterbrechungsfrei.
Klare Perspektive: Die Kulanz ist temporär
Eines macht die DGDDI unmissverständlich klar: Die alleinige Verwendung der EORI-SIREN-Nummer ist eine Frage des „Wann“, nicht des „Ob“. Noch 2026 wird die Behörde die endgültigen Stichtage für die Abschaltung der alten Nummern bekanntgeben.
Das Ziel ist ein schlankes System, in dem jeder französische Im- und Exporteur eine einzige, konsistente Zollidentität nutzt. Dies erhöht nicht nur die Effizienz, sondern verbessert auch die Handelsstatistiken für Wirtschaftsanalysen. Wer jetzt handelt, sichert seinen reibungslosen Warenverkehr. Wer abwartet, riskiert Blockaden an der Grenze.
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